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Montag, 30.07.2018

„Unsere Spieler fühlen sich heimisch“

Canitz-Coach Frank Lehmann. Foto: privat
Canitz-Coach Frank Lehmann. Foto: privat

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Seit 2015 fungiert Frank Lehmann als Trainer der ersten Männermannschaft der SG Canitz. Der 51-Jährige feierte mit seinem Team in der vergangenen Saison den Fußball-Kreismeistertitel Meißens. Im Interview spricht Lehmann über die Meisterschaft, erklärt warum man trotzdem nicht in die Landesklasse aufsteigen wollte und blickt mit ein paar Sorgenfalten auf das neue Spieljahr.

Herr Lehmann, nachträglich noch herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Meißner SV.

Dankeschön. Wir hatten zum Schluss das glücklichere Ende für uns. Das ist natürlich ein Riesenerfolg für unseren Verein, zumal unsere zweite Mannschaft den Aufstieg aus der 1. Kreisklasse in die Kreisliga geschafft hat. Der Meißner SV ist meines Erachtens nach aber auch ein würdiger Aufsteiger.

Warum ist die SG Canitz dann aber nicht aufgestiegen?

Wir haben lange darüber beraten. Aber unser relativ kleiner Spielerkader lässt diesen doch großen Schritt einfach nicht zu. Wir haben drei Langzeitverletzte. Steffen Krechlak hat einen Bänderriss im Knöchel, Alexander Schamber und Conny Schneider Bänderrisse im Knie. Sie werden für lange Zeit ausfallen und waren absolute Stammleute. Hinzu kommt, dass einige Spieler in Schichtarbeit stehen, also nicht immer zur Verfügung stehen. Außerdem haben viele Spieler Familie. Oft müssen die Frauen oder Freundinnen am Wochenende arbeiten und die Jungs passen auf die Kinder auf. Das muss man akzeptieren. Längerfristig könnte man vielleicht mal mit der Landesklasse spekulieren, aber da muss einiges in der Breite passieren.

Trotz des Aufstiegsverzichts hat kein Spieler den Verein verlassen?

Nein, das spricht für das gesamte Team und für das Umfeld hier in Canitz. Unsere Spieler fühlen sich hier heimisch. Wir haben stattdessen einen Zugang mit Felix Haberecht aus Strehla.

Sie haben viele erfahrene Spieler im Kader. Wie sieht es mit Nachwuchs aus?

Ab der Rückrunde der kommenden Saison werden wir vier A-Jugendliche zur Verfügung haben. Sie trainieren schon mit bei den Männern. Und sie haben mit unseren Routiniers um Matti Mischke, Toni Schurig, Nico Rosenkranz, Michael Lux, David Valz oder meinen Söhnen Robert und Mario gute Vorbilder.

Wie lautet die Zielstellung für die nächste Saison?

Natürlich wollen wir den Kreismeistertitel verteidigen. Wir wollen aber auch im Pokal mal wieder angreifen. Unser Steckenpferd ist aber auch Futsal. Zweimal haben wir zuletzt den Einzug in die Endrunde der sächsischen Futsalmeisterschaft nur knapp verpasst. In dieser Saison wollen wir in die Endrunde.

Wie läuft die Vorbereitung?

Wir hatten am Wochenende unser Trainingslager hier in Canitz. Mit Mittagessen und physiologischer Betreuung. Außerdem haben wir ein Testspiel absolviert. Gegen Hartenfels Torgau gab es ein 6:4. Matti Mischke traf doppelt. Neben Toni Schurig, Mario Lehmann und Robert Lehmann trug sich auch Torwart Nico Rosenkranz per Elfmeter in die Schützenliste ein. Für die Torgauer traf Timo Jäger dreifach.

Das Gespräch führte Jens Jahn.