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Freitag, 29.06.2018

Starke Nachwuchsheber

Von Thomas Riemer

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Der Meißner Lucas Müller ist Deutscher Vizemeister. Vicky Schlittig (kl. Bild) aus Riesa fährt nach dem dritten Titel in Folge nun zur Schülereuropameisterschaft Fotos: privat
Der Meißner Lucas Müller ist Deutscher Vizemeister. Vicky Schlittig (kl. Bild) aus Riesa fährt nach dem dritten Titel in Folge nun zur Schülereuropameisterschaft Fotos: privat

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

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Während Gleichaltrige in den letzten Wochen lieber im Freibad waren, haben sich die besten Nachwuchs-Gewichtheber aus Meißen und Riesa so kurz vor den Ferien nochmal im Training mächtig ins Zeug gelegt. Denn für sie standen im bayrischen Ingolstadt die Deutschen Meisterschaften der Schüler auf dem Plan. Dabei ging es um Medaillen und Platzierungen Gewichtheben und der Athletik (Kugelschocken, Pendellauf, Schlussdreisprung).

Vicky Schlittig vom Riesaer AC 1969 konnte dabei in ihrem letzten Schülerjahr den Hattrick perfekt machen und den dritten Meistertitel in Serie gewinnen. Sie wurde ihrer Favoritenrolle souverän gerecht und gewann im Jahrgang 2003 (schwere Gruppe) den Titel. Im „Hinterkopf“ war da aber noch eine andere Sache als „nur“ der Meistertitel – nämlich die Qualifikation für die Europameisterschaft U 15. Hierfür war die Norm von 155 kg im Olympischen Zweikampf zu knacken.

Nach 70 kg im Reißen war Vicky gut auf Kurs, die erforderlichen 85 kg im Stoßen schaffte sie bereits im zweiten Versuch. Am Ende setzte sie mit 87 kg im dritten Versuch noch einen drauf. Damit war die Qualifikation für die Jugend-EM im Koffer. Ende Juli vertritt sie nun den Bundesverband Deutscher Gewichtheber im italienischen Lignano di Sabbiadoro.

Vom AC Meißen ging Lucas Müller aussichtsreich in den Wettkampf, wollte zum Schuljahresabschluss noch einmal alles in die Waagschale werfen. Zuerst ging es im Reißen auf die Bühne, und mit technisch sauberen 62 kg und 65 kg legte er einen Super-Start hin. Im dritten Versuch scheiterte er nur knapp an 67 kg, wobei wirklich nur zwei oder drei Zentimeter fehlten, um die Hantel über dem Kopf zu halten. Gleiches Auftreten im Stoßen. 75 kg im ersten Versuch folgte ein sauberer 79-er mit einem hohen Technikwert. Nun sollte auch im Stoßen noch mal ein Kracher die Konkurrenz unter Druck setzen. Mit großem Kampfgeist setzte Lucas die aufgelegten 83 kg um, aber leider fehlten auch hier die berühmten Zentimeter, die die Hantel über bzw. hinter den Kopf bringen müssten. 144 kg im olympischen Zweikampf bei gerade mal 54 kg Körpergewicht sind trotzdem eine respektable Leistung und aller Ehren wert. Im athletischen Teil, der aus Schlussdreisprung, Pendellauf und Kugelschocken besteht, sicherte sich der Meißner den zweiten Platz.

Damit hat sich für den Schüler das komplette Training in allen Bereichen ausgezahlt. Die Stunden, die während der extremen Hitze der vergangenen Wochen trainiert wurden, können nun während der Ferien im Freibad nachgeholt werden – mit der Silbermedaille im Gepäck.

Beim AC Meißen hofft man nun, dass auch Lucas’ Mitstreiter im neuen Schuljahr wieder in den Trainings- und Wettkampfbetrieb einsteigen können und der eine oder andere Neuling zur sportlichen Betätigung findet. (mit kf/eth)