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Montag, 12.03.2018

Sonniger Platz im Trockenen

Der Februar in der Oberlausitz startet gemächlich, bietet zum Ende hin knackige Kälte – und bricht einen 160 Jahre bestehenden Rekord.

Von Andreas Herrmann

Eisig, aber sonnig: Am 27. Februar ist der Olbersdorfer See zugefroren gewesen. Grund für den Frost war die bitterkalte Luft aus Finnland, Schweden und Russland. Davon allerdings ließ sich die Sonne nicht beeinflussen und zeigte sich ab dem 20. des Monats mehrere Stunden pro Tag. Manch einer nutzte das für einen Winterspaziergang.
Eisig, aber sonnig: Am 27. Februar ist der Olbersdorfer See zugefroren gewesen. Grund für den Frost war die bitterkalte Luft aus Finnland, Schweden und Russland. Davon allerdings ließ sich die Sonne nicht beeinflussen und zeigte sich ab dem 20. des Monats mehrere Stunden pro Tag. Manch einer nutzte das für einen Winterspaziergang.

© Rafael Sampedro

Oberlausitz. Ein beliebtes Fotomotiv ist Ende Februar der Olbersdorfer See gewesen. Imposant anzuschauen war die Eisschicht, die sich bei den Minusgraden gebildet hatte und in der Sonne glitzerte. Nur das Betreten der zugefrorenen Fläche sollte Spaziergängern vorenthalten bleiben – denn die Gemeinde gab den See nicht frei.

Meteorologisch gesehen sollte im Februar auch Winter sein. Kommt dieser nicht, könnte es später noch einmal kalt werden, sagt die Wetterstatistik. Doch der Monat startete zumindest in der ersten Februarwoche recht gemächlich mit leichten Plusgraden, die sich dann aber schnell in den Minusbereich mit bis zu zehn Grad in den Nachtstunden am 6. Februar hinein bewegten. Neuschnee allerdings gab es keinen – und das sollte auch den gesamten Monat über so bleiben. Selbst die Wetterstation Jonsdorf – im Zittauer Gebirge gibt es immer etwas mehr Niederschlag als im restlichen Südgebiet des Landkreises – meldete nur an insgesamt vier Tagen des Monats einige kleine Flocken. Damit hatte die Region einen der trockensten Wintermonate seit Jahrzehnten und auch Lichtmess – das am 2. Februar ist – blieb sehr geheimnisvoll in Sachen Wettervorhersage.

Die Görlitzer Wetterwarte errechnete in diesem Zusammenhang, dass dort der trockenste Februar seit 1858 war. Sie bezog sich dabei auf den Monatswert des Niederschlages. An der rund 40 Kilometer von Görlitz entfernten Wetterstation Bertsdorf-Hörnitz betrug die relative Luftfeuchte am 1. Februar 88,5 Prozent, was gleichzeitig der Höchstwert des Monats war. Diese zeigte sich am 25. Februar mit 59, 8 Prozent hingegen am niedrigsten – und dies mit einem allgemeinen Trend nach unten hin zum Monatsende. Dieser Wetterwert, der angibt wie viel Wasserdampf des maximal Möglichen in der Luft vorhanden ist, liegt im Durchschnittswert in Deutschland im Winter bei 80 bis 85 Prozent. Der Durchschnittswert für Februar von Bertsdorf-Hörnitz zeigt rund 78 Prozent und bestätigt den Trend, den die Görlitzer Meteorologen ermittelt haben. Allerdings ist im Zittauer Gebirge die Luftfeuchte immer etwas höher als in Görlitz.

Im zweiten Monatsdrittel gab es dann leichte Minusgrade. Gelegentlich strahlte tagsüber die Sonne und auch der wärmste Tag des Monats, der 16. Februar mit einem Tagesmaximum von Plus 7, 5 Grad, fällt in diesen Zeitraum. In der Nacht war es zumeist klar mit Temperaturen um die Minus fünf Grad bei normalen Windspitzen zwischen fünf und zwölf Metern pro Sekunde aus nordwestlicher Richtung.

Im Verbund eines Hochdrucksystems über dem europäischen Nordmeer und einem Tiefdruckwirbel über dem östlichen Europa, erreichten die Region im letzten Drittel des Monats dann Luftmassen polaren Ursprungs. So waren nach dem 24. Februar kaum mehr positive Temperatur-Tageswerte zu erwarten und die Tageshöchsttemperaturen pendelten sich bis zum Ende des meteorologischen Winters auf sieben bis ein Grad Minus ein und erreichten am 28. Februar in der Nacht mit gemessenen 14,3 Grad Minus in Bertsdorf-Hörnitz den Monatstiefstand.

Als besonders kalt wurde auch der eisige Nordostwind empfunden, welcher die gefühlten Temperaturen tagsüber stark absinken ließ. Windspitzen von rund zehn Metern pro Sekunde sorgten dafür. Grund für den Frost war bitterkalte Luft aus Finnland, Schweden und Russland. Davon allerdings ließ sich die Sonne nicht beeinflussen. Ab dem 20. Februar zeigte sie sich an der Mehrzahl der Tage um die acht Stunden, bot am 25. Februar zehn Stunden freundliches Licht trotz bitterer Kälte.

So stellt sich abschließend nur noch die Frage, ob es grüne oder weiße Ostern dieses Jahr gibt? Die Antwort ist noch lange nicht gefallen, aber die Wettertendenzen gehen eher in Richtung kühlere Variante. Betrachtet man die Statistik für das Wetter Anfang April, so ergeben sich Ende März und Anfang April häufiger mal Hochdruckwetterlagen, welche das sonst so turbulente Frühlingswetter um diese Zeit einmal zur Ruhe kommen lassen. Typisch für Ende März und Anfang April sind Kaltluftausbrüche aus nördlichen Richtungen. Diese halten meist nicht lange an, können die Temperaturen aber in den empfindlich kalten Bereich absinken lassen und für Schnee, Schneeregen oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen sorgen.

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