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Freitag, 15.06.2018

So spannend wird Dohnas Museum

Seit März 2017 ist das Haus am Markt in Dohna geschlossen. Drinnen passiert bis voraussichtlich Dezember allerhand.

Seit fast 35 Jahren ihr Reich und bald schöner für Besucher und Mitarbeiter: Dohnas Museumsleiterin Eva-Maria Lohberg im Raum zur Stadtgeschichte. Fotos: Daniel Schäfer
Seit fast 35 Jahren ihr Reich und bald schöner für Besucher und Mitarbeiter: Dohnas Museumsleiterin Eva-Maria Lohberg im Raum zur Stadtgeschichte. Fotos: Daniel Schäfer

© Daniel Schäfer

Dohna. Endlich geht für Eva-Maria Lohberg ein großer Wunsch in Erfüllung. Doch so richtig genießen wird sie ihn nicht mehr können. Derzeit wird das Dohnaer Museum saniert, umgebaut, neu eingerichtet. Zum 1. März nächsten Jahres geht sie in Rente. Zwischendurch hat sie am 1. September noch ihr 35-jähriges Dienstjubiläum in Dohna. Wenn alles gut geht, wird im Dezember das Museum wiedereröffnet. Dann hat Eva-Maria Lohberg noch zwei Monate, es zu zeigen und an ihre Nachfolgerin bzw. den Nachfolger zu übergeben. Vorerst aber gilt es, zu räumen, zu sortieren, einzurichten. Vieles ist schon an seinem neuen Platz. Ein erster Rundgang durch Dohnas neues altes Museum.

Im Inneren des Museums

Dohnas Museum

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Erdgeschoss: Der Wandel der Zeiten
Das Wichtigste für den Besucher: Er wird künftig gleich unten rechts empfangen und muss sich nicht erst den Weg nach oben suchen. Hier können auch Schüler und Heimatforscher arbeiten. Hinter der Kasse und einem Verkaufsbereich befindet sich das Archiv mit drei internen Arbeitsplätzen. Schon jetzt wird hier das Inventar weiter erfasst. Noch immer stehen Schubkästen mit Karteikarten, vergilbenden Zeitungsausschnitten und Fotos.

Unten links begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart. Die nachgebaute Ritterrüstung steht neben dem Flachbildschirm. Das wird das Reich der Museumspädagogik, die bisher zu kurz kam. Der Raum kann auch für Veranstaltungen genutzt werden, so wie schon vor der Sanierung. Im einstigen Labor der früheren Apotheke steht jetzt ein Quarantäne-Schrank. Der ist künftig erste Station für neue alte Exponate, damit sie ohne Würmer und ähnliches in die Ausstellung oder ins Depot kommen. Außerdem ist hier Platz zum Fotografieren, Vermessen und Vorbereiten von Exponaten und Ausstellungen.

Erste Etage: Kriechgang zu den Steinen

Links von der Treppe bleibt die ständige Ausstellung mit der zur Burggeschichte im hinteren Raum. Die drei Stufen zur Mineralogie-Abteilung werden für Kinder zur Schleuse ins Abenteuer. Im Kriechgang geht es in den Raum, in dem die Steine hinter einem beleuchteten Fadenvorhang liegen. Die Ausstellungsmacher sehen das als Teil der Entdeckertour für die jüngsten Besucher. Eva-Maria Lohberg indes überlegt, wie denn die Erwachsenen in den Raum kommen. Aber der hat ja noch einen zweiten Ein- bzw. Ausgang.

Im früheren Büro zieht die Handwerks- und Industriegeschichte ein. Vieles ist ausgebreitet, aber noch nicht sortiert. „Die Gestalter werden wissen wie“, sagt Eva-Maria Lohberg. Spannend findet sich auch deren Idee mit dem Gegenstände-Tisch unter einem Zeitstrahl, die Stadtansichten in einem Fernrohr und die Medientische.

Zweite Etage: Ein Lager zum Gucken und Alltagsleben
Wo früher die Sonderausstellungen stattfanden, zieht das Schaudepot ein. Es wird nicht ständig geöffnet sein, aber bei Sonderführungen ist ein Blick möglich. Ansonsten steht es Forschern zur Verfügung. Es ist eine Zwischenstation zwischen dem eigentlichen Depot und den Ausstellungen. Die Schrägen des Raumes sind mit angefertigten Schränken und Vitrinen optimal genutzt. Gegenüber wird mit Blick auf den Markt Alltagsleben gezeigt.

Das Depot: Ordnung in den verborgenen Schätzen

Wie bei einem Museum üblich, wird das Meiste gar nicht gezeigt, zumindest nicht immer. In Dohna sind es etwa zwei Drittel der Exponate, die die meiste Zeit im Depot stehen. Für dessen Einrichtung hat Dohna viel Fördermittel erhalten. Über den Hof links sind zwei Etagen für die Schätze reserviert. Endlich ordentlich in Reih und Glied in Regalen. Ein zweites Depot befindet sich im Haupthaus unterm Dach. Dort werden unter anderem die Schießscheiben und großen Bilder ihren Platz finden. – „Räumen, räumen, räumen“: Das ist derzeit Eva-Maria Lohbergs Hauptaufgabe.

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