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Montag, 13.08.2018

Traum vom eigenen Café mit Hofladen

Warum leben Sie gern hier, was macht Ihr Leben reich? Antworten darauf gibt heute: Stefanie Wenda

Von Silke Richter

Daumen hoch für den Knappensee! Stefanie Wenda glaubt trotz Sperrung auch weiterhin an die Entwicklung „ihres“ Sees. Die 25-Jährige ist aber auch in Hoyerswerda anzutreffen, so wie hier im Park am Martin-Luther-King-Haus. Foto: Silke Richter
Daumen hoch für den Knappensee! Stefanie Wenda glaubt trotz Sperrung auch weiterhin an die Entwicklung „ihres“ Sees. Die 25-Jährige ist aber auch in Hoyerswerda anzutreffen, so wie hier im Park am Martin-Luther-King-Haus. Foto: Silke Richter

Koblenz. Ein Rückblick: Mal kurz durch den heimischen Garten; einen kleinen Weg hinuntergelaufen – und schon steht Stefanie Wenda am Ufer des Knappensees. Baden, Tretboot fahren, im Wasser und am Strand Spaß mit Freunden haben ...

Aber: All das ist seit März 2014 Geschichte. Ein großer Sperrzaun gleich hinter dem Garten von Familie Wenda verhindert ein Durchkommen und erlaubt den Blick aufs Wasser und auf die romantisch angehauchten Sonnenuntergänge am Horizont nur noch durch das Metallgeflecht. Stefanie Wenda macht dieser Zustand traurig. Die 25-Jährige verbindet mit „ihrem Haus-See“ vor allem viele schöne Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit mit tollen Spielplätzen, einem schönen Rutschenpark auf der Groß Särchener Seite, zahlreichen Eiskiosken die an fast jeder Ecke zu finden waren und vor allem vielen Besuchern, Campern und Touristen. Da wo einst das pure Leben pulsierte, Menschen ihren Urlaub und ihre Freizeit verbrachten, ist es seit vier Jahren rund um die Uferbereiche recht still und einsam geworden, um die als notwendig erachteten Sanierungsarbeiten durchführen zu können. Ähnlich wie die Bürgerinitiative die „Knappensee – Rebellen“ ist auch Stefanie Wenda der Meinung, dass eine sanfte Sanierung mit weiterer eingeschränkter Nutzung des Sees durchaus sinnvoller gewesen wäre. „Der Knappensee ist mein Lieblingssee im Lausitzer Seenland. Hier ist es im Gegensatz zu den jüngeren Seen schön schattig und die Wasserfläche ist auch nicht so riesig, sondern überschaubar. Schade was jetzt daraus geworden ist. Hier wurden Existenzen zerstört“, meint Stefanie Wenda über den ehemaligen Tagebau, der in den 1950er-Jahren zum Knappensee umfunktioniert wurde. Die 25-Jährige hofft nach Freigabe des Knappensees auf eine Wiederbelebung, die sich positiv und nachhaltig entwickelt. Es lohne sich jedenfalls trotz aller Probleme in der Region zu bleiben und hier auch alt zu werden. Diese Vorstellung gefällt der 25-Jährigen. Denn die Koblenzerin identifiziert sich gern mit dem ländlichen Leben. Sie liebt die Feldarbeit und das Traktorfahren. Herrlich sei es, die Heu- und Strohballen gemeinsam vom Feld in die Scheune zu fahren und einzulagern, mit ihrem Bruder an einem Trabant und anderen alten Fahrzeugen zu werkeln und zu schrauben, sich mit Gleichaltrigen nach getaner Arbeit spontan zum Grillen zu verabreden. Nicht zu vergessen die Koblenzer Schlepperfreunde, bei denen Stefanie Wenda Mitglied ist. Der Verein hat auch in diesem Jahr das für das Dorf wohl größte jährliche Event, das nunmehr 15. Schleppertreffen erfolgreich organisiert und arbeitet jetzt schon auf die 600-Jahr-Feier von Koblenz hin, die 2019 gefeiert wird. Auf all das möchte die junge Frau nicht mehr verzichten. Stefanie Wenda ist deshalb auch sehr froh darüber in Wittichenau eine Ausbildungsstelle zur Friseurin gefunden zu haben. „Das war großes Glück. So konnte ich hier in der Region bleiben und musste nicht umziehen“, denkt die Friseurin dankbar zurück, die vor einiger Zeit im Salon „Verlockend“ bei Franziska Droge in Groß Särchen eine Festanstellung bekommen hat. Und dennoch träumt sie von einem eigenen Café mit Hofladen und ganz vielen Tieren „Der Knappensee muss doch wieder mit Leben erfüllt werden“, blickt Stefanie Wenda optimistisch in die Zukunft.