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Montag, 17.09.2018

Triathlon-Start nach heftigem Verkehrsunfall

Von Mirko Kolodziej

Sebastian Noack, Karolin Zieris und Andreas Fank starteten beim Ironman in Binz in der Rennserie 70.3 als Staffel und waren von der Atmosphäre begeistert.Foto: privat
Sebastian Noack, Karolin Zieris und Andreas Fank starteten beim Ironman in Binz in der Rennserie 70.3 als Staffel und waren von der Atmosphäre begeistert.Foto: privat

Hoyerswerda. Während die Stadt ihr Stadtfest feierte, haben sich die Hoyerswerdaer Karolin Zieris und Andreas Frank sowie ihr aus Hoyerswerda stammender Chemnitzer Freund Sebastian Noack in Binz auf Rügen sportlich betätigt. Sie hatten bei einem Preisausschreiben der Stralsunder Störtebeker-Braumanufaktur einen Staffel-Startplatz beim Ironman-Triathlon gewonnen.

Der TAGEBLATT-Beitrag, der vor zehn Tagen dazu erschien, sorgte an der Ostsee für eine ungeahnte Begegnung. Bei einem Spaziergang vor dem Wettkampf rief jemand aus einer Gruppe wildfremder Leute: „Da ist er ja“, berichtet Andreas Frank. Wie sich herausstellte, handelte es sich in der Tat um hiesige Zeitungsleser. Noch kurz zuvor hatte das Team jedoch stark gewackelt. Sebastian Noack war drei Tage vor dem Start in Chemnitz mit seinem Fahrrad in einen Unfall verwickelt. Es gab viel Blut und eine Jochbeinprellung. Seine Mannschaftskameraden überlegten schon, wie er wohl kurzfristig zu ersetzen sein könnte. Dank Schmerzmitteln ging es dann aber doch.

„Binz hatte eine Atmosphäre wie ein olympisches Dorf“, schwärmt Andreas Frank, der das als ehemaliger Paralympics-Schwimmer einschätzen kann. Seine Partnerin Karolin Zieris hatte mit 1,9 Kilometern in der 19 Grad kühlen Ostsee den Staffel-Auftakt zu absolvieren. „Im Neoprenanzug ging‘s“, sagt sie. Die gefürchtete Begegnung mit einer Qualle blieb nicht aus. Mitten im Gesicht war‘s besonders unangenehm. Nach 39 Minuten war sie aus dem Wasser und übergab an Radfahrer Sebastian Noack, der sich gegen inzwischen aufgekommenen Wind samt Sandwolken durchzusetzen hatte. Einige andere Starter landeten im Straßengraben. Die 90 Kilometer waren für Noack in 2:32 Stunden bewältigt. Andreas Frank machte dann als Läufer die Erfahrung, dass Binz hügelig ist. Der Klünderberg war im Verlauf des Halbmarathons von jeder Seite her zweimal zu nehmen. Nach 1:47 Stunden war Frank jedoch im Ziel. Insgesamt reichte es für den zehnten Platz unter den 54 Mix-Staffeln.

Getroffen haben die drei in Binz nicht nur unbekannte Fans, sondern auch einen Einzelstarter aus Weißkollm. Sebastian Kern wurde in seiner Altersklasse unter 132 Startern Siebzigster.

Ungeahnt hat das Wochenende auch noch ein sportliches Nachspiel. Bei der Rückreise machten die beiden Hoyerswerdaer in Stralsund Rast in der Gaststätte der Störtebeker-Brauerei und kamen mit dem Marketingchef des Unternehmens ins Gespräch, zeigten sich begeistert. Karolin Zieris erwähnte, dass sie sich nach ihrem Einzelstart über die olympische Distanz beim Knappenman durchaus eine Ironman-Einzelpremiere in Binz vorstellen kann. „Mein Ziel sind unter sechs Stunden“, meinte sie. Nun gibt es dazu eine Art Wette mit dem Marketingchef. Wenn’s mit der Anmeldung klappt, steht also ein Solo-Start an.