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Sonntag, 07.10.2018

Siegesserie der Lausitzer Füchse gerissen

Die Löwen Frankfurt „erlegen“ die Füchse mit zwei Doppelschlägen zu Beginn der ersten beiden Drittel.

Von Thomas Wagner und Frank Thümmler

Diesmal jubelten die anderen – hier der Frankfurter Brett Breitkreuz über sein Tor zum 0:5. Marius Schmidt (2. von links) ist konsterniert.
Diesmal jubelten die anderen – hier der Frankfurter Brett Breitkreuz über sein Tor zum 0:5. Marius Schmidt (2. von links) ist konsterniert.

© Thomas Heide

Am Sonntag ist es nun passiert. Nach acht Siegen in Folge haben die Lausitzer Füchse das erste mal in dieser Saison verloren. Die Löwen Frankfurt, einer der Titelfavoriten und mit dem Anspruch in die Saison gestartet, ganz oben mitzumischen, entführten beim 2:6 (0:2, 1:3, 1:1) alle drei Punkte. Nach einem frühen Doppelschlag der Gäste waren die Füchse eigentlich nie in Reichweite eines Punktgewinns. Die Fans der Füchse, die ihre Mannschaft bedingungslos unterstützten, bewiesen Humor. Nach dem 0:4 im zweiten Drittel skandierten sie: „Zieht doch mal die Trikots aus!“ Offensichtlich brachten die eigens entworfenen Oktoberfest-Trikots anders als die gewohnten blau-gelben kein Glück. So geht ein kleiner Teil der Niederlage auch an die Merchandising-Abteilung der Füchse.

Natürlich ist die Niederlage nicht an der Trikotfarbe festzumachen. Vielmehr erholten sich die Füchse von einem frühen Doppelschlag nicht. Nach schnellen Anfangsminuten ohne Abtasten und mit hohem Tempo auf beiden Seiten verlor die zweite Füchse-Reihe auf der rechten Seite die Zuordnung. Lewandowski konnte schießen, Mitchell vor dem Tor entscheidend abfälschen, Füchse-Torwart Olafr Schmidt hatte keine Chance (4.). Nur 16 Sekunden später stand es 0:2. Die Frankfurter eroberten im Forechecking hinter dem Tor den Puck, passten ihn nach vorn, wo Pistilli sofort abzog. Allen im Stadion war klar, dass es jetzt gegen das mit DEL-erfahrenen Spielern gespickte Team aus Frankfurt extrem schwer werden würde, auch wenn die Füchse im bisherigen Saisonverlauf schon zwei 0:3-Rückstände aufgeholt hatten.

Dann hätte spätestens ab jetzt aber alles stimmen müssen, auch die Chancenverwertung. Tatsächlich gab es im Spiel vielleicht noch zwei Phasen, in der die Partie in die richtige Richtung (aus Füchse-Sicht) hätte kippen können. Die eine war Mitte des ersten Drittels. Die Gäste hatten eine umstrittene Strafe kassiert, die Füchse in Überzahl eine Riesenchance. Hayes hatte Boiarchinov zentral vor dem Tor angespielt, der sofort abgezogen, aber der sehr starke Löwen-Torwart Bastian Kucis war zur Stelle. Wenig später kam Hessler bei einem Abpraller an den Puck, schoss aber flach, anstatt den schon liegenden Kucis hoch zu überwinden. Und schließlich hatte George nach einem Boiarchinov-Pass noch die Reisenchance. Der Anschlusstreffer, der das Spiel hätte verändern können, fiel auch nicht, als Boiarchinov einen Eriksson-Schuss abfälschte. Kusic hatte das erkannt und richtig reagiert.

Die zweite Chance, dem Spiel eine Wende zu geben, war eine zweiminütige doppelte Unterzahl. Owens und Dietz mussten in der 16. Minute gleichzeitig raus. Diese 120 Sekunden aber überstanden die Füchse mit viel Kampfgeist. Mit dem Schwung vielleicht jetzt den Anschlusstreffer zu erzielen, gelang aber auch nicht. Vielmehr holte sich Jahnke eine „dumme“ Strafe ab, die Anfang des Mitteldrittels auch noch Folgen hatte. Sie zog beim Versuch des Verteidigens eine weitere Strafe nach sich. Dann hatte Bär den Puck schon fast, bekam ihn aber nicht aus dem Drittel. Proft wurde am langen Pfosten angespielt und traf per Direktschuss zum 0:3. Nach einem Fehlpass beim Spielaufbau kam Maximilian Eisenmenger an den Puck, lief ein paar Schritte und traf genau in den Winkel zum 0:4 – ein Sonntagsschuss, nach dem Torwart Olafr Schmidt (der viermal keine Schuld traf) vom Eis musste. Die Partie war praktisch entscheiden. Die Füchse kamen auch danach nicht ins Laufen, auch weil das Spiel durch viele kleinliche Strafen immer wieder unterbrochen wurde. Brett Breitkreuz erzielte dann bei angezeigter Strafe das 0:5, sein Bruder Clarke im Füchse-Trikot brach den Bann für die Füchse mit einem reingekämpften Überzahltor (35.).

Im Schlussdrittel verwalteten die Frankfurter clever den Vorsprung. Bei einer Überzahl fünf Minuten vor Schluss nahm Füchse-Trainer Corey Neilson den Torwart vom Eis. Das wurde tatsächlich mit dem zweiten Treffer, den Jordan George erzielte, belohnt. Zu mehr aber reichte es nicht. Im Gegenteil: Schüle traf zum 2:6 ins leere Füchse-Tor.

Ein Beinbruch ist die Niederlage nicht. Die Füchse bleiben wegen der gleichzeitigen ersten Ravensburger Niederlage (5:7 in Bad Nauheim) sogar Spitzenreiter. Am Freitag kommen jetzt die Tölzer Löwen in die Eisarena, am Sonntag geht es nach Heilbronn.

Statistik

Lausitzer Füchse – Löwen Frankfurt 2:6 (0:2; 1:3; 1:1)

0:1 Adam Mitchell 3:05 (Assist: Lewandowski, Spang)

0:2 Matthew Pistilli 3:21 (Koziol, B. Breitkreuz)

0:3 Carter Proft 21:06 (Überzahl, Koziol, Pistilli)

0:4 Magnus Eisenmenger 23:27 (Max. Eisenmenger)

0:5 Brett Breitkreuz 31:19 (Faber, Yorke)

1:5 Clarke Breitkreuz 34:58 (Überzahl, Kuchejda, Schiemenz)

2:5 Jordan George 55:51 (Überzahl, Saviano, Hayes)

2:6 Tim Schüle 57:31 (Empty Net, Koziol, Pistilli)

Weißwasser

Tor: Schmidt (23:27), Kessler (34:32)

Abwehr: Kania, Owens – Geiseler, Bär – Monteith, Granz – Hoffmann

Sturm: Saviano, Eriksson, Hessler – George, Hayes, Boiarchinov – Jahnke, Dietz, Kuchejda – Breitkreuz, Schiemenz, M. Schmidt

Frankfurt

Tor: Kucis

Abwehr: Spang, Faber – York, Schüle – Maginot, Erk – Hüttl

Sturm: Tousignant, Lewandowski, Mitchell – Breitkreuz, Pistilli, Koziol – Proft, Max. Eisenmenger, Fischer – Mag. Eisenmenger, Bindels, Köhler

Schiedsrichter: Tony Engelmann, Seedo Janssen

Strafen: Weißwasser 18, Frankfurt 18

Zuschauer: 2 328