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Montag, 06.08.2018

Tropische Hitze, coole Fahrer, schnelle Rennen

Von Reiner Seifert

Vater und Sohn aus Tschechien: Jiri und Voijtech Huml fahren mit ihrer König 700 für das Team Riedel.Foto: tompic
Vater und Sohn aus Tschechien: Jiri und Voijtech Huml fahren mit ihrer König 700 für das Team Riedel.Foto: tompic

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Die 40. Auflage des Lückendorfer Bergrennens seit 1923 stand kurz vor der Absage. „2003 hatten wir nach wochenlangem, trockenem Sommerwetter mit hohen Temperaturen eine ähnliche Situation und die Durchführung des Bergrennens stand damals ebenfalls auf der Kippe“, erinnert sich Rennleiter Frank Liebich. Die in diesem Jahr extrem lange Trockenzeit verlangte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. „Ein 20 000 Liter fassender Wassertank und ein großes Tanklöschfahrzeug im Fahrerlager sowie die in Bereitschaft stehenden Feuerwehren aus Zittau, Hartau, Eichgraben, Lückendorf/Oybin und Hradek, ein generelles Rauch- und Grillverbot. Darüber hinaus war jeder Rennfahrer verpflichtet, Feuerlöscher mitzubringen, was auch kontrolliert wurde“, nannte Rennleiter Liebich nur einige Maßnahmen.

Tausende begeisterte Zuschauer bekamen an zwei Ü30-Temperaturtagen spektakulären Motorsport in 18 Motorrad-, Gespann-, Tourenwagen-. Sport- und Rennwagenklassen sowie interessante Einblicke im offenen Fahrerlager geboten. Beim einzigen vom DMSB lizenzierten Bergrennen für Motorräder wurden nicht wie seit 2014 nur für Renngespanne, sondern für alle Motorradklassen (außer der Klasse 1 – Motorräder bis Bj. 1946), Geschwindigkeitsrennen ausgetragen. Darüber hinaus erfolgte in allen Motorrad- und Automobilklassen eine Wertung im Gleichmäßigkeitsfahren. Zu den Höhepunkten zählten die Finalläufe für Renngespanne bis Baujahr 1994 um den Internationalen Deutschen Bergpreis (IDB). „Mit 21 Teams aus Österreich, Frankreich, Tschechien Serbien, der Schweiz und Deutschland fand das Finale eine starke Besetzung“, informierte IDB-Cheforganisator Klaus Riedel. Jiri (57) und Vojtech (22) Huml aus dem tschechischen Pribram gewannen in der IDB-Klasse 2 (Renngespanne bis Bj. 1978, 4-Taktmotoren bis 1 000 ccm, 2-Taktmotoren bis 750 ccm) die bisher ausgetragenen vier Wertungsläufe in Landshaag und Julbach. Das Vater-Sohn-Gespann ließ am Sonnabend auch am Lückendorfer Berg nichts anbrennen und erzielte mit 1:44,02 Minuten die schnellste Zeit in seiner Klasse. Jiri Huml war 32 Jahre im Motocross und Sidecarcross aktiv, wechselte 2010 in den klassischen Seitenwagensport und nahm 2014 seinen Sohn mit ins „Boot“. Die Humls, beide Automechaniker mit eigener Werkstatt, gehören in Tschechien zu den besten drei Classic-Seitenwagenfahrern. Seit dieser Saison starten die Humls mit ihrem König-Gespann (Bj. 1978) für das Team „Klaus Riedel Motorsport“ aus Dürrhennersdorf. „Wir sind mit den Humls seit Jahren gut befreundet und haben in der Vergangenheit so manch spannenden Zweikampf ausgetragen. Wir profitieren voneinander“, erzählt Teamchef Klaus Riedel, der bis 2016 noch selbst in der Klasse 2 startete. Vom Lückendorfer Bergrennen sind die Humls immer wieder begeistert: „Eine sehr anspruchsvolle und interessante, nicht ganz ungefährliche Strecke mit Spitzengeschwindigkeiten bis weit über 200 km/h.“

Für die schnellste Zeit bei den Renngespannen sorgten die Führenden in der Klasse 3 (F1- und F2- Gespanne bis Bj. 1994, max. 1 100 ccm) Peter und Helga Gierlinger. Das Ehepaar aus dem bayerischen Kirchweidach meisterte im HallerRotax-Gespann (Bj. 1982) die 3,65 Kilometer lange Strecke in 1:39,93 Minuten, gefolgt von den Lokalmatadoren Matthias Ansorge/Dirk Lüttke (Cunewalde) vom Team „Riedel Motorsport“ mit einem Yamaha Windle-Gespann (Bj. 1984) in 1:43,72 Minuten. In der Klasse 1 (bis Bj. 1975, 2- und 4-Takt, Luftgekühlt. max. 750 ccm) waren Andreas Kunz/Niklas Reichhardt (Lichtenstein) im BMW R695 Kneeler-Gespann (Bj. 1965) in 1:59,51 Minute die Schnellsten, gefolgt von den Gesamtführenden dieser Klasse, den Franzosen Jean Paul Steiner/William Steiner im BMW Boll Seitenwagen (Bj. 1970) in 2:01,21 Minuten. Die vom Passauer Fritz Behringer und seinem Co-Piloten Joachim Reichert seit 2014 gehaltene Bestzeit von 1:37,8 Minuten (132,4 km/h) blieb in den Seitenwagenklassen erneut unangetastet.

In den Motorradklassen fanden am Sonnabend nur Vorläufe statt. Die endgültigen Zeiten und Platzierungen standen erst am Sonntagabend nach dem Redaktionsschluss dieser Seite fest. Der Sturz eines Motorradfahrers in der schwierigen, letzten Kurve vor dem Ziel blieb glücklicherweise ohne ernsthaftere Verletzungen.