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Dienstag, 26.06.2018

Verbände in der Zwickmühle

Von Jürgen Schwarz und Falk Rösler

Michael Seifert führte Motor Freital auf Platz drei, jetzt erfolgt der Rückzug aus der Kreisoberliga. Foto: M. Förster
Michael Seifert führte Motor Freital auf Platz drei, jetzt erfolgt der Rückzug aus der Kreisoberliga. Foto: M. Förster

© Marko Förster

Obwohl die Punktspielsaison der Fußball-Kreisoberliga Sächsische Schweiz/Osterzgebirge bereits am 17. Juni mit dem letzten Spieltag abgeschlossen wurde, sorgt die höchste Spielklasse des Kreisverbandes weiter für Schlagzeilen. Immerhin fanden sich mit Meister Heidenauer SV und dem VfL Pirna-Copitz II zwei aufstiegsberechtigte Mannschaften, die 2018/19 auch in der Landesklasse Mitte an den Start gehen wollen. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht. In der Meißner Kreisoberliga erklärten Titelträger SG Canitz (verspätet) und die SG Kreinitz (3.) ihren Aufstiegsverzicht. Nur Vizemeister Meißner SV nimmt das Aufstiegsrecht wahr. In der Kreisoberliga Mittelsachsen gibt es keinen Aufsteiger, da die drei Erstplatzierten verzichten. „Im Moment haben wir nur 13 Teams in der Landesklasse Mitte, weil dort Sebnitz, Frankenberg und Coswig zurückgezogen haben“, so Spielleiter Günter Urban. Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) prüft nun die Möglichkeit, den besten Viertplatzierten der drei Kreisoberligen aufsteigen zu lassen. Zumindest der TSV Großwaltersorf/Eppendorf, Vierter der Kreisoberliga Mittelsachsen, würde aufsteigen wollen.

Motor Freital war in der Kreisoberliga auf Rang drei gelandet, überraschte danach aber mit der Bekanntgabe des freiwilligen Rückzugs. „Intern war unsere angespannte personelle Situation schon lange ein Thema. Trotzdem habe ich bis zuletzt gehofft, dass wir eine Lösung finden“, sagt Motors Abteilungsleiter Rainer Petschel. „Es hat aber leider, trotz aller Bemühungen, nicht funktioniert.“ Groß ist die Enttäuschung bei Trainer Michael Seifert: „So eine dufte Truppe findest du nicht gleich wieder. Wir konnten in den letzten Jahren viele Erfolge feiern. Das schweißt zusammen. Das Aus hat bei uns allen Spuren hinterlassen. Trotzdem war die Entscheidung aus meiner Sicht vernünftig und unabwendbar.“

Ähnlich äußert sich Vize-Kapitän Philipp Leonhardt: „Wir Spieler sahen keinen anderen Ausweg. Es war ein sehr emotionaler Abschied am letzten Spieltag in Heidenau. Auch ein paar Tränen sind da geflossen.“ Gemeinsam mit David Raupach, Tom Stephan, Philipp Apelt und Markus Bender bildet er ein Quintett, das schon seit Jugendjahren in einer Mannschaft spielt. Das wollen die fünf Jungs, alle Jahrgang 1988, auch in Zukunft „noch ein Weilchen tun“. Wohin die Reise der ehemaligen Motor-Kicker geht, darüber ist noch keine Entscheidung gefallen.

Freude bei Freitaler Stahl-Reserve

Die nun frei gewordenen Kreisoberligaplätze gehen an die sportlich eigentlich abgestiegenen Altenberger und die „Zweite“ von Stahl Freital. Altenbergs Mannschaftsleiter Martin Bachmann ist im Zwiespalt der Gefühle: „Sportlich hat es nicht gereicht und unsere Personalsituation wird sich auch nicht wesentlich verbessern. Das bedeutet, dass wir wieder eine Saison mit Abstiegskampf vor uns haben.“ Wesentlich optimistischer klingt da schon der Freitaler Trainer Ronny Schulz: „Wir nehmen die Herausforderung gerne an. Ich freue mich für meine Jungs. Sie haben im ersten Kreisoberligajahr viel gelernt, und können das nun auf der gleichen Bühne unter Beweis stellen.“ Zudem könnte die Landesklasse-Reserve von einigen Neuzugängen profitieren, die in der Rückrunde der abgelaufenen Saison noch nicht spielberechtigt waren.