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Samstag, 28.07.2018

So gut wie noch nie

In seinem zweiten Jahr bei Dynamo will Haris Duljevic richtig durchstarten. Das schließt auch Hilfe für seine Mitspieler ein.

Von Cornelius de Haas

Die Vorfreude auf die neue Saison ist Haris Duljevic auch beim Fototermin im Maisfeld anzusehen.
Die Vorfreude auf die neue Saison ist Haris Duljevic auch beim Fototermin im Maisfeld anzusehen.

© Lutz Hentschel

Wenn man Haris Duljevices Fazit der bisherigen Saisonvorbereitung hört, dann erhöht sich die Erwartungshaltung an den bosnischen Nationalspieler noch einmal. „Ich fühle mich so gut wie noch nie in meinem Leben“, sagt der 24-Jährige. Als Duljevic im vorigen August zu Dynamo kam, hatte er sich zwar in Sarajevo fit gehalten, doch sein Fitnessrückstand war trotzdem so groß, dass Trainer Uwe Neuhaus zunächst auf ihn verzichtete.

„Es war ein wichtiges Jahr, in dem ich viel für mein Leben gelernt habe“, sagt Duljevic nun. Zufrieden ist er mit seinem ersten Jahr in Dresden aber nicht – aus sportlicher Sicht. „Ich kann mehr“, erklärt er und nennt die Parameter, an denen er in der neuen Saison gemessen werden wird: „Sowohl Tore vorbereiten als auch selber welche schießen.“ Zwei Treffer und vier Vorlagen gelangen ihm in der zurückliegenden Spielzeit. Zu wenig sowohl für seine als auch die an ihn gestellten Ansprüche.

Duljevic erklärt es sich so: „Es lag sicher auch daran, dass wir als Mannschaft nicht hundertprozentig funktioniert haben und bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern mussten.“ Nicht zu vergessen, dass er sich mit seiner Gelb-Roten Karte in Sandhausen und einer anschließenden Undiszipliniertheit selbst aus dem Spiel genommen hatte. Wegen Schiedsrichterbeleidigung war der Flügelspieler zusätzlich mit zwei Spielen Sperre belegt worden, verlor anschließend seinen Stammplatz für vier Partien. „Ich hoffe, dass wir die Probleme hinter uns gelassen haben“, sagt er heute.

Doch damit die Mannschaft in Zukunft besser funktioniert, muss Duljevic auch mehr für die Defensive tun. „Haris hat die Abwehrarbeit nicht unbedingt in seinen Genen“, sagte Neuhaus in der Vorsaison. „Er ist offensiv wie defensiv immer für ein Tor gut.“ Die Kritik seines Trainers hat Duljevic angenommen.

„Ich weiß, dass ich noch viel dazulernen kann – und muss“, sagt er. „Ich habe mich mit dem Coach ausgetauscht und weiß jetzt, was er von mir erwartet.“ Tipps kann er sich seit diesem Sommer auch von seinem Landsmann Dario Dumic holen. Der vom FC Utrecht ausgeliehene Bosnier mit dänischem Pass ist als Innenverteidiger ein ausgewiesener Defensivspezialist. Mit ihm hat Duljevic schon in der Nationalmannschaft zusammengespielt.

Druck macht ein Nachwuchsmann

Als Integrationshilfe für sich sieht er die Verpflichtung nicht. „Sicher ist ein Landsmann immer gut, aber ich bin jetzt ein Jahr hier und habe mich seither auch verändert“, sagt Duljevic selbstbewusst, und erklärt: „Es ist gut, dass Dario da ist, aber vor allem als Spieler. Denn er kann der Mannschaft sicher helfen.“ Mit ihm ist Duljevic jeden Tag auch außerhalb des Trainings unterwegs, gibt den Stadtführer. „Ich weiß, wie schwer es ist, wenn man neu in ein Team, eine Stadt kommt“, begründet er.

Es hat also den Anschein, als sei alles eitel Sonnenschein. Doch ganz so einfach ist es nicht. Auf Duljevics Position hat mit Osman Atilgan ein junger Mann aus dem eigenen Nachwuchs in der Vorbereitung nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Der 18-Jährige gilt als Gewinner der vergangenen fünf Wochen. Das ist Duljevic auch nicht entgangen. „Ich sehe, dass sich Osman sehr gut entwickelt und bin bereit, ihm zu helfen“, sagt er, und erinnert sich: „Es ist gut, einen erfahrenen Spieler an seiner Seite zu haben, wenn man aus dem Nachwuchs zu den Männern kommt.“

Einen ersten Hinweis, ob ihn Atilgan zumindest vorübergehend verdrängt hat, könnte es am Samstag bei der Saisoneröffnung gegen Aston Villa geben (14.05 Uhr, live im MDR). Spielt Duljevic nicht, muss er wahrscheinlich am Sonntag beim Test in Bischofswerda ran (Anstoß 11 Uhr).

Daran verschwendet er aber keinen Gedanken. „Es gibt schon Gründe, die für mich sprechen. Ich trainiere gut, das neue System kommt mir entgegen – ich bin näher am Tor. Wir müssen sehen, wie es funktioniert, wenn das erste Pflichtspiel ansteht. Aber für mich passt es perfekt.“

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