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Mittwoch, 06.06.2018

So funktioniert das neue Plusbusnetz

Ab Sonntag rollen auf den ersten acht Linien rund um Dresden täglich in dichtem Takt die Busse. Das ist erst der Anfang.

Von Peter Anderson

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Die Wiege Sachsens wird zur Wiege des sächsischen Plusbusnetzes: Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) verkündet in Meißen den Start für die ersten acht Linien. In dichtem Takt und auch an schulfreien Tagen sollen sie künftig Grund- und Mittelzentren verbinden. Schrittweise gehen sachsenweit immer neue Strecken in Betrieb.
Die Wiege Sachsens wird zur Wiege des sächsischen Plusbusnetzes: Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) verkündet in Meißen den Start für die ersten acht Linien. In dichtem Takt und auch an schulfreien Tagen sollen sie künftig Grund- und Mittelzentren verbinden. Schrittweise gehen sachsenweit immer neue Strecken in Betrieb.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Endlich dürfe er einmal etwas ganz Praktisches verkünden, nichts so Theoretisches wie ein Förderprogramm. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) strahlt an diesem Dienstagnachmittag in Meißen. Die Wiege Sachsens soll zusammen mit dem Landkreis Sächsische Schweiz und Osterzgebirge zur Wiege für ein sachsenweites neues Busnetz werden.

Was genau ist geplant?

Plusbus-Linien fahren montags bis freitags 15 Mal in jede Richtung, an Samstagen mindestens sechs Mal und an Sonn- und Feiertagen mindestens vier Mal. Im Gegensatz zu regionalen Buslinien, die vor allem auf den Schülerverkehr ausgerichtet und daher in den Ferien seltener unterwegs sind, bleibt der dichte Takt beim Plusbus auch an unterrichtsfreien Tagen erhalten. Zudem bieten die Linien kurze Übergangszeiten zu Zügen und anderen wichtigen Busverbindungen. Wirtschaftsminister Dulig zufolge soll künftig auch Wlan in den Bussen verfügbar und die Fahrradmitnahme möglich sein. An den Knotenpunkten könnten die Kunden auf öffentliche Toiletten zurückgreifen. Die Busse sollen nach außen hin durch eine entsprechende Gestaltung klar erkennbar sein.

Wo fahren die Busse?

Insgesamt acht Linien starten am Sonntag, dem 10. Juni. Neben den Linien ab Meißen nach Großenhain, Lommatzsch, Nossen und Weinböhla werden die Verbindungen von Dresden nach Nossen und Mohorn sowie von Dippoldiswalde nach Glashütte und Freital aufgewertet. Nächstes Jahr folgen drei weitere Strecken. Die bereits bestehende Linie 360 von Dresden nach Altenberg wird dann in das Plusbus-Schema eingepasst. In der 477 von Dresden nach Großenhain gehen insgesamt drei Linien auf. Mit der 800 wird es eine länderübergreifende Verbindung zwischen Hoyerswerda und Cottbus geben.

Welches Fernziel wird verfolgt?

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Dulig nutzen derzeit zwei Millionen Sachsen den Öffentlichen Personennahverkehr. Ist das Plusbusnetz einmal über den Freistaat ausgerollt und eingeführt, hofft Dulig, eine weitere Million hinzugewinnen zu können. Dazu sollen auch die verbesserten Umsteige-Möglichkeiten beitragen.

Was kostet das Projekt?

Der Regionalverkehr Dresden und die Verkehrsgesellschaft Meißen fahren in diesem Jahr rund 40 000 zusätzliche Buskilometer, welche der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit rund 80 000 Euro finanziert. Diese Gelder sind sogenannte Regionalisierungsmittel des Bundes und werden durch den Freistaat an die Verkehrsverbünde weitergereicht. Für die Zukunft plant der VVO ein verbundweites Netz und stellt bis zu 800 000 Euro zur Verfügung.

Wo gibt es mehr Informationen?

Zum Start hat der VVO einen kompakten, zusammenfaltbaren Flyer inklusive einer Karte mit allen Linien herausgegeben. Er ist bei den Verkehrsunternehmen des Verbundes sowie direkt beim VVO auf der Internetseite erhältlich.

Weshalb wird das Netz eingerichtet?

Der Auftrag des Verkehrsverbundes Oberelbe ist von seiner Gründung an, das Ballungszentrum Dresden besser mit den angrenzenden Räumen zu verbinden. „Der Plusbus soll künftig eben nicht nur wie die Busse bisher an Schulen halten, sondern auch am Ärztehaus und dem Einkaufsmarkt“, sagt Wirtschaftsminister Dulig. Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) verweist darauf, dass in seine Stadt 9 000 Menschen täglich einpendelten und 4 800 auspendelten.

Welche Lücken gibt es noch?

Während etwa S-Bahnen und Straßenbahnen oftmals bis Mitternacht die VVO-Kunden befördern, fehlen oft die Anschlüsse mit Bussen. So kommen die Kunden nicht mehr in entferntere Stadtteile etwa von Pirna oder Meißen. Im Bereich der Verkehrsgesellschaft Meißen wird hier nach Angaben von Kreis-Technikdezernent Andreas Herr an Lösungen gearbeitet. So ist zum Beispiel geplant, den Bewohnern des Coswiger Spitzgrundes oder abgelegenerer Radebeuler Stadtteile wie Wahnsdorf, neue Verbindungen zu ermöglichen.

Hier gibt es die Karte zum künftig VVO-weiten Plusbusnetz: www.szlink.de/plusbus

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