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Mittwoch, 10.10.2018 Aus dem Gerichtssaal

Täter will Geldstrafe absitzen

Seine Fingerabdrücke überführen einen Dieb aus Chemnitz. Obwohl der die Tat leugnet, wird er verurteilt.

Von Helene Krause

Symbolbild: Die Strafprozessordnung liegt auf dem Tisch des Richters.
Symbolbild: Die Strafprozessordnung liegt auf dem Tisch des Richters.

© Patrick Seeger / dpa

Döbeln. Auch in der Fortsetzungsverhandlung vorm Amtsgericht Döbeln leugnet der 24-jährige Mann aus Chemnitz die Tat hartnäckig. „Unlogisch, dass ich in der Zeit, in der mein Opa gestorben ist, klauen gehe“, sagt er. Vorgeworfen wird ihm besonders schwerer Diebstahl. In der Nacht vom 12. zum 13. Oktober 2017 soll er aus einem Autohandel in Zschäschütz die Heckklappe eines VW-Transporters gestohlen haben.

Obwohl im Inneren des Transporters die Fingerabdrücke des Angeklagten gefunden wurden und laut Gutachten des Landeskriminalamtes zu 99,9 Prozent davon auszugehen ist, dass es die des Beschuldigten sind, bestritt der am ersten Prozesstag vehement die Tat. Es mussten ein weiterer Verhandlungstermin festgelegt werden. An dem werden weitere Zeugen gehört, so der Kriminalbeamte, der die Spuren sicherte. „Derjenige, der die Spuren hinterließ, muss auch dahin gegriffen haben“, sagt er.

Ein weiterer Zeuge, der einen VW--Transporter mit kaputter Heckklappe gefahren hat, ist nicht zur Verhandlung erschienen. Für das Fahrzeug, so wird vermutet, soll die gestohlene Klappe bestimmt gewesen sein. Ein anderer Zeuge schildert, dass er das Fahrzeug mit der kaputten Heckklappe auf seinen Namen angemeldet hatte, weil der Nutzer des defekten Transporters keinen Führerschein hatte.

Der Angeklagte ist vor Gericht nicht unbekannt. Fünf Einträge hat er im Bundeszentralregister, auch wegen Diebstahls. In ihrem Urteil gehen Staatsanwalt Detlef Zehrfeld und Richterin Christa Weik von der Schuld des Angeklagten aus. Maßgebend dafür sind seine Fingerabdrücke. Richterin Weik verurteilt ihn wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 600 Euro. Staatsanwalt Zehrfeld hatte für 1000 Euro plädiert. Als Wertersatz für das Diebesgut werden 200 Euro vom Angeklagten eingezogen. Da nicht geklärt werden konnte, wie der Angeklagte in den Transporter gelangte – es wird vermutet, dass die Heckklappe offen stand und der Beschuldigte dadurch eindringen konnte – geht das Gericht nur von einem einfachen Diebstahl aus. Einig sind sich Richterin und Staatsanwalt, dass der Beschuldigte die Tat nicht allein begangen hat. „Er hat kein wirtschaftliches Interesse an der Klappe“, so die Richterin in der Urteilsbegründung.

Nach der Urteilsverkündung erklärt der Angeklagte, dass er die Geldstrafe absitzen will. Dafür muss er zwei Monate ins Gefängnis. Das Urteil ist rechtskräftig.

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