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Samstag, 10.11.2018

So schön wird die Sempergalerie

Von Peter Hilbert

Noch sind die Räume der Gemäldegalerie Alte Meister eine Großbaustelle. Mitte 2019 sollen sie saniert und mit moderner Technik ausgestattet sein.Foto: Christian Juppe
Noch sind die Räume der Gemäldegalerie Alte Meister eine Großbaustelle. Mitte 2019 sollen sie saniert und mit moderner Technik ausgestattet sein. Foto: Christian Juppe

© (c) Christian Juppe

Die Sanierung der Sempergalerie im Dresdner Zwinger geht ins Finale. Ende 2013 hatten die ersten Arbeiten im Ostflügel begonnen. Derzeit arbeiten die Handwerker im Westteil. Geplant ist, dass die Sempergalerie Mitte 2019 fertig wird. Das erklärt Finanzminister Matthias Haß (CDU) am Montag bei einem Vor-Ort-Termin. Der Freistaat investiert für das Großprojekt knapp 50 Millionen Euro.

Der größere Aufwand: Freistaat muss 2,7 Millionen Euro zusätzlich ausgeben

Der vom Architekten Gottfried Semper geplante und 1854 fertiggestellte Flügel sei das jüngste Zwingergebäude, erläutert Ulf Nickol, der die zuständige Niederlassung des Staatsbetriebes Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement (SIB) leitet. Doch der Semperbau mit der weltberühmten Gemäldegalerie Alte Meister ist in die Jahre gekommen. Aus mehreren Gründen war der Freistaat 2012 gezwungen, schnell zu handeln. Damals hatte es große Wasserschäden gegeben. Wände wurden feucht und schimmelten. Zudem seien die Türen desolat gewesen, nennt Nickol ein weiteres Problem. Die Sanierung des Ostflügels war sehr aufwendig und hatte sich verzögert.

Geplant war zum Auftakt, das komplette Gebäude bis 2017 zu sanieren. Zudem sind die Arbeiten teurer als vorgesehen. Wurde anfangs noch mit rund 47 Millionen Euro gerechnet, so seien es jetzt etwa 2,7 Millionen Euro mehr, räumt Nickol ein. Es habe einen Nachtrag zum Bauauftrag gegeben. Nötig war der vor allem, weil ein unterirdischer Gang zwischen dem Ost- und dem Westflügel im sehr aufwendigen bergmännischen Vortrieb gebaut wurde.

Dennoch zeigt sich der SIB-Niederlassungschef mit der Qualität und auch mit den Kosten zufrieden. „Wir haben viele ortsansässige Handwerksbetriebe, die noch zu günstigen Preisen bauen“, sagt er.

Die besonderen Fenster: Glas ist sicher und schützt vor UV-Strahlen

Natürliches Licht mit seinen wechselhaften Stimmungen soll die antiken Skulpturen in der Ausstellung im Ostflügel als auch die Gemälde wie in einem Atelier beleuchten. Deshalb wurden in der gesamten Sempergalerie rund 100 neue, dreifachverglaste Fenster mit einer Sicherheitsschicht eingebaut. Sie schützen auch vor ultravioletten Strahlen, die den Gemälden schaden. Eingebaut sind zudem textile Rollos, die bei sehr starker Sonneneinstrahlung heruntergelassen werden können.

Die natürliche Beleuchtung: Neue Oberlichter schaffen mehr Transparenz

Damit die Gemälde im Obergeschoss bei ausreichender Helligkeit betrachtet werden können, seien auch insgesamt sechs große neue Oberlichter eingebaut worden, verweist Nickol auf ein weiteres Detail. Scheiben aus einem Mikroraster aus Draht verhindern zwar den Einfall von zu grellem Sonnenlicht, sorgen aber in den Ausstellungsräumen bis zur Dämmerung für ausreichende Helligkeit. Denn durchgelassen wird nur Licht aus Richtung Norden.

Die Dacharbeiten am Westflügel sind schon weit fortgeschritten. Die Hofseite um die besseren Oberlichter ist mit neuen Kupferbahnen gedeckt worden.

Die gute Verkleidung: Zuletzt werden Stoffbahnen auf Wände gespannt

Derzeit arbeiten unter anderem Dachklempner, Gerüst-, Fenster- und Trockenbauer sowie Steinmetze in der Sempergalerie. Die Sandsteinwände der großen Ausstellungsräume der Gemäldegalerie im ersten Obergeschoss liegen noch frei. Zu sehen sind flache neue Lüftungskanäle. Durch sie wird Frischluft über die neue Klimaanlage unterm Dach dorthin strömen. Die Trockenbauer haben in den Räumen noch viel zu tun. Sie müssen Gipskartonplatten und eine Schicht Wandvlies auf die Wände aufbringen, bevor sie ab Februar mit Stoffbahnen bespannt werden können.

Die geschützte Fassade: Asphaltschicht sichert „trockene Füße“

Die Sandsteinfassade an der Hofseite der Sempergalerie ist bereits saniert. Sie wurde gereinigt. Zudem haben Steinmetze die Schäden ausgebessert. Also konnten die Gerüste auf die andere Seite am Theaterplatz umgesetzt werden.

Das Gebäude wird jetzt auch von unten besser vor Nässe geschützt. Unter die Sandsteinsockel wird eine drei Meter breite Asphaltschicht eingebaut. So fließt das Wasser ab, behält das Gebäude „trockene Füße“. Die nicht leitfähige Schicht dient zudem dem Blitzschutz.

Ist die Sempergalerie saniert, schließen die Gemäldegalerie und Skulpturensammlung für die Neueinrichtung ein halbes Jahr. Im Dezember 2019 öffnen sie wieder.