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Mittwoch, 10.10.2018

Treffen mit Karpfen und Königin

Das Fisch- und Waldfest Ende Oktober am Schlossteich in Moritzburg bietet neben dem Fischzug noch viele andere Erlebnisse. Auch mit Säge.

Von Ines Scholze-Luft

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Fürs Fisch- und Waldfest Moritzburg am 27./28. Oktober präsentiert Fischkönigin Lisa I. schon mal einen Karpfen.
Fürs Fisch- und Waldfest Moritzburg am 27./28. Oktober präsentiert Fischkönigin Lisa I. schon mal einen Karpfen.

© Norbert Millauer

Holzbildhauer Enrico Kletke bei der Arbeit.
Holzbildhauer Enrico Kletke bei der Arbeit.

© Norbert Millauer

Moritzburg. Ja, das Abfischen findet statt. Und ja, wie geplant am letzten Oktoberwochenende am Schlossteich in Moritzburg, im Rahmen des traditionellen Fisch- und Waldfestes.

Ein Pressegespräch in Vorbereitung des Festes lässt keine Zweifel. Die entstanden vermutlich bei einigen Medien durch das Missverständnis einer Information aus der Teichwirtschaft Moritzburg. Das Abfischen müsse verschoben werden, hatte es da geheißen. Gemeint war nicht speziell das am Schlossteich, sondern das Abfischen allgemein. Es hätte Ende August beginnen müssen, dauert mehrere Wochen und betrifft alle 24 bewirtschafteten Teiche.

Henry Lindner, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Moritzburg GmbH, verweist auf das turbulente Jahr 2018. Auf den ungünstigen Start mit vereisten Wasserflächen just zu dem Zeitpunkt, als die jungen Fische eingesetzt werden sollten. Dann kamen die Teichfischer kaum hinterher mit der Arbeit. Mussten das Füttern aber später fast einstellen, aufgrund hoher Wassertemperaturen um die 30 Grad und dadurch bedingt zu wenig Sauerstoff, den der Karpfen braucht, um die Nahrung zu verdauen.

Deshalb konnten die Tiere wahrscheinlich nicht so richtig an Gewicht zulegen. Weil auf Probefänge verzichtet wurde, wird sich erst noch zeigen, wie die Fische gewachsen sind. Da bisher in den Hälterbecken am Bärnsdorfer Firmensitz der Teichwirtschaft zu wenig Wasser war, kann das Abfischen erst jetzt starten. Nächste Woche ist der Frauenteich dran, dann Mittel- und Sophienteich. Der Abfisch-Plan, eigentlich im Juni fertig, wurde nun neu erstellt, sagt Henry Lindner.

Zum Fisch- und Waldfest wünscht er sich wie alle Beteiligten schönes Wetter. Ansonsten könne es die nächsten acht Wochen durchweg regnen. Doch auch wenn es zu trocken wäre, würde sich auf jeden Fall eine Abfisch-Möglichkeit am Schlossteich finden. Den Fischzügen – vier gibt es an jedem der beiden Festtage – steht also nichts im Weg, macht Geschäftsführerin Gundula Bleul von der Kulturlandschaft Moritzburg (KLM) klar. Entertainer und Schauspieler Alf Mahlo sowie Teichwirtschaftschef Lindner moderieren diesen Festhöhepunkt. Nicht zuletzt ist Sachsens Fisch- und Waldkönigin Lisa I. dabei. Frischfischverkauf und Fischversteigerung dürfen ebenso wenig fehlen wie das Showkochen im Festzelt. Wo Koch Daniel Fischer am Sonnabend von Sachsens Weinprinzessin Katrin Hecht unterstützt wird.

Auch 2018 wird Bewährtes und Beliebtes durch Neues ergänzt. Gundula Bleul nennt nicht nur das neu gestaltete Festzelt. Auf dem Schlossparkplatz kommt zum Holzriesenrad eine Schiffsschaukel dazu. Das Festgelände reicht erstmals über die Straße „Markt“ bis zu Adams Gasthof, wo die historische Fahrradgruppe Weinböhla ebenso zu bewundern ist wie die „Menschinen“ der Pantomimen um den aus Großenhain stammenden und jetzt in Berlin arbeitenden Künstler Rocco Menzel. Entlang des Schlossteichs sind die Stelzenläufer Baumpiper und Wasserlicht unterwegs. Auf der Schlossterrasse warten ein königlicher Empfang bei Fischkönigin Lisa I., außerdem Fechtkunst, Musik mit Krambambuli, eine Begrüßung durch Aschenbrödel.

Jede Menge Erlebnisse werden auch für die Besucher des Waldfestes auf dem Schlossparkplatz vorbereitet. Darunter Jagdhornkonzert und Jagdhundeschau. Holzkunsthandwerker beweisen ihr Können. Wie Holzbildhauer Enrico Kletke. Der 44-Jährige war zum Pressetermin extra aus Mittweida angereist, um zu zeigen, wie seine Werke entstehen. In dem Fall mithilfe der Motorkettensäge. Ein Blumenständer mit Käuzchen und Tanne soll es werden, aus Birke. Zum Fest will er ihn fertigstellen. Außerdem gibt es beim Waldfest viele Beratungsmöglichkeiten. Zu Fragen des eigenen Waldes, der Forstwirtschaft allgemein. Und speziell zu Pilzen und Kräutern.

Wer sich dann im Rüdenhof ein wenig ausgeruht oder eher aktiv in Bogenschießen und Strickleiterklettern versucht hat, kann der Greifvogelschau auf der Schlossparknordseite zuschauen oder begutachten, was die über 100 Händler und Gastronomen auf dem Festgelände anbieten.

Leckerer Tipp: die Moritzburger Fischsemmel. Auch eine Neuheit. Tourismusmanagerin Kristina Kroemke (KLM) zufolge als Idee im Gespräch mit Alf Mahlo entstanden. Die Moritzburger Bäckerfamilie Schultze – Kaffeestube am Roßmarkt – hat das Vorhaben unterstützt und ein Brötchen kreiert, das tatsächlich aussieht wie ein Fisch. Die Teichfischer steuern die Fischbulette bei, verkauft wird die Semmel am Stand der Teichwirtschaft. In kleiner Auflage. Da müssen sie sich beeilen, die je nach Wetter erwarteten bis zu 35 000 Besucher.

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