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Mittwoch, 13.06.2018

Teichlandschaft zu vergeben

Derzeit kümmert sich der Bauhof nebenbei um die beiden Dorfteiche. Die Gewässer haben einiges zu bieten – eine Horde Frösche inklusive.

Von Marcus Herrmann

Ein wenig zu umfangreich wuchern derzeit Gras und Schilf an den Ufern der beiden Deutschenboraer Teiche. Damit die Verhältnisse an den Gewässern nicht so schlecht werden wie vor circa fünf Jahren, sollen nach Möglichkeit neue Pächter die Pflege übernehmen. Der Bauhof könne sich nur nebenbei kümmern, sagt die Stadt.
Ein wenig zu umfangreich wuchern derzeit Gras und Schilf an den Ufern der beiden Deutschenboraer Teiche. Damit die Verhältnisse an den Gewässern nicht so schlecht werden wie vor circa fünf Jahren, sollen nach Möglichkeit neue Pächter die Pflege übernehmen. Der Bauhof könne sich nur nebenbei kümmern, sagt die Stadt.

© Claudia Hübschmann

Nossen/ Deutschenbora. Jeder Schritt sollte bewusst gesetzt werden. Sonst könnte der Nachwuchs zu Schaden kommen. Wer dieser Tage die Wege an den beiden Dorfteichen an der Meißner Straße in Deutschenbora entlang läuft, sieht ständig kleine Wesen flach über den Boden hüpfen. Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Hundertfach ist der Froschnachwuchs dieses Jahres an den Teichen unterwegs. Darum ist Achtung geboten – nicht, dass einer zertreten wird.

Das scheinbare Idyll mitten im Ort vervollständigen Wasserläufer, Enten, Vogelgezwitscher und der ein oder andere Fisch, dessen Umriss im Wasser deutlich zu erkennen ist. Mehrere Bänke laden am kleinen Wanderweg zum Verweilen ein, es gibt ausreichend Mülleimer.

Insgesamt – und hier beginnt das Problem mit der mehr als 0,4 Hektar großen Fläche – haben die Teiche aber schon bessere Tage gesehen. Es mangelt seit Langem an ausreichender Pflege. Das betrifft insbesondere den Grünschnitt entlang der Teichanlage, aber auch die Pflege des Gewässers, wo der Anglerverband Dresden vor nicht allzu langer Zeit noch eine Karpfenzucht in den sogenannten „Karpfenzuchtteichen Deutschenbora“ betrieben hatte. Ein Hinweisschild am größeren der beiden Teiche weist noch auf diese Phase hin.

Weil die nun aber längst vorbei ist, sucht die Stadt Nossen nach eigener Auskunft einem neuen Pächter oder einer Pachtgemeinschaft für die beiden Gewässer. Dazu sollten sich Interessenten bei der Abteilung Pachten/Gemeindeabgaben melden. Hier kümmert sich Katrin Geißler um die Geschäfte. Die Stadt, sagt sie, habe den Pachtvertrag mit dem vorherigen Pächter nicht mehr verlängert. „Seitdem kümmert sich der Bauhof, sofern es die Zeit zulässt, mit um die Teiche. Das ist aber kein dauerhaft guter Zustand, sodass wir intensiv nach Interessenten suchen.“

Laut Katrin Geißler sei die gesamte Parkanlage mit den beiden Teichen zu pflegen. Dazu gehörten Rasen mähen, Wege in Ordnung halten, Teiche sauber halten und das Regulieren der Wasserstände. „Auch Sträucher und Bäume pflegen, gehört mit dazu. Darüber hinaus wäre die Fischaufzucht in den Teichen möglich.“ Dafür müsste sich natürlich jemand finden, der sich mit Fischerei und Angeln auskennt, die geltenden Gesetzmäßigkeiten kennt.

Zwingend an einen Pachtvertrag wäre das Geschäft wohl nicht gebunden. Laut Stadtverwaltung sei, wenn die Bedingungen stimmen, auch eine Art Pflegevertrag denkbar. Hauptsache, es tut sich was in Sachen Pflege.

Den Geldbeutel würde eine solche Entscheidung nicht stark belasten. Katrin Geißler nennt eine Summe von unter 100 Euro im Jahr, die für eine Pacht zu zahlen wäre. Natürlich kommen dann Kosten für die Instandhaltung dazu. Wenn es beispielsweise um das Verschneiden von Baumkronen geht, könne der Bauhof aber auch unkompliziert helfen. „Vielleicht finden sich ja Bewohner aus Deutschenbora, um gemeinschaftlich die Teiche auf Vordermann zu bringen. Das wäre eine tolle Sache“, so Geißler.

Die Deutschenboraer Teiche haben durchaus eine bewegte Geschichte. Vor drei Jahren hatte es zuletzt Beschwerden über massiven Gestank gegeben. Damals hatten die Anglerfreunde bereits die Bewirtschaftung aufgegeben, suchte die Stadt nach einer Zwischenlösung. In den Jahren davor berichtete die SZ mehrfach über Algenwuchs, der das biologische Gleichgewicht nach der umfassenden Sanierung 2007 immer wieder in Gefahr zu bringen drohte. Zwar hatte diese rund eine halbe Million Euro gekostet. Doch spätestens Ende 2013 sprachen die meisten Nossener im Bezug auf die Teiche wieder von einem Schandfleck, weil das Wasser eher einer modrigen Brühe glich. Danach führten mehrere kleine Maßnahmen zu einer Verbesserung des Gewässerzustandes.

Interessenten melden sich bei der Stadtverwaltung Nossen unter 035242 43429.

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