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Freitag, 10.08.2018

Tempo 30 vor Goldbacher Schule gefordert

Die Bischofswerdaer SPD-Stadtratsfraktion kritisiert die Entscheidung der Verwaltung. Und sie bietet dem Ortschaftsrat Hilfe an.

Von Ingolf Reinsch

Auch vor der Goldbacher Grundschule sollte es ein Tempolimit geben, sagt die SPD-Stadtratsfraktion.
Auch vor der Goldbacher Grundschule sollte es ein Tempolimit geben, sagt die SPD-Stadtratsfraktion.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Tempo 30 vor den Schulen im Bischofswerdaer Stadtgebiet, aber nicht vor der Grundschule Goldbach: Diese Entscheidung der Bischofswerdaer Stadtverwaltung stößt auf Kritik. „Es steht nun also offiziell fest, dass in Goldbach kein Tempo-30-Schild vor die Schule kommt. Das hat auch uns als Stadtratsfraktion herb enttäuscht. Wir sind der Auffassung, dass dies keine endgültige Aussage sein kann“, schrieb Aniko Heinze, die Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, jetzt an den Großdrebnitzer Ortschaftsrat. Sie reagierte damit auf einen Artikel in der SZ vom 1. August.

Nach Auffassung der Sozialdemokraten könnte in Goldbach der Autoclub Europa (ACE) mit seinem „Schulweg-Doktor“ aktiv werden. ACE-Verkehrsexperte Andreas Becht nahm im Jahr 2016 die Lage an der Grundschule Süd in Bischofswerda unter die Lupe und gab Empfehlungen für mehr Verkehrssicherheit – darunter Höchsttempo 30. Freilich gingen danach noch anderthalb Jahre ins Land, bis die Stadt das dafür vorgesehene Verkehrsschild an die richtige Stelle umsetzte – nämlich vor die Schule und nicht 50 Meter dahinter.

Eine ähnliche Verkehrsschau mit Andreas Becht könnte es auch in Goldbach geben. „Wir würden gemeinsam mit Ihnen einen Termin im neuen Schuljahr organisieren, an dem der ,Schulweg-Doktor’ des ACE sich in der verkehrsreichen Zeit am frühen Morgen ein Bild von der Situation macht“, schreibt Aniko Heinze an den Ortschaftsrat. Man sei optimistisch, „dass wir mithilfe einer offiziellen Aussage von anerkannten Fachleuten ein gutes Argument gegenüber der Stadtverwaltung in den Händen halten werden. Wir geben das Tempo 30 in Goldbach noch nicht auf“, erklärt die Fraktionsvorsitzende weiter.

Auf Expertenmeinungen beruft sich auch die Stadtverwaltung, die mit den Argumenten „kein hohes Verkehrsaufkommen, keine Gefährdung“ keinen Grund sieht, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit vor der Goldbacher Schule von 50 auf 30 km/h herabzusetzen. Sie bezieht sich dabei auf eine Verkehrsschau vom Dezember, an der auch Vertreter von Polizei und Landratsamt teilgenommen haben.

Wer aber würde etwas verlieren, wenn auch vor der Goldbacher Schule wochentags künftig nur noch 30 km/ gefahren werden darf?, fragen Dorfbewohner. Schulleiter Uwe Barkow sagt: „Alles was der Sicherheit der Kinder dient, sollte man unternehmen. Ich verstehe die Zurückhaltung der Stadtverwaltung in dieser Frage nicht, auch wenn das Verkehrsaufkommen in Goldbach sicher geringer als vor der Grundschule in Bischofswerda Süd ist.“

Aktuell gilt vor vier Bischofswerdaer Schulen Höchsttempo 30: vor den beiden Schulen an der Kirchstraße, vor dem Gymnasium und der Grundschule Süd. Ob auch auf der Kamenzer Straße vor der Schule zur Lernförderung ein Tempo-30-Schild aufgestellt wird, will die Stadt noch prüfen.