• Einstellungen
Samstag, 14.07.2018

Tempo 30 wird kaum eingehalten

Seit etwas mehr als zwei Wochen rollt der Umleitungsverkehr über die Ritterstraße. Es gibt positive Meinungen, aber auch Kritik.

Von Sylvia Jentzsch

Wegen der gesperrten Brücke an der Straße des Friedens verläuft die Umleitung über die Ritterstraße. Bisher gibt es keine Beschwerden. Nur die Geschwindigkeitsbegrenzung wird von vielen Kraftfahrern missachtet. Deshalb wird es Kontrollen geben und eine Geschwindigkeitsmesstafel aufgestellt. Vom regen Geschäftstreiben auf der Ritterstraße können sich die Gäste beim Ritterstraßensommer am 19. August überzeugen.
Wegen der gesperrten Brücke an der Straße des Friedens verläuft die Umleitung über die Ritterstraße. Bisher gibt es keine Beschwerden. Nur die Geschwindigkeitsbegrenzung wird von vielen Kraftfahrern missachtet. Deshalb wird es Kontrollen geben und eine Geschwindigkeitsmesstafel aufgestellt. Vom regen Geschäftstreiben auf der Ritterstraße können sich die Gäste beim Ritterstraßensommer am 19. August überzeugen.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Die Verkehrsführung über die Ritterstraße läuft bisher besser, als zu vermuten war. Das ist die Meinung vieler Geschäftsinhaber an der Ritterstraße. Aber alle bemängeln, dass viele Kraftfahrer die Geschwindigkeitsbe- grenzung von 30 Kilometern in der Stunde nicht einhalten. Da helfen weder das entsprechende Verkehrsschild „Zone 30“ noch das gelbe Hinweisschild „Fußgänger zuerst“, das die Mitglieder der Initiative der Ritterstraße, der Mieter, Händler und Anwohner angehören, an den Kegelbrüdern aufgestellt haben.

„Ich habe den Eindruck, dass die meisten Autofahrer auf ihr Recht auf Vorfahrt gegenüber dem Fußgänger pochen, sie von der Möglichkeit, das durchzusetzen, reichlich Gebrauch machen. Das trifft nicht nur auf die Ritterstraße zu, aber eben auch“, so Sven Weißflog, Geschäftsmann und Stadtrat. Dabei sei es in vielen Fällen so einfach, einmal anzuhalten und die Fußgänger über die Straße zu lassen oder ein ausparkendes Fahrzeug herauszulassen. „Es wäre schön, wenn sich die Autofahrer umsichtig verhalten“, so Weißflog.

„Das Ordnungsamt nimmt bereits in diesem Bereich Geschwindigkeitsmessungen vor“, sagte Thomas Mettcher, Sprecher der Stadt. Dort, wo es die Fahrbahneinengung gibt, soll in der nächsten Woche eine Geschwindigkeitsmesstafel aufgestellt werden. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Die Kraftfahrer gehen dann doch eher vom Gas“, so Mettcher.

Keine Ausweichmöglichkeit

Zurzeit passieren etwa 15 000 Fahrzeuge am Tag die Ritterstraße. Zuvor waren es etwa die Hälfte. „Wir wissen, dass das kein Problem bei dem Querschnitt der Straße ist, aber es wird ein Problem, wenn etwas schief geht. Es gibt keine Möglichkeit, auszuweichen“, so Weißflog. Er spricht von einem fehlenden Bypass. Als Beispiel nennt er das Müllfahrzeug, das wie gewohnt um 7.30 Uhr die Behälter Stück für Stück leert. Schnell bildet sich dann ein Stau, der durchaus bis hinter den Kreisel geht. „Da können wir noch froh sein, dass Ferien sind“, sagte Weißflog. Es wäre schön, wenn es eine Abstimmung mit der Entsorgungsgesellschaft gebe und die Fahrzeuge ihre Tour verlegen, sodass sie vielleicht in den frühen Morgenstunden die Ritterstraße anfahren“, sagte der Stadtrat und Geschäftsmann. So könne einem „Herzinfarkt“ vorbeugend entgegengewirkt werden. „Mit der Entsorgungsgesellschaft haben wir gesprochen. Leider haben wir noch keine Rückmeldung, ob eine andere Taktung möglich ist“, sagte Thomas Mettcher.

Bevor die Umleitung am 25. Juni eingerichtet wurde, gab es eine Zusammenkunft der Anlieger. Sie brachten ihre Bedenken bezüglich Lärm, Erschütterungen sowie Einschränkungen bei den Parkplätzen zum Ausdruck. „Ein Großteil unserer damals vorgebrachten Vorschläge wurde umgesetzt“, so Weißflog.

Das Schild, das vor allem Lasterfahrer auf die Sperrung in der Innenstadt hinweist, gibt es nicht. Das könnte auch ein Problem werden, wenn der Bahnübergang in Großbauchlitz vom 20. bis 27. Juli gesperrt ist. Dann ist ein Ausweichen über den Leipziger Berg nicht mehr möglich. „Wir haben mit den Döbelner Speditionen gesprochen, deren Fahrzeuge jetzt in Döbeln Nord von der Autobahn abfahren. Die anderen Lieferfahrzeuge müssen sowieso in die Innenstadt“, so der Stadtsprecher.

„Ich bin positiv überrascht, dass der Verkehr so gut läuft. Nur ein paar Laster verirren sich. Auch die Situation mit den Parkplätzen hat sich nicht verschlechtert. Es war auch schon vor der Sperrung eine Glückssache, einen zu bekommen“, sagte Andrea Panke von der Buch-Oase. Sie habe mit mehr Einschränkungen gerechnet. Die Buchhändlerin weist ebenfalls darauf hin, dass viele Kraftfahrer zu schnell unterwegs sind. „Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt, wenn die Urlaubszeit vorbei ist“, so Andrea Panke.

Zurzeit sei die Stadt wegen der Ferien etwas leer, sagt auch Florence Cunnac vom Gourmandise. Zurzeit laufe alles gut. So sieht es Heiko Fassbinder vom gleichnamigen Spielwarengeschäft ebenfalls. Die Kunden seien schon immer pfiffig gewesen und hätten einen Parkplatz gefunden. Wegen der Umleitung gebe es keine Beeinträchtigung des Kundenstroms, so Fassbinder. Auch ehemalige Döbelner, die in den Ferien in ihrer Heimatstadt zu Gast sind, kämen in die Läden an der Ritterstraße. „Außerdem freuen wir uns, dass Martin Weißflog mit seinem neuen Bioladen eine schöne Location geschaffen hat“, sagte Heiko Fassbinder.

Desktopversion des Artikels