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Dienstag, 10.07.2018

Verdächtiger nach Brand wieder frei

Bei einem Feuer in Radeberg waren drei Menschen schwer verletzt worden. Der Vorfall weckt ungute Erinnerungen.

Von Thomas Drendel

Die Pirnaer Straße in Radeberg hatte vor einigen Jahren einen schlechten Ruf: Anwohner beschwerten sich über nächtliche Ruhestörungen. Randalierer waren unterwegs. Jetzt hat es in einem der Häuser gebrannt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.
Die Pirnaer Straße in Radeberg hatte vor einigen Jahren einen schlechten Ruf: Anwohner beschwerten sich über nächtliche Ruhestörungen. Randalierer waren unterwegs. Jetzt hat es in einem der Häuser gebrannt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.

© Rene Plaul

Radeberg. Das waren dramatische Stunden. Ende Juni war im Fahrradraum eines Hauses an der Pirnaer Straße ein Feuer ausgebrochen. Schnell breitete sich der dichte Qualm im Treppenhaus aus. Die Bewohner saßen daraufhin in der Falle. Sie konnten das Gebäude nicht mehr verlassen.

Nachbarn berichten davon, dass sich die Hausbewohner mit lauten Rufen bemerkbar gemacht haben. Aufgrund der extremen Rauchentwicklung innerhalb des Treppenflures wurden die Hausbewohner über eine Drehleiter gerettet und in Sicherheit gebracht. Zwei Männer und eine Frau erlitten schwere Rauchgasvergiftungen. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Nur der umsichtigen Arbeit der Feuerwehr und der Notfallsanitäter ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr Menschen verletzt wurden und kein größerer Schaden entstand.

Schnell war klar, hier könnte Brandstiftung vorliegen. Ein Brandursachenermittler sicherte Spuren. Danach sah es so aus, als könnte die Kriminalpolizei den Vorfall schnell aufklären. Ein 27-jähriger wurde vorläufig festgenommen. Die Beamten ermittelten weiter. Doch inzwischen ist wohl klar, der junge Mann hat den Brand nicht gelegt. „ Der Tatverdacht gegen einen 27-Jährigen konnte nicht weiter erhärtet werden, er wurde nach Entscheidung der Staatsanwaltschaft entlassen“, sagte jetzt Torsten Jahn von der Polizeidirektion Görlitz.

Allerdings ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Görlitz ermittelt allerdings weiter. Der Verdacht der Brandstiftung bestehe weiterhin. Inzwischen liegt auch die ungefähre Höhe des Schadens vor. Er beträgt rund 10 000 Euro. Der Vorfall weckt ungute Erinnerungen an Ereignisse zurückliegender Jahre. 2015 war die Pirnaer Straße wegen Ruhestörungen und Randalierereien im unteren Bereich in den Fokus geraten. Sogar im Stadtrat waren sie Thema. Polizei und Ordnungsamt hatten sich mit dem Problem befasst.

Danach war es ruhig in der Straße geworden. Der letzte bekannte Vorfall liegt inzwischen bereits anderthalb Jahre zurück. Damals war nach Angaben der Polizei ein Trinkgelage in einer Wohnung eskaliert. Der Gastgeber selbst hatte die Beamten angerufen. Der Grund: Einer seiner Gäste hatte sich offenbar geweigert, die Wohnung zu verlassen. Als die Beamten die Feier auflösen wollten, trat ein 36-Jähriger die Polizisten und bespuckte sie. Ermittlungen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung waren die Folge. Inzwischen ist auch baulich weiter aufgewertet worden. An der Ecke Mittelstraße steht der Neubau eines Mehrfamilienhauses vor der Fertigstellung. Gleich nebenan ist ein weiteres neues Gebäude seit geraumer Zeit bezogen. Das lockt vielleicht Investoren an, die letzten Lücken auf der Straße zu schließen und die noch vorhandenen maroden Häuser auf Vordermann zu bringen.

Nach dem Brand berichten Anwohner allerdings, dass gerade bei den hohen Tagestemperaturen immer noch ein unangenehmer Brandgeruch in der Luft liegt.. Bleibt zu hoffen, dass der Schaden hier schnell beseitigt wird.