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Dienstag, 12.06.2018

Sonniger Mai brachte Trockenheit

Bereits die Monate März und April brachten im Osterzgebirge Wetterrekorde. Der Mai steht ihnen nun nicht nach.

Von Sebastian Wetzel u. Norbert Märcz

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Hier am Geisingberg war das Maiwetter noch nicht so trocken und heiß wie in tieferen Lagen. So kann das seltene Knabenkraut gedeihen und blühen.
Hier am Geisingberg war das Maiwetter noch nicht so trocken und heiß wie in tieferen Lagen. So kann das seltene Knabenkraut gedeihen und blühen.

© Egbert Kamprath

© Koerner, Heidemarie

Zinnwald. Der Mai begann mit gewittrigen, stark bewölkten Tagen, die jedoch nur geringe Niederschläge brachten. Vom 4. bis 8. war es aufgrund einer Hochdruckbrücke über Mitteleuropa sonnig und die Temperaturen erreichten bereits Hochsommerniveau. Starker Wind aus Nordost ließ die Böden immer stärker abtrocknen. Das begünstigte einen Anstieg der Bodentemperatur, der zu höheren Lufttemperaturen führte.

Am 9. Mai wurde Zinnwald von einem Gewitter getroffen, das aus Süden kam. Es brachte Regen und Hagel. Am 9. und 10. Mai, den beiden Gewittertagen, fielen in Bannewitz 0,8 Liter Regen pro Quadratmeter und in Köttewitz 7,2 Liter pro Quadratmeter. Da pro Tag bis zu sechs Liter je Quadratmeter verdunsten, blieben die Böden zu trocken.

Die „Eisheiligen“ beherrschten das Osterzgebirge um den 17. Mai. Aber seinem Namen wurde das jährliche Wetterereignis diesmal nicht gerecht. Nicht einmal Bodenfrost zeichneten die Thermometer auf, ausgenommen bekannte, aber nicht repräsentative „Kältelöcher“. Zwei Tage davor hatte es etwas Regen gegeben in Begleitung von Blitz und Donner, am 15. in Bannewitz und Dohna sowie am 16. in Köttewitz und Zinnwald. Nur Zinnwald bekam viel Regen ab, deutlich über zehn Liter pro Quadratmeter.

Anschließend brachte das nordische Hoch „Sven“ wieder viel Sonne, Temperaturen über 25 Grad im Tiefland. Lebhafter Wind ließ viel Feuchtigkeit verdunsten.

Der Monat endete schwül und deutlich zu warm. Im Flachland wurden neue Temperaturrekorde gemessen. Kräftiger Regen fiel nur punktuell. Über Zinnwald ging am 29. Mai ein Gewitter nieder, das 24,7 Liter pro Quadratmeter Niederschlag brachte, sogar Hagel war dabei. An den anderen Wettervereinsstationen gab es nur wenige Tropfen auf den heißen Boden.

Der Mai lag insgesamt vier Grad Celsius über dem Mittel. Außer in Zinnwald wurden im letzten Monatsdrittel neue Rekorde beobachtet. Dazu gab es im Tiefland eine stark überhöhte Zahl an Sommertagen, an denen das Thermometer über 25 Grad stieg, und an Hitzetagen mit einem Maximum über 30 Grad. Der meiste Niederschlag fiel auf dem Erzgebirgskamm, weniger in Gegenden, wo die Landwirte Bedarf hatten. In Bannewitz wurde das Soll zu 21 Prozent, in Zinnwald aber auch nur zu 63 Prozent erreicht. Die Sonne schien um 30 Prozent länger als klimatisch gewohnt. Ungewöhnliche 173 Kilowattstunden Solarstrahlung maß die Agrarstation Köttewitz. Der Mai war also einer der wärmsten, trockensten und sonnigsten Wonnemonate. Die Niederschläge verteilten sich auf acht Tage statt sonst auf 14. Das alles bringt einen hohen Ernteverlust dieses Jahr.

Die Autoren sind Mitglieder im Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld.

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