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Mittwoch, 13.06.2018

Stellungnahme sorgt für Sondersitzung

Das Vertrauen im Rathaus in Weißwasser scheint unter den Verantwortlichen beschädigt: Ohne Absprache habe sich der Kämmerer an die Räte gewandt.

Von Christian Köhler

Symbolbild: das Thema Haushalt sorgt im Rathaus Weißwasser für Unmut.
Symbolbild: das Thema Haushalt sorgt im Rathaus Weißwasser für Unmut.

© Symbolfoto: Ulrich Perrey/dpa

Zu Beginn der Sitzung des Haushaltsausschusses am Montag gibt Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) eine Erklärung ab: Es soll eine weitere Sondersitzung zum Haushalt am 21. Juni geben! Der Grund dafür ist, dass Rico Jung in seiner Position als Kämmerer von seinem Recht Gebrauch machte, eine Stellungnahme zum Haushalt abzugeben. Diese habe Pötzsch „nach offiziellem Dienstschluss“ sowie alle Stadträte am vergangenen Freitag erhalten. In seiner Stellungnahme – die dem TAGEBLATT vorliegt – unterbreitet Jung Vorschläge, die stark von dem abweichen, was im derzeit ausliegenden Haushaltsentwurf steht. „Leider gab es keine Äußerung durch den Kämmerer zur Abgabe der Ihnen vorliegenden Stellungnahme“, richtete sich das Stadtoberhaupt an die Räte. In der Sondersitzung soll deshalb über Jungs Vorschläge diskutiert werden.

Die Verwaltung erarbeitet dazu gegenwärtig eine eigene Position, da weder die Referatsleiter noch Torsten Pötzsch von der Stellungnahme des eigenen Kämmerers gewusst hätten. „Ich möchte hiermit zum Ausdruck bringen, dass mich und weitere Mitarbeiter diese Vorgehensweise sehr betroffen gemacht hat und das Vertrauensverhältnis dadurch zum wiederholten Male zwischen der Verwaltung, dem Oberbürgermeister und dem Referatsleiter für Finanzen stark beeinträchtigt wurde“, so der Oberbürgermeister. Pötzsch gehe es dabei nicht um den Inhalt der Stellungnahme von Jung, sondern um die Art und Weise, betonte er auf Nachfrage. Rico Jung selbst darf sich erst am Mittwoch dazu öffentlich äußern, so der OB. Eine Prüfung von rechtlichen Schritten gegen Jung werde erwogen, hieß es.