• Einstellungen
Dienstag, 13.03.2018

Teenager wandern nach Einbruch direkt ins Gefängnis

Am Riesaer Bahnhof waren ein 14- und ein 15-Jähriger bei einem Diebstahlsversuch ertappt worden. Nur Stunden später stehen sie vor Gericht.

Von Antje Steglich

© Symbolbild/dpa

Riesa. Ein Teil der Teenager-Bande, die seit Monaten ihr Unwesen im Raum Riesa, Nünchritz und Zeithain treibt, sitzt jetzt hinter Gittern. Der mit 14 Jahren jüngste Teil der Gruppe wurde unter anderem wegen versuchten Raubes vom Amtsgericht Riesa zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach SZ-Informationen ist das Urteil rechtskräftig, der Jugendliche verbüßt seine Strafe bereits in Sachsens Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen.

Dort ist am selben Tag auch sein ein Jahr älterer Kumpel gelandet, der nun in Untersuchungshaft sitzt und auf sein Verfahren wartet. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Anklage gegen ihn erhoben und aufgrund akuter Wiederholungsgefahr die Untersuchungshaft angeordnet.

Bei einer solchen Vielzahl an Straftaten sei bei Jugendlichen ein Durchgreifen erzieherisch nötig, sagte Riesas Amtsgerichtsdirektor Herbert Zapf zu dem Urteil. „Und es gibt einfach Fälle, bei denen geringere Strafen durch die besondere Schwere der Schuld nicht als erträglich erscheinen.“

Tatsächlich gehen bereits unzählige Einbrüche und Diebstähle auf das Konto der Jugendlichen.

Nur wenige Stunden vor dem Verfahren des 14-Jährigen wollte der mit seinem Kumpel einen Snack-Automaten auf dem Riesaer Bahnhof aufbrechen (die SZ berichtete). Dabei wurden sie von der Polizei geschnappt, in Gewahrsam genommen und zum Amtsgericht gebracht. Von dort ging es direkt in den Jugendknast. (SZ/ste)