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Donnerstag, 14.06.2018

Sex vor dem Spiel

Kraftschub oder Leistungskiller? Experten raten zu einem lockeren Umgang – den hat Jogi Löw gefunden.

Von Yuriko Wahl-Immel

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Ob Joshua Kimmich mit Lina Meyer auch während der WM kuscheln darf? Die 26-Jährige, die an der Uni Leipzig Jura studierte, jobbte bei RB im Fanshop. Dort lernte sich das Paar kennen. Inzwischen ist sie auch nach München gezogen.
Ob Joshua Kimmich mit Lina Meyer auch während der WM kuscheln darf? Die 26-Jährige, die an der Uni Leipzig Jura studierte, jobbte bei RB im Fanshop. Dort lernte sich das Paar kennen. Inzwischen ist sie auch nach München gezogen.

© dpa Picture-Alliance/Widmann

Beflügelnd oder leistungsmindernd? Kann Sex vor der WM-Partie den deutschen Nationalspielern einen positiven Kick geben oder sollte eher Enthaltsamkeit die Devise sein? Das ist eine viel diskutierte Frage vor jedem Turnier – zumindest unter den Fans. Wie es die deutschen Spieler selbst damit halten, ist nicht wirklich bekannt, dafür gibt es für sie vor ihrem Auftaktspiel gegen Mexiko am Sonntag manchen guten Rat von Experten. Die beruhigende Empfehlung: Sie raten Joachim Löw, sein Team nicht zu einem wochenlangen Mönchs-Dasein zu verdonnern.

Das hat der Bundestrainer so allerdings auch nicht vor, denn er gestattet Damenbesuch im Mannschaftshotel Watutinki nahe Moskau. Dort wurden laut DFB gleichermaßen Begegnungs- wie auch Rückzugsorte geschaffen. Sofern sie vor Ort sind, dürfen also die Ehrefrauen oder Freundinnen der Spieler – natürlich auch die Kinder – ihren Liebsten am Tag nach den Spielen sehen. Wie sie die gemeinsame Freizeit verbringen, ist selbstverständlich Privatsache.

Auf das Wann und Wie kommt es an

Moderne Trainer wie Löw, sagt auch der Sportpsychologe René Paasch, legen viel Wert auf Zwischenmenschliches, lassen den Spielern ausreichend Freiraum und vertrauen ihnen“. Trotzdem, meinen die Sachverständigen, sollten die Sportler jedoch ein gewisses Regelwerk einhalten, um ihr Leistungsvermögen nicht zu gefährden. Auf das Maß, das Wann und Wie könne es durchaus ankommen.

„Sex ist an sich immer gesund, aber natürlich haben wir es mit körperlicher Anstrengung zu tun“, sagt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Was passiert? „Der Kreislauf fährt sich hoch, Muskeln werden beansprucht, eine Stoffwechsel-Aktivierung tritt ein und ein Energieverbrauch.“ Die Hormone mischen mit. „Zu Beginn wird vor allem Testosteron ausgeschüttet und während des Prozesses auf einem hohen Niveau gehalten. Dann verschwindet das Testosteron und Melatonin und Serotonin übernehmen – die Hormone, die uns entspannen.“ Der Daumen geht nach oben.

„Körperliche Aktivität beim Sex in der Nacht vor einem großen Spiel ist überhaupt kein Problem, wenn es nicht gerade eine wahnsinnige Orgie darstellt“, betont der Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung. Aber Achtung: „Der Schlaf als wichtigste Regenerationsphase sollte nicht für Sex geopfert werden. Sex als Einschlafhilfe zu nutzen, ist okay. Vor einer WM-Partie ist eine Limitierung ratsam, also keine Ausdauerleistung.“

Paasch bringt es auf eine einfache Formel: „Wenn man seine Frau oder Freundin liebt und alles ganz normal läuft, dann ist auch alles gut. Dann sollen die Jungs auch Jungs sein dürfen.“ Die angeblich leistungsschwächende Wirkung von Sex auf Spitzensportler sei durch Untersuchungen widerlegt, meint Paasch, der für den VfL Bochum tätig ist. Aus psychologischer Sicht positiv zu sehen: ein intimes Zusammensein könne Stress und Nervosität abbauen. Also noch einmal Daumen hoch.

Ein oder zwei Stunden vor dem Spiel sei das Liebesspiel allerdings nicht ratsam. Fitness-Experten Froböse empfiehlt: „Sex einfach ins Trainingsprogramm einbauen.“ Eine gewisse Reglementierung hält er grundsätzlich für richtig: „Wir haben junge Menschen vor uns. Die sind eben schon mal eher triebgesteuert als kopfgesteuert.“ Ansonsten gelte ebenso wie etwa bei Ernährungsfragen oder Alkohol: „Alles, was auf dem Platz negative Auswirkungen haben könnte, sollte beschränkt werden. Alles muss der Leistung untergeordnet werden, dafür werden die Nationalspieler ja auch bezahlt.“ Zugleich ist Froböse zufolge zu beachten: Zuneigung, körperliche Wärme, Kuscheln könnten Ventile sein bei starker Anspannung und könnten auch helfen im Falle eines „Lagerkollers“.

Froböse kritisiert, dass Sexualität im Zusammenhang mit Leistungssport noch immer ein Tabuthema sei – völlig unverständlich, wie er findet. „Viele Spitzensportler sind junge Leute – und Sex gehört zu unserer Biologie dazu.“ (dpa, SZ)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Mo H.

    Na da kann nun jeder seine Blödchen mitbringen.

  2. Ned Flanders

    Man weeß doch aber, daß im Falle von Sex vor dem Spiel das Ballgefühl etwas abhanden kommt. Bei uns in der Jugend hieß es früher, niemals am Abend oder Nacht vor dem Spiel Wi..... oder beischlafen. Wenn man genau drauf achtet, merkt man auch einen Unterschied.

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