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Montag, 12.03.2018

Und 2019 laufen sie in die Messe

Der Citylauf mit rund 3 500 Teilnehmern ist eine Erfolgsgeschichte. Die Macher sind in Gedanken schon weiter.

Von Tino Meyer

So ein Zieleinlauf in einer dunklen Halle mit lauter Musik und Nebelmaschine setzt besondere Gefühle frei. Spätestens seit dem Probelauf letzte Woche wissen das auch die Citylauf-Organisatoren – und 2019 alle Teilnehmer.
So ein Zieleinlauf in einer dunklen Halle mit lauter Musik und Nebelmaschine setzt besondere Gefühle frei. Spätestens seit dem Probelauf letzte Woche wissen das auch die Citylauf-Organisatoren – und 2019 alle Teilnehmer.

© Laufszene Events GmbH/ René Nicolai

Dresden. Konfuzius sagt: Stillstand ist Rückschritt. Nun sind die Organisatoren des Karstadt sports Citylaufs Dresden selbst eher leidenschaftliche Läufer als schreibtischsitzende Philosophen. Doch Stehenbleiben ist für die einen wie die anderen kontraproduktiv, und dabei geht es nicht mal nur um Bestzeiten oder Teilnehmerrekorde.

Vorankommen ist das Ziel, immer in Bewegung bleiben. Findet auch Reinhardt Schmidt und zieht ausnahmsweise Bilanz. „Vor fünf Jahren sind wir angetreten, den Citylauf noch bekannter zu machen. Mit einem schnellen wie attraktiven Zwei-Runden-Kurs durch die Innenstadt wollten wir noch mehr Läufer anlocken. Dresdens großer 10er sollte es werden – und ist es auch geworden“, sagt der Geschäftsführer der Laufszene Events GmbH, die sich seit 2013 zusammen mit dem Citylaufverein Dresden um die Organisation kümmert.

Rund 3 500 Teilnehmer werden an diesem Sonntag bei der 28. Auflage dabei sein, fast doppelt so viel wie vor fünf Jahren. Und sie werden – das gehört zum Citylauf wie die Frauenkirche zur Stadt – nicht nur aus der unmittelbaren Region kommen. In Dresden beginnt nun mal traditionell die deutsche Straßenlaufsaison. Und die großen und kleinen Fragen sind im Vorfeld demnach für alle gleich, egal ob Topathlet, Hobbyläufer oder Neu- und Wiedereinsteiger, ob Kenianer oder Klotzscher: Wie lief’s im Winter, was macht die Form, welche Ziele und Zeiten sind in diesem Jahr drin?

Antworten liefert der Citylauf, in den auch diesmal die Landesmeisterschaft im 10-km-Straßenlauf integriert ist. Zudem rechnen die Organisatoren mit einigen afrikanischen Läufern, die sich meist erst kurzfristig melden – nach Blick in die Ausschreibung. Stichwort Preisgelder: 300, 200 sowie 100 Euro gibt es für die Top-Drei-Platzierten, und für den Streckenrekord noch einmal 300 Euro extra. Da ist der Abstecher nach Dresden ein verlockender, zumal es an diesem Wochenende kaum andere Wettkämpfe für Spitzenläufer gibt.

Für sie und alle anderen Männer sowie Frauen, die sich zehn Kilometer unter 40 bzw. 45 Minuten zutrauen, gibt es seit dem Vorjahr den sogenannten Elitelauf. „Dieses Konzept, das Überrundungen ausschließt und damit noch schnellere Zeiten ermöglicht, hat sich absolut bewährt. Zum ersten Mal hatten die Läufer die Chance, die Topleute selbst mal rennen zu sehen und anzufeuern. Trotzdem wird es den Elitelauf nun zum zweiten und letzten Mal geben“, meint Schmidt – und erinnert an die Weisheit von Stillstand und Rückschritt. Denn 2019 wagen die Organisatoren eine Veränderung, die ihnen schon längere Zeit vorschwebt – und den Citylauf um ein Alleinstellungsmerkmal erweitert.

Start und Ziel werden dann im Messegelände sein, mit dem Zieleinlauf auf einem roten Teppich in der Messehalle – so wie beim großen Marathon in Frankfurt/Main. „Wir kooperieren mit der Messe Aktiv+Vital, die mit ihrem Angebot perfekt zum Citylauf passt – und andersrum ganz genauso“, sagt Schmidt. Einen Probezieleinlauf hat es in der vergangenen Woche bereits gegeben.

Die genaue Strecke ist noch in Planung, verläuft aber wieder durch die Innenstadt. Auf dem Ein-Runden-Kurs ist dann auch die Problematik des Überrundens hinfällig, die besten Läufer werden wie anderswo üblich an der Spitze des Teilnehmerfeldes stehen. Wie an diesem Sonntag sind dann vermutlich wieder die besten Nachwuchsläufer des Landes am Start, die der deutsche Leichtathletik-Verband ab sofort mit einer fünf Rennen umfassenden Laufserie gezielt fordern und fördern will. Auftakt ist der Citylauf. Dass dabei der Verband die Citylauf-Macher angesprochen hat und nicht umgekehrt, wertet Schmidt als Anerkennung für die Arbeit an der Lauf-Basis in Dresden allgemein und speziell beim Citylauf.

Mit dem 5-km-Lauf, der seit zwei Jahren zum Programm gehört, haben die Organisatoren ebenfalls einen Volltreffer gelandet. Nicht jeder fühlt sich nach der Winterpause schließlich bereit, gleich 10 Kilometer abzuspulen, vielen reicht ohnehin die halbe Distanz. Und offen ist ja außerdem, wie das Wetter wird. So oder so – knapp tausend Läufer gehen auf die 5-km-Runde, die letztmals vom Rathaus in Richtung Semperoper und Terrassenufer über den Hasenberg zurück zum Rathaus führt.

Traditionell, mitreißend, schnell – das Citylauf-Motto, meint Schmidt, beschreibt zugleich die Erfolgsgeschichte. „Von Anfang an findet der Citylauf im Herzen der Stadt statt. Die Strecke ist zum einen amtlich vermessen und flach, also bestzeitentauglich, und zum anderen auch sehr zuschauerfreundlich“, erklärt Schmidt.

Und daran, versichert Schmidt, soll sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Denn Konfuzius sagt außerdem: Der Weg ist das Ziel.

Der Citylauf bietet am Sonntag vier Distanzen: 400-m-Bambinilauf (Start: 8.45 Uhr), Jana-Bürgelt-Schülercup über 3,3 Kilometer (9.20), 5 km (9.40) sowie 10 Kilometer als Elite- und Hauptlauf. (10.30 und 11.30 Uhr). Anmeldungen bis Samstag unter: Citylauf Dresden

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