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Freitag, 13.07.2018

„Sieg gegen Bannewitz war Schlüsselspiel“

Von Jürgen Schwarz

Knut Michael, Trainer des Landesklasse-Teams aus Hainsberg, ist stolz auf die Leistung seiner Mannschaft, die in der Rückrunde zwölfmal in Folge nicht verlor.Foto: Marko Förster
Knut Michael, Trainer des Landesklasse-Teams aus Hainsberg, ist stolz auf die Leistung seiner Mannschaft, die in der Rückrunde zwölfmal in Folge nicht verlor. Foto: Marko Förster

© Marko Förster

Mit einer furiosen Rückrunde kletterte der Hainsberger SV in der Fußball-Landesklasse noch vom vierten Platz in der Hinrunde auf Rang zwei im Schlussklassement. Nach einer Niederlage bei Barkas Frankenberg – vor der Winterpause – verlor das Freitaler Team in zwölf Partien nicht mehr. Acht Siegen stehen vier Unentschieden gegenüber. Im Interview erklärt Trainer Knut Michael das Zustandekommen dieser Positivserie und wirft schon einen Blick auf die kommende Saison.

Herr Michael, Gratulation zum zweiten Platz! Damit war in der Winterpause nicht unbedingt zu rechnen. Wie kam es zu dieser Serie?

Wir haben uns nach der Niederlagenserie vor der Winterpause über uns selbst geärgert. Die Jungs wussten, was sie falsch gemacht haben. Fehler wurden gründlich ausgewertet, und es gelang uns, diese weitestgehend abzustellen. Wir saßen im Winter zusammen und haben unsere Zielstellung mit Platz zwei definiert. Man hat gesehen, dass die Spieler das unbedingt erreichen wollten, und es hat auch funktioniert.

Trotzdem begann die Rückrunde sieglos. In Freiberg sowie in Hartmannsdorf gab es jeweils 2:2-Unentschieden …

Damit war ich auch nicht zufrieden. Das Schlüsselspiel war der 3:0-Sieg gegen Bannewitz. Sie haben eine starke Truppe. Dieser Sieg war sehr gut für unser Selbstbewusstsein. Danach gab es sechs Siege in Folge. Unser Negativerlebnis war die Niederlage gegen Sebnitz in der Hinrunde. Mit diesem Spiel begann unsere Negativserie. Bannewitz war der Schlüssel zur Positivserie.

Es fällt auf, dass Sie im Vergleich zu anderen Mannschaften dieser Liga relativ wenige Spieler eingesetzt haben …

Das stimmt. Im Winter hatte uns Alexander Preißiger in Richtung Dresdner SC verlassen. Georg Balatka beendete aus beruflichen Gründen sein Engagement. Ich hatte dann nur noch 16 Mann zur Verfügung, darunter unseren langzeitverletzten Nico König. Später musste Marian Weinhold an der Schulter operiert werden und fiel auch noch aus. Hinzu kam, dass unsere zweite Mannschaft genau wie auch die A-Jugend von uns eher schmal besetzt war.

Wäre ein Aufstieg in die Landesliga ein Thema gewesen? Etwa, wenn Mittweida verzichtet hätte, was ja mittlerweile in einigen Ligen gang und gäbe ist …

Das sind Spekulationen. Ein Aufstieg wäre zu zeitig gekommen. Als Zweiter haben wir es sportlich nicht geschafft, also sind wir noch nicht reif dafür gewesen.

Womit wir bei einem Thema wären, was viele Gemüter momentan bewegt. Es gibt immer mehr Rückzüge von Mannschaften sowie Aufstiegsverzichte. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Es ist eine traurige Entwicklung, die mit Sport nichts mehr zu tun hat. Wenn ich sportlich eine Klasse halte, dann muss ich auch dort weiterspielen. Und wenn ich sportlich den Aufstieg schaffe, muss ich auch aufsteigen. Es ist doch kein Wunschkonzert. Wo bleibt der sportliche Ehrgeiz. Man ist Erster und will dann nicht aufsteigen. Das kann ich nicht verstehen. Wiederum möchte ich als Zweiter oder Dritter nicht aufsteigen, da ich sportlich die Qualifikation nicht erreicht habe. Ich ziehe dabei vor dem Coswiger FV den Hut. Sie haben trotz misslicher personeller Verhältnisse die Saison mit Anstand beendet. Sie haben ein paar deftige Niederlagen kassiert, aber auch überraschende Ergebnisse erreicht. Und nie aufgesteckt. Das nötigt Respekt ab.

Gibt es schon personelle Neuigkeiten für die kommende Saison?

Wir werden am 17. Juli mit der Vorbereitung auf die nächste Saison beginnen. Unser Kader bleibt zusammen, obwohl es für einige Spieler Angebote aus anderen Ligen gab. Felix Böhme wechselte vom SV Wesenitztal zu uns, außerdem werden drei Spieler aus der A-Jugend an unser Männerteam herangeführt. Andreas Hannewald bleibt Mannschaftsleiter, Beatrice Wolf steht weiter als Physiotherapeutin zur Verfügung. Sie haben uns immer kräftig unterstützt und sind stets eine tolle Hilfe. Unser erster Test wird am 20. Juli gegen den Großenhainer FV sein. Einen Tag später spielen wir gegen den SV Ostrau. Am 27. Juli gastieren wir bei der SG Weixdorf, am 4. August ist Fortuna Chemnitz bei uns zu Gast.

Das Gespräch führte Jens Jahn.