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Samstag, 15.09.2018

Turnhalle im Weinberg ist möglich

Pächter, Stadt und Meißner CDU stellen klar: Die Verträge zum Ratsweinberg sind nicht neu, der Standort kommt doch infrage – zwei andere aber auch.

Von Marcus Herrmann

Blick vom Turm des Franziskaneums auf den Ratsweinberg. Das Weinanbaugebiet gehört der Stadt, wird aber an die Winzergenossenschaft verpachtet. Der Vertrag besteht indes schon länger und bedeutet nicht automatisch, dass eine Sporthalle hier nicht errichtet werden kann. Bis Jahresende soll Klarheit herrschen, wo gebaut wird.
Blick vom Turm des Franziskaneums auf den Ratsweinberg. Das Weinanbaugebiet gehört der Stadt, wird aber an die Winzergenossenschaft verpachtet. Der Vertrag besteht indes schon länger und bedeutet nicht automatisch, dass eine Sporthalle hier nicht errichtet werden kann. Bis Jahresende soll Klarheit herrschen, wo gebaut wird.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Einige Aufregung bei zahlreichen Meißner Bürgern und Lehrern des Gymnasiums Franziskaneums hatten Medienberichte nach der Sondersitzung des Stadtrates Anfang September erzeugt. So hatte auch die SZ den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Falk Werner Orgus, mit der Aussage zitiert, wonach OB Olaf Raschke (parteilos) den Pachtvertrag für die Fläche am Ratsweinberg kürzlich um weitere 25 Jahre verlängert hätte.

Diesen Alleingang, der gleichzeitig die dringend benötigte neue Sporthalle für das Franziskaneum vor der eigenen Haustür in weite Ferne zu rücken schien, hat es aber gar nicht gegeben.

Wie am Freitagmittag der Chef der Winzergenossenschaft Lutz Krüger, die Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Bianca Wunderwald sowie Olaf Raschke gemeinsam klarstellten, war die Aussage von Falk Werner Orgus falsch. Raschke konnte sie nicht unmittelbar klarstellen, weil er zu der besagten Sitzung selbst nicht anwesend war. „Wir bedauern die nicht richtige Information. Wie sie so zustande kommen konnte, wissen wir im Moment noch nicht“, sagte Bianca Wunderwald.

Tatsächlich sei es so, ergänzte Lutz Krüger, dass die Anbaufläche am Ratsweinberg seit 1982 oder sogar noch früher durch die Weinanbauer bewirtschaftet werde und es schon damals einen Pachtvertrag gegeben habe. „Dieser ist nach einem Beschluss des Stadtrates von 2012, wonach mehrere Einzelverträge über Pachtflächen zu einem Generalvertrag vereinheitlicht werden sollten, überarbeitet und drei Jahre später mit der Stadt abgeschlossen worden“, sagte er. Seitdem gebe es keinen neuen Vertrag zwischen der Stadt Meißen und der Winzergenossenschaft. Der alte habe weiter Bestand und gelte bis 2031. „Somit ist eine eventuelle Sporthalle für das Franziskaneum auf der Fläche auch nicht ausgeschlossen. Wir sind grundsätzlich für alle Lösungen ansprechbar.“ In diesem Zuge erinnerte Krüger an eine ähnliche Situation vor einigen Jahren bezüglich der Freien Werkschule und Gebäuden am Crassoberg. Auch hier habe man eine befriedigende Lösung gefunden.

Nichtsdestotrotz müsse nun geprüft werden, ob am Ratsweinberg überhaupt Baurecht geschaffen werden kann, ob die Weinanbauböden einen Sporthallenneubau nicht zu sehr erschwerten und was der Denkmalschutz über Pläne zur Errichtung einer Turnhalle sagt. Laut des Meißner Stadtoberhauptes sei vor kurzem eine Bauvoranfrage für das Weinfeld in die Wege geleitet worden. So solle geklärt werden, ob auf dem zur landwirtschaftlichen Nutzung ausgewiesenen Land überhaupt eine Sporthalle gebaut werden dürfe. Dazu sei dann auch der Flächennutzungsplan zu ändern. Neben dem städtischen Grundstück am Franziskaneum gebe es noch zwei weitere, die die Stadt als Standort für eine Sporthalle ins Auge gefasst habe.

„Diese befinden sich in Privateigentum. Wir sind mit den Eigentümern im Gespräch“, sagte Raschke. Er kündigte an, dass bis Ende des Jahres Klarheit bestehen soll, an welcher Stelle die dringend benötigte Halle neu errichtet werden soll.

Zudem habe die Stadt die Sanierung der Weinbergschule (Haus B) auf dem Campus des Franziskaneums fest eingeplant. Auch hier soll bis Ende 2018 ein konkreter Plan zur Sanierung stehen. Wichtig sei zudem, dass das Amt für Schule und Bildung in Dresden, zeitnahe die Schulnetzplanung fortschreibe und die Stadt den prognostizierten Bedarf an Schulplätzen erfährt.

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