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Montag, 12.03.2018

Tragischer Unfall hat ein Nachspiel vor Gericht

Zwei Rentnerinnen werden an der B 6 in Großharthau von einem Auto erfasst. Die Fahrerin ist der fahrlässigen Tötung angeklagt.

© Uwe Soeder

Großharthau/Bautzen. Es ist schon dunkel an diesem frühen Abend des 8. November 2016. Gegen 18.45 Uhr verlassen zwei betagte Seniorinnen nach einer Veranstaltung das Hotel „Kyffhäuser“ in Großharthau. Die 87 und 88 Jahre alten Frauen wollen die B 6 zum bereitstehenden Bus auf der anderen Straßenseite überqueren. Dabei werden sie von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Eine der beiden Frauen erliegt wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Jetzt muss sich die 46-jährige Autofahrerin dafür vor dem Bautzener Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr fahrlässige Tötung vor. Der genaue Unfallhergang allerdings ist lange Zeit ungeklärt. Ende April 2017 stellen die Ermittler des Zentralen Unfalldienstes der Görlitzer Polizeidirektion den Unfall deshalb gemeinsam mit Zeugen und Beteiligten an Ort und Stelle nach. Sie erhoffen sich auf diese Weise vor allem Antworten auf die Fragen, wer schuld an dem tragischen Geschehen ist, und ob es möglicherweise hätte verhindert werden können.

Nach dem Unfall werden in Großharthau die schon seit Langem geführten Diskussionen um die Verkehrssicherheit im Ort laut. Der Unfallort an der stark befahrenen Bundesstraße gilt als Gefahrenstelle. Die Straße ist kurvig, es gibt mehrere Einmündungen, Grundstücksausfahrten und das gut besuchte Hotel. Großharthauer Einwohner fordern deshalb schon seit Jahren Maßnahmen für mehr Sicherheit, beispielsweise Tempo 30. Das aber ist für eine Bundesstraße sehr unwahrscheinlich. „Es würde schon reichen, wenn sich bei der Ortsdurchfahrt wirklich jeder an Tempo 50 hält“, sagt Großharthaus Bürgermeister, Jens Krauße. Seit dem Unfall gibt es an der Stelle jetzt einen Verkehrsspiegel, der sowohl für die Fußgänger als auch für die Autofahrer eine bessere Sicht auf die Verkehrssituation ermöglichen soll. Im Plan ist auch der Bau einer Verkehrsinsel vor dem Hotel, die den Verkehr beruhigen und den Fußgängern das Überqueren der Straße erleichtern soll. Einen Termin für den Baubeginn gibt es aber noch nicht. (SZ/ju)

Mittwoch, 14. März, 13 Uhr, Amtsgericht Bautzen