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Mittwoch, 13.06.2018

Stadt kauft Marina Garden vorerst nicht

Investorin Regine Töberich bietet das Grundstück nicht wieder zum Verkauf an. Die Stadt Dresden hätte auch das nötige Geld dafür gar nicht. Was wird nun aus den Bauplänen?

Von Sandro Rahrisch und Kay Haufe

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Ihr gehört die Fläche immer noch: Regine Töberich
Ihr gehört die Fläche immer noch: Regine Töberich

© Ronald Bonß

Marina Garden war gestern. Nachdem Investorin Regine Töberich ihre selbst entworfene Wohnanlage zwischen Leipziger Straße und Elberadweg nicht bauen durfte, hat die Dresdner Stadtverwaltung einen neuen Plan für die Fläche entwickelt. Elbviertel ist diese getauft worden. Dort sollen bis zu 136 Wohnungen gebaut werden, auch Büros und Ateliers sind vorgesehen. Das Problem an dieser Vision: Die Fläche gehört noch immer Töberich. Und die hat bereits deutlich gemacht, dass sie den Elbviertel-Bebauungsplan, bei dessen Entwicklung sie ausdrücklich nicht mitwirken wollte, nicht umsetzen möchte.

Während des Schadenersatzprozesses, den Töberich gegen die Stadt führte und schließlich verlor, hatte sie das Grundstück schon einmal angeboten. Etwa sechs Millionen Euro wollte sie dafür haben. Die Stadt ging nicht darauf ein, sondern bot für eine außergerichtliche Einigung samt Grundstück dreieinhalb Millionen Euro, was Töberich wiederum nicht annahm. Inzwischen habe die Investorin kein neues Angebot unterbreitet, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) der Sächsischen Zeitung. Und selbst wenn Töberich die Immobilie loswerden wolle, so hätte die Stadt nicht das Geld zur Verfügung, sie zu kaufen.

Damit bleibt nur noch die Hoffnung, dass sich ein anderer Investor findet, der Töberich das Grundstück abkauft und die städtischen Pläne verwirklicht. Ansonsten bleibt die verwilderte Fläche auf unabsehbare Zeit eine Brache, während nebenan die Hafencity entsteht.

In einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite hatte sie am Wochenende geschrieben, dass der verlorene Schadenersatzprozess für sie den Verlust ihrer Firma bedeute. Laut Amtsgericht ist für ihr Unternehmen bislang aber nicht Insolvenz angemeldet worden.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 41 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Durchhalten

    Man kann nur hoffen, dass Frau Töberich standhaft bleibt und ihr Eigentum nicht der Stadt hinterherwirft. Wenn man die Mauscheleien zwischen USD und rot-rot-grün gesteuerter Stadtverwaltung sieht (Kreativzentrum gegen Hotelbaugenehmigung), tut ein bischen Rückgrat gut.

  2. Emil

    Warum sollte Sie? Damit die Verhinderer ihr Projekt im "Hochwasserschutzgebiet" durchziehen können? Ich würde an Frau Töberichs Stelle eine schöne Streuobstwiese anlegen.

  3. Zaun drum...

    ... Wachschutz organisieren, der die Messie-Truppen verjagt, und immer schön aufpassen, dass kein "Wald" entsteht. Irgendwann wird die "Stadt" schon bereuen, dass sie gegen alle guten Sitten die Baugenehmigung verweigert hat. Und nächstes Jahr sind glücklicherweise Wahlen. Da werden die Karten neu gemischt. Die Dresdner werden wohl nicht ein zweites Mal so blöd sein, so ein Kasperltheater als "Stadtrat" zu wählen. Früher war das mal die geistige Elite einer Stadt und heute ... ?

  4. Toni

    Erklärt mir mal einer- warum die Stadt ohne den Eigentümer auf einer Fläche die der Stadt nicht gehört Dinge plant? Meiner Meinung nach: Hätte man diesen Streit erstmal zuende bringen sollen, dann je nach Ergebnis nochmal miteinander reden. Und danach vernünftige Angebote unterbreiten. Bringt ja keinem was so wie es jetzt ist. Ganz ehrlich, ich hoffe Frau Töberich macht aus dem Gelände ein Biotop und es wird nie bebaut. Dann weiß die Stadt Dresden mal das sie Mist gebaut hat und sieht das als ständige Mahnung das man sowas mit Investoren nicht tut.

  5. Elbwiesen

    @2 Der neue B-Plan sieht vor, dass die Bebauung vor der Hochwassergrenze endet und nicht wie bei Frau Töberich die Gebäude bis vorne an die Elbe gebaut werden und beim nächsten Hochwasser absaufen. @3 Bei dem Prozess ging es um eine Bauvoranfrage, die kommt noch vor der Baugenehmigung. Selbst wenn man eine positive Bauvoranfrage erhält, bedeutet das nicht, dass man auch eine Baugenehmigung erhält. Wenn sie dann einfach weiter plant, selbst Schuld. Das Projekt hätte sie erst weiterverfolgen können, wenn sie auch die positive Baugenehmigung in Händen hält! Diese Schadenersatzforderungen sind doch völlig überzogen. Richtig, dass dieser "Architektin" einhalt geboten wurde!

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