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Dienstag, 12.06.2018

Stolz auf die Wurzeln wecken

Bluno ist am Sonntag Gastgeber des elften Sorbischen Evangelischen Heimattages in der Region Hoyerswerda.

Von Andreas Kirschke

Rückblick auf 2017: Da fand der Sorbische Evangelische Heimattag in Spreewitz und Neustadt/Spree statt. Eröffnung war in der Spreewitzer Fachwerkkirche mit dem Abendmahlsgottesdienst. Am Nachmittag wurden in Neustadt/Spree sorbische Volkslieder gesungen.
Rückblick auf 2017: Da fand der Sorbische Evangelische Heimattag in Spreewitz und Neustadt/Spree statt. Eröffnung war in der Spreewitzer Fachwerkkirche mit dem Abendmahlsgottesdienst. Am Nachmittag wurden in Neustadt/Spree sorbische Volkslieder gesungen.

© Andreas Kirschke

Zum nunmehr elften Male heißt es: Sorbischer Evangelischer Heimattag in der Region Hoyerswerda. Er findet in diesem Jahr am 17. Juni, also am jetzigen Sonntag, in Bluno statt. Veranstaltungsorte sind die Kirche und das Festzelt auf dem Zeltplatz am Freizeit-Zentrum. „An dem Wochenende feiern die Blunoer ihr Dorffest. Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Sorbischen Heimattages“, unterstreicht Pfarrer Heinrich Koch, stellvertretender Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz und Mitglied im Sorbischen Evangelischen Arbeitskreis. Dieser bereitet langfristig den Heimattag vor. Eingebunden sind der Ortschaftsrat Bluno, der Gemeindekirchenrat Bluno, Vereine, Chöre und weitere Partner.

Ermutigung für die Zukunft

Stärkung und Erneuerung im Glauben sollen die Teilnehmer erfahren. Der Heimattag erinnert an die sorbischen Wurzeln in der Region Hoyerswerda. Stolz auf die Geschichte, die Traditionen und die Bräuche soll er wecken. Ermutigung für die Zukunft soll er geben. „Lebens- und Glaubensfreude sollen sich ineinander spiegeln. Dieser Tag soll ein Zeichen der Verbundenheit mit den Wurzeln unserer Region sein“, so beschrieb Initiator Joachim Nagel, 1992-2012 Pfarrer der evangelischen Johanneskirchengemeinde Hoyerswerda-Altstadt, das Ziel des Sorbischen Heimattages.

Steht in langer Tradition

Dieser setzt eine längere Tradition fort. Nach dem 61. Sorbischen Evangelischen Kirchentag 2007 in Hoyerswerda, dem Sorbischen Heimatfest 2008 in Hoyerswerda und Zeißig, den Sorbischen Heimattagen 2009 in Hoyerswerda und Bröthen, 2010 in Hoyerswerda und Schwarzkollm, 2011 in Hoyerswerda und Spohla, 2012 in Hoyerswerda und Nardt, 2013 in Hoyerswerda und Neuwiese, 2014 in Hoyerswerda und Seidewinkel, 2015 in Geierswalde und Tätzschwitz, 2016 in Hoyerswerda sowie 2017 in Spreewitz und Neustadt / Spree ist diesmal Bluno Ort des Geschehens.

Der Heimattag beginnt 10 Uhr mit dem deutsch-sorbischen Abendmahlsgottesdienst in der Blunoer Kirche. Der sorbische Superintendent Jan Malink aus Bautzen feiert ihn mit den Teilnehmern. Mitwirken werden musikalisch unter anderem der Chor Seidewinkel, Kantor Johannes Leue und Sebastian Paulo. Für die Jüngsten findet der Kindergottesdienst statt.

Es folgt der gemeinsame Umzug durchs Dorf. Er führt die Teilnehmer mit den Lausitzer Blasmusikanten aus Welzow zum Festzelt am Freizeit-Zentrum. Vor und nach dem Mittagessen spielt die Kapelle Musik. Dazu kann auch getanzt werden. „Wir rechnen mit Gästen aus nah und fern“, erläutert Heinrich Koch den aktuellen Sachstand. „Willkommen sind auch Nicht-Muttersprachler. Der Heimattag richtet sich ja über den Kreis der sorbischsprachigen Teilnehmer hinaus auch an die deutschsprachigen Einwohner, die ihre eigenen Wurzeln oder einfach die Wurzeln unserer Region pflegen wollen.“

Luftballons steigen auf

Um 13.30 Uhr beginnt das Kulturprogramm. Die Teilnehmer singen gemeinsam sorbische Volkslieder. Tanzgruppen führen Tänze auf. Der Kindergarten Bluno in Trägerschaft der Gemeinde Elsterheide zeigt ein kleines Programm. Ab 15 Uhr trägt der Spielmannszug einige Stücke vor. Generalsuperintendent Martin Herche hat seine Teilnahme mit einem Grußwort zugesagt. Die sorbische Abschluss-Andacht folgt später am Zeltplatz. Musikalisch begleitet sie der Posaunenchor Geierswalde-Tätzschwitz. 16 Uhr steigen traditionell Luftballons in den sorbischen Farben Blau, Rot und Weiß in den Himmel. Die Teilnehmer können ihre Segenswünsche auf kleinen Zetteln vermerken und abschicken.

Für Sprache und Tragen der Tracht

Zuspruch erfahren die Organisatoren des Heimattages vom Sorben- und Wendenbeirat der Evangelischen Landeskirche Berlin – Brandenburg – Schlesische Oberlausitz. Dieser unterstützt den Heimattag finanziell. „Wir hoffen auf rege Teilnahme. Gerade dieser Tag soll die Sensibilität für die eigene Herkunft und die Verbundenheit mit der Heimat stärken“, erklärt Heinrich Koch. „Die Erinnerung an die eigenen Wurzeln ist auch Erinnerung an den Glauben, der Menschen Halt gibt im Leben und im Sterben. Zugleich ermutigt der Heimattag zum Gebrauch der sorbischen Sprache und zum Tragen der Tracht.“

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