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Mittwoch, 10.10.2018

Steinbruch wirbelt Staub auf

Bernbrucher beklagen den Dreck, der ab und zu vom nahen Grauwacke-Abbau herüberweht. Auch im letzten Ortschaftsrat wurde interveniert.

Von Frank Oehl

Am Dienstag war über dem Grauwacksteinbruch der Natursteinwerke Weiland in Kamenz-Bernbruch keine Staubwolke zu sehen. Das ist aber nicht immer so, beklagen Anwohner.
Am Dienstag war über dem Grauwacksteinbruch der Natursteinwerke Weiland in Kamenz-Bernbruch keine Staubwolke zu sehen. Das ist aber nicht immer so, beklagen Anwohner.

© Air-Control

Kamenz. Am SZ-Lesertelefon am 20. September hatte sich SZ-Leser Rolf Pietsch aus Bernbruch über die Staubbelastung beklagt, die vor allem bei der lang anhaltenden Trockenheit vom Steinbruch der Natursteinwerke Weiland ausgeht. Er bekam jetzt Unterstützung. Roland Synnatzschke wohnt in unmittelbarer Nähe des Steinbruchs an der Liebenauer Straße. Als er 1995 dorthin zog, glaubten die wenigsten an eine Wiederaufnahme des Grauwackeabbaus. Nun habe man sich doch damit arrangieren müssen. „Herr Pietsch hat recht mit seiner Kritik“, sagt der 63-Jährige. Eigentlich habe er nichts gegen den Steinbruch, schließlich war er selbst viele Jahre im Recycling tätig gewesen. Auch da falle Staub an. Allerdings soll es an manchen Tagen in Bernbruch wirklich schlimm sein. Das hänge von der Windrichtung ab und natürlich von der Trockenheit. „In diesem Jahr war es schon unnormal gewesen.“ Einmal sei ein richtiger Rauchpilz über der Curie-Siedlung runtergekommen, erinnert sich der Bernbrucher. Am 13. August war bei der Rettungsleitstelle ein Waldbrand bei Liebenau gemeldet worden, der sich als eine Staubwolke erwiesen hatte. Und erst am 18. September wurden die Kameraden zu einem Einsatz ans Cunnersdorfer Tanklager gerufen. „Dort stand wirklich eine Rauchsäule, aber ebenfalls nicht wegen eines Brandes.“ Vier Wehren seien ausgerückt – und für den Einsatz umsonst müsse gewiss der Steuerzahler bluten.

Was Roland Synnatzschke gar nicht gefällt, ist der Umgang mit dem Thema der Umweltbelastung beim Steinbruchbetreiber selbst, der auch zuletzt auf betriebsinterne Schutzmaßnahmen und die Bergaufsichts-Kontrolle verwies. „Natürlich hat man alle Möglichkeiten der Bewässerung. Ich fürchte nur, dass sie nicht immer auch wirklich genutzt werden.“ Auf alle Fälle helfe das Kleinreden der Belastung für die Anlieger nicht weiter. „Wenn die Mischanlage läuft, haben wir in unserem Garten schon manchmal den Geschmack von Diesel im Mund“, sagt Roland Synnatzschke. „Klar, hat auch schon mal der Firmenneubau am Ochsenberg Staub verursacht, aber garantiert nicht so viel.“ Überhaupt ärgert den Leser die Schieflage der ganzen Debatte. „Wegen des Dieselfeinstaubs wird Revolte gemacht, und dabei ist man hier einer viel stärkeren Belastung ausgesetzt.“

Sowohl Steinbruchbetreiber Paul Weiland als auch sein Werksleiter Roland Schimank haben die Kritik der Anwohner zuletzt zurückgewiesen. Man betreibe den Steinbruch vorschriftsmäßig, hieß es. Schließlich wolle man unbedingt im guten Einvernehmen mit den Bürgern arbeiten. Allerdings sind selbst auf einiger der durchaus werbenden Luftbildfotos auf der Homepage der Natursteinwerke mit Blick auf den Steinbruch in Bernbruch hier und da dicke Staubwolken zu sehen. Auch im Rathaus in Kamenz sind die neu aufgetauchten Vorwürfe bekannt. „Sie haben auch im jüngsten Ortschaftsrat eine Rolle gespielt“, so Stadtsprecher Thomas Käppler. Man werde der Sache nachgehen, hieß es.

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