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Mittwoch, 14.03.2018

So geht es weiter bei Wohngebiet Nr. 3

Unternehmen wollen nicht, nun sollen sich Familien an der Hertzstraße in Neustadt ansiedeln. Der Zeitplan steht.

Von Nancy Riegel

Zehn Jahre lang wollte sich kein Unternehmen am Gewerbegebiet zwischen Hohwald-Werkstätten, Friedhof und Bahndamm niederlassen. Die Stadt will die Fläche deshalb zur Wohnbebauung freigeben.
Zehn Jahre lang wollte sich kein Unternehmen am Gewerbegebiet zwischen Hohwald-Werkstätten, Friedhof und Bahndamm niederlassen. Die Stadt will die Fläche deshalb zur Wohnbebauung freigeben.

© Dirk Zschiedrich

Neustadt. Wohnen in zentraler Lage, mit viel Grün ringsum und Einkaufsmöglichkeiten gleich ums Eck. So könnte die Anzeige für das Wohngebiet lauten, das die Stadt Neustadt an der Heinrich-Hertz-Straße erschließen will. Neben den geplanten Flächen an der Ecke Berghausstraße/Schillerstraße und am Achtlindenberg ist es Baugebiet Nummer 3, das die Rathausspitze ins Auge gefasst hat. Und wie bei den beiden erstgenannten Grundstücken gibt es auch an der Hertzstraße eine Hürde zu überwinden. Denn die Flächen, die einmal mit Einfamilienhäusern bebaut werden sollen, waren eigentlich für Unternehmen gedacht. Das Areal zwischen Hohwald-Werkstätten, Friedhof und Bahndamm ist Teil des Gewerbegebiets Langburkersdorf. Im Dezember gab das Rathaus bekannt, die Flächen freizugeben (SZ berichtete). Wohl durch die Neigung des Geländes sei der Standort in der Vergangenheit wenig attraktiv für Gewerbeansiedlungen gewesen.

Wie Neustadts Bauamtsleiter Michael Schmidt mitteilt, will die Stadt voraussichtlich im April das Gebiet umwidmen. Es soll als Mischgebiet festgelegt werden, was bedeutet, dass neben Wohnhäusern auch kleine Betriebe wie Handwerk oder eine Herberge gebaut werden dürfen. Außerdem soll gegenüber den Hohwald-Werkstätten Platz für Gewerbe gelassen werden. Dadurch könnte die Stadt auch umgehen, Fördermittel zurückzahlen zu müssen – komplett oder zumindest teilweise. Das Geld hatte Neustadt von der Wirtschaftsförderung Sachsen für die Entwicklung des Gewerbegebiets erhalten. „Genau lässt sich das erst sagen, wenn der Bebauungsplan feststeht“, sagt Schmidt.

Das Planungsbüro, das ein Gestaltungskonzept für das Gelände erarbeitet hat, hat berechnet, dass bis zu 40 Bauparzellen entstehen könnten, davon rund 25 für Wohngebäude. Wie viele genau es werden, das legt der Bebauungsplan fest. Und bis dieser komplett fertig und beschlossen ist, ist das Jahr 2018 wahrscheinlich wieder rum. Potenzielle Bauherren können sich deshalb auch noch nicht für die Grundstücke anmelden. Erst 2019 könnte die Erschließung des neuen Wohngebiets an der Heinrich-Hertz-Straße perspektivisch starten – wenn sich ein Erschließungsträger findet. Das war nämlich monatelang das Problem am neuen Wohngebiet Berghausstraße/Schillerstraße. Potenzielles Wohngebiet Nummer 2 am Achtlindenberg scheitert bisher an einer alten Streuobstwiese.

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