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Montag, 23.07.2018

Udo Schmuck verlässt die Trainerbank

Von Jürgen Schwarz

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Mit Dynamo gewann Udo Schmuck als Spieler 1982 den FDGB-Pokal (linkes Foto/links neben Torhüter Bernd Jakubowski). 36 Jahre später holte er mit Neustadt den Kreispokal und beendet nun seine Trainer-Laufbahn. Fotos: M. Gröning/M. Förster
Mit Dynamo gewann Udo Schmuck als Spieler 1982 den FDGB-Pokal (linkes Foto/links neben Torhüter Bernd Jakubowski). 36 Jahre später holte er mit Neustadt den Kreispokal und beendet nun seine Trainer-Laufbahn. Fotos: M. Gröning/M. Förster

© Marko Förster

Mit Dynamo gewann Udo Schmuck als Spieler 1982 den FDGB-Pokal (linkes Foto/links neben Torhüter Bernd Jakubowski). 36 Jahre später holte er mit Neustadt den Kreispokal und beendet nun seine Trainer-Laufbahn. Fotos: M. Gröning/M. Förster
Mit Dynamo gewann Udo Schmuck als Spieler 1982 den FDGB-Pokal (linkes Foto/links neben Torhüter Bernd Jakubowski). 36 Jahre später holte er mit Neustadt den Kreispokal und beendet nun seine Trainer-Laufbahn. Fotos: M. Gröning/M. Förster

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Es war ein würdiger Abschluss seiner langen Trainerlaufbahn, denn Udo Schmuck konnte Ende Juni im Sebnitzer Waldstadion den „Pott“ in die Höhe strecken. Der ehemalige DDR-Auswahlspieler gewann mit dem SSV Neustadt das Kreispokalfinale gegen den 1. FC Pirna (2:1). Nun verlässt der 65-Jährige die Trainerbank. „Ich werde meinen fußballerischen Ruhestand genießen, aber so oft es meine Zeit erlaubt, auch weiterhin auf den Plätzen zu sehen sein. Dann aber als Zuschauer“, sagt Schmuck, der seit 1974 mit der ehemaligen Weltklasse-Sprinterin Evelin Kaufer verheiratet ist, die 1972 in München mit der 100-m-Staffel der DDR die olympische Silbermedaille gewann.

Udo Schmuck war als Spieler die Zuverlässigkeit in Person. Zusammen mit Hans-Jürgen Dörner bildete er über viele Jahre ein hervorragend eingespieltes Abwehrduo. Marschierte „Dixie“ nach vorn, hielt ihm Schmuck als Vorstopper den Rücken frei und organisierte die Defensive der Dresdner. Von 1969 bis 1985 trug der Frankenthaler das Dynamo-Trikot, bestritt u. a. 46 Europapokalspiele. Lediglich Hans-Jürgen Dörner, Reinhard Häfner, die jeweils 65 Cupspiele absolvierten, sowie der kleine Gert Heidler (55 Einsätze) betraten öfter die Europapokal-Bühne.

Schmucks EC-Einstand war spektakulär. Am 3. Oktober 1973 gastierte Dynamo nach einem 2:0-Heimsieg zum Rückspiel im Cup der Landesmeister im Turiner „Stadio Communale“. Vor 70 000 Tifosi stürmte „Juve“ unaufhörlich und führte nach einer halben Stunde bereits mit 3:1. Ein weiteres Tor hätte den Italienern zum Weiterkommen gereicht. Udo Schmuck wurde in der 74. Minute für Siegmar Wätzlich eingewechselt – 60 Sekunden später verkürzte Rainer Sachse auf 2:3. Die Turiner waren am Boden zerstört und die Dresdner erreichten mit dem gerade mal 20 Jahre alten Schmuck die nächste Runde – mit ebenfalls unvergesslichen Duellen gegen den FC Bayern München (3:4, 3:3).

Seine Nervenstärke bewies Udo Schmuck fünf Jahre später im gleichen Wettbewerb gegen Partizan Belgrad, als es im Rudolf-Harbig-Stadion im Rückspiel zum Elfmeterschießen kam. Schmuck war der letzte Schütze, traf zum 5:4 und verwandelte die Arena in ein Tollhaus.

Zweimal als Trainer in Meißen

Wenige Wochen nach dem Olympiasieg der DDR-Nationalmannschaft in Montreal (1976) und zwei Tage vor seinem 24. Geburtstag, feierte Schmuck sein Auswahl-Debüt. Die DDR gewann in Bulgarien mit 4:0. Schmuck vertrat Dörner als Libero. Drei Wochen später musste er auch in der WM-Qualifikation gegen die Türkei (1:1) ran. Die Partie stieg in Dresden und auf dem Rasen standen acht Dynamo-Kicker.

Nach einer dreijährigen Pause feierte er ein Auswahl-Comeback. Der Traum von einer WM-Endrunde platzte aber im April 1981 mit einem 0:1 in Chorzow gegen Polen. Einen Rekord kann Schmuck allerdings niemand mehr nehmen, denn keiner bestritt mehr Länderspiele für die DDR-Nachwuchsauswahl (42).

Mit Dresden Udo Schmuck vier Meistertitel und vier Pokalsiege, ging als bester Dynamo-Vorstopper in die Dynamo-Geschichtsbücher ein. Seine Trainertätigkeit begann der Fußballlehrer bei der „Zweiten“ von Dynamo, saß später beim FSV Zwickau, in Pulsnitz, Bischofswerda, Freiberg sowie bei Fortuna Furth/Glösa, Fortuna Chemnitz und in Sebnitz auf der Bank. In Meißen arbeitete Schmuck soagr zweimal. Seine letzte Station in der Domstadt stand aber unter keinem günstigen (Fußball-)Stern. Im September 2014 wurde er nach nur fünfmonatiger Tätigkeit beim MSV beurlaubt. Ganz anders sah das 1989 aus, als Dynamo Dresden seine Reserve „auslagern“ musste. Schmuck ging als deren Trainer mit seinen jungen Spielern zur TSG Meißen und blieb dort bis 1996.

Danach kehrte er zu Dynamo zurück, wurde als Nachfolger von „Hansi“ Kreische Cheftrainer der Regionalliga-Mannschaft. Keine einfache Aufgabe nach dem Zwangsabstieg ein Jahr zuvor. Später führte er den TSV Pulsnitz in die Sachsenliga, saß als Trainer in Bischofswerda, Freiberg, bei Fortuna Chemnitz und in Sebnitz auf dem Trainerstuhl. „Man darf auch stolz sein auf die kleineren Erfolge. Als Trainer in Freiberg habe ich auch schon mal ein Pokal-Finale gewonnen. Und mit Fortuna Chemnitz sowie Fortuna Furth Glösa bin ich jeweils in die Landesliga aufgestiegen“, berichtet der stets faire Sportsmann.

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