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Freitag, 05.10.2018

Team verteidigt Landesmeistertitel

Auf der Sachsenebene sind die Kamenzer weiter Spitze. Leider klappte es 2018 für Markus Thomschke auf Weltniveau nicht.

Für den Ironman n Chattanooga/Tennessee hat Markus Thomschke bis zuletzt in Amerika mit den deutschen Hawaiistartern Patrick Lange (WM-Titelverteidiger) und Andreas Dreitz trainiert. Womöglich zu lange und zu hart?
Für den Ironman n Chattanooga/Tennessee hat Markus Thomschke bis zuletzt in Amerika mit den deutschen Hawaiistartern Patrick Lange (WM-Titelverteidiger) und Andreas Dreitz trainiert. Womöglich zu lange und zu hart?

© privat

Triathlon. Die Enttäuschung sitzt tief. OSSV-Profi Markus Thomschke hatte sich am vergangenen Sonntag beim Ironman in Chattanooga/Tennessee viel vorgenommen. Im Geheimen konnte er sogar vom ersten Sieg bei einem IM-Wettbewerb träumen, der ihm das Startrecht für die WM 2019 auf Hawaii eingebracht hätte. Auch die Tatsache, dass wegen Überschwemmung das Schwimmen ausfallen musste und nur ein ganz seltenes „Bike & Run“ stattfand, hätte ihn als – trotz Fortschritten – immer noch schwächeren Schwimmer ja zusätzliche motivieren können. Offenbar war eher das Gegenteil der Fall gewesen, woran auch der ungewöhnliche Startvorgang eine Aktie hatte. Die Profis starteten einzeln in einem Abstand von einer Minute. Markus war der 13. – und als starker Radfahrer sammelte er auf den ersten 40 Kilometern rigoros vor ihm gestartete Kontrahenten ein. „Die haben sich alle schön eingeklinkt.“ Offenbar drückten die Kampfrichter beim Windschattenfahren beide Augen zu, aber als Markus sein Helmvisier verlor, waren sie hellwach. Das „Wegwerfen“ von Utensilien oder Müll während der Fahrt wird hart geahndet. Markus erhielt eine völlig unverhältnismäßige Fünf-Minuten-Zeitstrafe mit Stopp, und im Grunde war damit das Rennen für ihn schon gelaufen. Zwar erinnerte er sich an das Missgeschick seines Trainingsfreundes Patrick Lange in Kona 2016, wo dieser trotz der gleichen Zeitstrafe noch auf Rang 3 gelaufen war, aber vorn war die Post abgegangen. Auf dem zweiten Teil der Marathonstrecke erlebte Markus dann einen bisher so nicht gekannten Einbruch, wollte aber unbedingt finishen. Beim Sieg des überragenden Kanadiers Cody Beals (7:10:22 h) wurde der Friedersdorfer Siebter – mit allerdings 37 Minuten Rückstand. Ausgepumpt resümierte er schon kurz nach dem Renn-Ende: „Da wartet über den Winter viel Arbeit auf mich. Nun steht aber die Saison- und Nachdenkpause an.“

Für die Triathleten des OSSV war die Saison 2018 insgesamt sehr erfolgreich. Vor allem auf der Landesebene haben sich die Ausdauerdreikämpfer aus Kamenz und Umgebung wieder als eine sichere Bank erwiesen. Bei den Sachsenmeisterschaften gab es gleich drei Gesamtsiege für den OSSV – für Sebastian Guhr im Duathlon und im Sprint sowie für Dr. Sven Kunath auf der Halbdistanz. Dazu kommen weitere Altersklassen-Titel im Duathlon für Sven Kunath, Kai Morgenstern, André Jost, Lutz Biastoch und Jule Hoffmann, auf der olympischen Kurzdistanz für André Jost, im Sprint für Lutz Biastoch und auf der Halbdistanz für Stefan Flachowsky. Letzterer konnte die Saison übrigens noch nicht beenden. Für Flachy steht in Kona am 13. Oktober noch das absolute Highlight des Jahres an – die Teilnahme an der WM in der AK 45. Alle Fans in der Heimat werden ihm die Daumen drücken.

Neben vielen weiteren Starts auf internationaler bzw. IM-Ebene auf Lang- und Halbdistanzen (Sebastian Guhr, Jörg Guhr, Bernd Klopsch, Patrick Thomschke) hat sich der Kamenzer Verein auch wieder in der Landesliga hervorgetan. Das OSSV Bikehouse Team verteidigte den Sachsenmeistertitel von 2017 sogar überraschend souverän. Mit zwei Siegen (bei den Heimkämpfen in Kamenz und an der Luise), zwei zweiten und zwei dritten Plätzen lag man am Ende bei einem Streichwert deutlich vor dem Dresdner Spitzen-Triathlonteam, dem SV Handwerk Leipzig II und der SG Adelsberg. Hierfür sorgte vor allem die Breite des Kaders, denn an den sechs Wettkämpfen waren sage und schreibe 15 Starter dabei – zwei Frauen (Dr. Cornelia Mohr und Jue Hoffmann) und 13 Männer (André Jost, Sebastian Guhr, Dr. Sven Kunath, Lutz Biastoch, Patrick und Christian Thomschke, Kai Morgenstern, Thilo Scheibe, Torsten Müller, Bernd Klopsch, Erik Pudollek, Enrico Nake und Frank Oehl). Die zentrale Ehrung aller Podien auf Sachsenebene findet am 20. Oktober in Grimma statt. (szo)