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Montag, 11.06.2018

Unfallfahrer flüchtet vor der Polizei

Nach dem Crash versteckt sich der Mann in seiner Bischofswerdaer Wohnung. Offenbar wollte er den Grund für den Unfall verschleiern.

Bischofswerda. Sonntagabend in Bischofswerda: Auf dem Altmarkt geht die Stadtparty zu den Schiebocker Tagen in ihre letzte Runde. Keine 300 Meter vom Markt entfernt, auf der Lutherstraße, stehen zur selben Zeit mehrere Polizeiautos und ein Rettungswagen, dessen Besatzung vorsorglich alarmiert worden ist. Ein paar hundert Meter weiter stadtauswärts in Richtung Dresden hat die Feuerwehr vor einem Wohnhaus eine Fahrspur komplett abgesperrt. Das zeitliche Zusammentreffen mit dem Stadtfest ist reiner Zufall. Zwischen Luther- und Dresdner Straße gibt es aber einen Zusammenhang. Beides sind Tatorte an diesem Abend.

Fahrer machte sich nach dem Unfall aus dem Staub

Wie die Polizei am Montag mitteilte, verunglückte ein 26-jähriger Renault-Fahrer am Sonntag gegen 19.20 Uhr auf der Dresdener Straße. Er fuhr stadteinwärts und kam hinter einer Kurve nach links von der Fahrbahn ab. Der Megane krachte gegen mehrere Zaunfelder und anschließend gegen die Fassade eines Doppelhauses. Der Fahrer verletzte sich dabei leicht. Noch ehe die Polizei am Unglücksort eintraf, machte sich der Verursacher aus dem Staub. Doch es gibt einen Zeugen, der das Geschehen beobachtete und die Polizei informierte.

Wenig später konnte der Mann in einem Mehrfamilienhaus an der Lutherstraße ausfindig gemacht werden. Da er den Beamten die Wohnungstür nicht öffnen wollte, musste die Feuerwehr helfen. Die verfügt über spezielle Geräte für Notfallöffnungen, Ziehfix genannt. Damit kann man Türen so öffnen, dass nur der Schließzylinder, nicht aber die Tür zerstört wird.

Staatsanwalt ordnet zwei Blutentnahmen an

Der Grund für die nicht alltägliche Unfallflucht wurde den Polizeibeamten schnell klar, nachdem die Wohnungstür offen stand: Ihnen wehte eine Alkoholfahne entgegen. Ein Test ergab den Wert von umgerechnet 2,4 Promille, erklärte Polizeisprecherin Monika Küttner am Montag. Die Polizisten ordneten in Absprache mit der Staatsanwaltschaft zwei Blutentnahmen an, da der Beschuldigte angab, erst nach dem Unfall den Alkohol getrunken zu haben. Seinen Führerschein behielten die Beamten ein. Er muss sich nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und der Verkehrsunfallflucht verantworten, sagte die Polizeisprecherin. Der Unfallschaden an Zaun, Hausfassade und Pkw wird diesen Angaben zufolge auf mehrere tausend Euro geschätzt. (SZ)