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Donnerstag, 18.10.2018

Tony Schmidt ist kaum zu bremsen

Der Mittelfeldmotor ist bei Budissa nicht wegzudenken, droht aber für die Partie bei Optik Rathenow auszufallen.

Der Bautzener Tony Schmidt (vorn) setzt sich hier gegen Adli Lacheb durch und erzielt den 1:1-Ausgleichstreffer im Mai-Auswärtsspiel bei Germania Halberstadt.
Der Bautzener Tony Schmidt (vorn) setzt sich hier gegen Adli Lacheb durch und erzielt den 1:1-Ausgleichstreffer im Mai-Auswärtsspiel bei Germania Halberstadt.

© Torsten Zettl

Fußball. Nach dem Pokal-Wochenende steht der 13. Spieltag in der Fußball-Regionalliga an. Der Bischofswerdaer FV (10.) erwartet am Sonnabend ab 15 Uhr Tabellennachbar BFC Dynamo, der einen Zähler mehr auf dem Konto hat. Bereits ab 13.30 Uhr gastiert die FSV Budissa Bautzen (11.) beim Schlusslicht in Rathenow. Trainer Torsten Gütschow hofft, dass offensiv nicht zu viel auf den Schultern von Tony Schmidt lastet.

Der 1,74 Meter große Mittelfeldmotor war bisher fast an jeder Angriffsaktion der Spreestädter beteiligt. Der gelernte Automobilkaufmann bringt die Erfahrung von 57 Drittligaspielen für Dynamo Dresden und den Halleschen FC sowie insgesamt 171 Regionalligapartien (45 Tore) ein. Vor dem Gastspiel in Rathenow stellte sich der gebürtige Dresdner, der noch einen älteren Bruder und zwei jüngere Schwestern hat, der SZ zu einem ausführlichen Interview.

Herr Schmidt, das Pokalspiel in Plauen war eine knappe Sache und Sie haben sich verletzt. Wie sieht es aus?

Es war die erwartet schwere Partie. Nach dem 1:0 waren wir zu passiv. Unser Torwart Maik Ebersbach war entscheidend. Die Moral stimmte bei uns, die Souveränität nach dem 1:0 allerdings nicht mehr. Daran müssen wir arbeiten. Ich habe mir eine Zerrung zugezogen, keinen Muskelfaserriss. Es wird trotzdem knapp bis zum Spiel.

Was sagen Sie zum Achtelfinal-Gegner?

Eigentlich hatte ich auf ein Heimspiel gehofft, aber mit Stahl Freital haben wir eine lösbare Aufgabe. Es hätte schlimmer kommen können, aber unterschätzen sollte man kein Team im Achtelfinale.

Budissa hat nach zwölf Spielen 14 Punkte auf dem Konto und steht auf einem Nichtabstiegsplatz. Zufrieden?

Wenn man ehrlich ist, könnte man sagen, dass wir vier oder fünf Zähler mehr auf dem Konto haben müssten. Das ist jedoch der Unerfahrenheit der jungen Mannschaft geschuldet. Uns haben zahlreiche Stammspieler wie Franz Pfanne, Paul Milde und Tobias Heppner verlassen. Das ersetzt ein Verein wie Budissa nicht so einfach.

Sie waren in der Vorsaison mit 13 Treffern der erfolgreichste Bautzener Torschütze. Schaffen Sie die Quote erneut?

Klar, die 13 Tore waren super, daran muss ich mich messen lassen. Jedoch wissen die Gegner auch um meine Torgefährlichkeit. Aber auch Vorlagen sind wichtig, da ist es egal, wer die Tore macht.

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf ihres Teams?

Die größten Reserven haben wir in der Konstanz. Wir machen gute Spiele und eine Woche später zu viele individuelle Fehler. Das kostet uns Punkte, wird sich im Verlauf der Saison aber noch bessern.

Rathenow gewann das erste Spiel gegen Neugersdorf, holte dann aber nur noch einen Punkt aus elf Partien. Ist Budissa am Sonnabend der Favorit?

Nein. Auch die Rathenower haben starke Spiele gemacht und zum Teil unglücklich verloren. Wir müssen uns dort auf unsere Stärken besinnen und wollen die drei Punkte mitnehmen. Ich versuche alles, um dabei auf dem Rasen helfen zu können.

Trainer Torsten Gütschow sagt, auf Ihren Schultern lastet offensiv zu viel. Empfinden Sie das auch so?

Für mich ist das keine unangenehme Situation. Ich brauche den Druck, um gut spielen zu können. Jedoch wird es für diese Saison wichtig sein, dass auch andere Spieler mehr in den Vordergrund treten. Mit Michael Schlicht und Denny Krahl haben sich da zwei Neuzugänge gut eingebracht.

Was überrascht Sie in dieser Saison bisher am meisten?

Dass der Verein auch in teilweise unruhigen Phasen das Ohr an der Mannschaft hat und somit das Gefühl vermittelt, dass alle immer an uns und den Erfolg glauben.

Stimmt es, dass Sie im Nachwuchs bei Budissa als Übungsleiter arbeiten?

Richtig, ich trainiere ein- bis zweimal pro Woche die C1-Junioren gemeinsam mit einem Trainerteam um Jens Larisch. Es macht wirklich viel Spaß, die Jungs auf ihrem Weg zu unterstützen.

Haben Sie mal durchgezählt, wie viele Trainer Sie im Männerbereich schon hatten?

Nein, ich habe die Trainer nicht gezählt. Aber Ruud Kaiser bei Dynamo Dresden ist mir positiv in Erinnerung geblieben.

War einer dabei, mit dem Sie gar nicht konnten?

Ja, Dirk Berger in Plauen. Er war aber nur ein halbes Jahr beim VFC.

Sie kamen im Vorjahr aus Koblenz. Gibt es noch Kontakt zum Verein?

Der Kontakt mit Koblenz ist nie abgerissen. Ich habe mit vielen Spielern und Verantwortlichen Kontakt. Es war eine sportlich erfolgreiche Zeit und privat sehr schön da.

Wer steigt auf und wie wird die Reihenfolge im Kampf um die interne Ostsächsische Meisterschaft lauten?

Den Aufstieg wird Chemnitz keine Mannschaft mehr nehmen können. Es ist beachtlich, was da in der kurzen Zeit nach dem Abstieg entstanden ist. Der Ostsächsische Meister wird aus Bautzen kommen.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz