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Samstag, 13.10.2018

SPD will wegen Bahn Druck machen

Die drei Ortsvereine der Region setzen sich für die Wiederbelebung der Eisenbahnlinie nach Dresden ein. Das Geld dafür wäre da.

Von Jens Hoyer

Symbolfoto
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© dpa

Döbeln. Die Döbelner SPD will den Druck auf die politischen Akteure erhöhen, die Personenverkehr auf der Eisenbahnlinie RB 110 nach Dresden wieder aufzunehmen. Der Ortsverein hat jetzt einen entsprechenden Beschluss gefasst. Zusammen mit den Ortsvereinen Roßwein und Sachsenkreuz fordern sie die kommunalen Spitzen und die Verkehrsverbünde dazu auf, ein Konzept zur Reaktivierung und Neukonzipierung der Linie RB 110 vorzulegen und nach Abstimmung mit der Staatsregierung und den betroffenen Städten und Gemeinden umzusetzen. „.Unter Verkehrsminister Martin Dulig steht wieder mehr Geld für Züge und Busse zur Verfügung. Dieses Geld muss auch in die Reaktivierung der RB 110 investiert werden. Hier müssen die Verkehrsverbünde in Mittelsachsen und Meißen endlich liefern“, sagte der Ortsvereinsvorsitzende Sylvio Kolb. Die Einstellung des Zugverkehrs vor drei Jahren hält er für einen großen Fehler. „Die Landräte haben damals den Busverkehr ausgebaut. Aber das kann nur eine Ergänzung für Regionen sein, die weiter weg von der Eisenbahnlinie liegen.“ Die Zuganbindungen auch nach Chemnitz, Leipzig und Riesa seien für Döbeln künftig von großer wirtschaftlicher Bedeutung, sagte Kolb. Auch mit Sicht auf die Ausbildung der jungen Leute. „Die werden künftig für die Berufsausbildung weiter fahren müssen.“

Kolb ist selbst Lokführer. Nach einer Modernisierung der Einsenbahnstrecke in Richtung Dresden seien dort Durchschnittsgeschwindigkeiten von 90 bis 100 Stundenkilometern machbar, die die Fahrzeit bis Dresden unter eine Stunde senken würde, sagt er. Die Eisenbahnstrecke wird von der Riesa-Nossener Eisenbahn-Compagnie betrieben. Wie Geschäftsführer Eckart Sauter sagte, sei eine Modernisierung der Strecke machbar, wenn die Verkehrsverbünde VMS und VVO den Personenverkehr für zehn Jahre bestellen. Für den Ausbau gibt es Fördermittel. „Auch gegenüber den Banken wäre das darstellbar.“

Die Döbelner SPD fordert in einem Papier eine durchgehende Verbindung zwischen Leipzig über Grimma, Döbeln, Meißen nach Dresden. Umstiege sollten möglichst vermieden werden. Der Zug soll in der Woche mindestens jede Stunde, an den Wochenenden alle zwei Stunden fahren. Vom Bus will auch die SPD nicht lassen: Der Busverkehr soll als Zubringer für den Zugverkehr weiterentwickelt werden.

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