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Dienstag, 15.05.2018

Senioren- versus Studenten-WG

„Wir sind die Neuen“ ist ein Komödien-Juwel mit viel Witz und Esprit. Nun ist an der Comödie Dresden eine Adaption des populären Films zu sehen – mit allerlei bekannten Stars in einschlägigen Rollen.

Von Christian Ruf

Die Akteure einer Komödie, in der jung-verspießte Streber gegen scheinbare Versager antreten.Foto/Titel: Chris Gonz  / PR
Die Akteure einer Komödie, in der jung-verspießte Streber gegen scheinbare Versager antreten.Foto/Titel: Chris Gonz  / PR

Weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können und sich nach der Gemeinschaft von früher sehnen, beschließen Anne, Eddie und Johannes, ihre alte Wohngemeinschaft aus Studententagen wieder aufleben zu lassen und ziehen nach einigen Jahrzehnten mehr oder weniger erfolgreichem Berufsleben wieder zusammen. Warum nicht wieder wie damals am Küchentisch sitzen, über Politik, Gesellschaft, Gott und die Welt philosophieren und dabei die eine oder andere Flasche Wein leeren?

Die Jungspunde: lebensuntüchtig bis zur Zwangsneurose

Sie haben die Rechnung allerdings ohne die Nachbarn von oben gemacht. Die Studenten Barbara, Katharina und Thorsten (regelrecht grelle Karikaturen der Jura- und BWL-Generation: strom-
linienförmig, tough an der eigenen Karriere bastelnd, dabei in Alltagsdingen lebensuntüchtig bis zur Zwangsneurose) fühlen sich von den feiersüchtigen Althippies schon bald im Examensstress gestört. Der Altbau ist schön, aber halt doch sehr hellhörig. Denn während die entspannten Oldies nachts trinken, philosophieren und alten Hits lauschen, wollen die pflichtversessenen Youngster nur eins: Ruhe! Die fidelen Alten sind erstaunt über die Angepasstheit und Spießigkeit der Jungspunde, die sicherheitshalber sofort klarstellen, für Altenpflege, Computerservice und Apothekengänge nicht zur Verfügung zu stehen. Die Fronten rasch geklärt, drei gegen drei, jung-verspießt gegen alt-verlottert, Streber gegen Versager. Dann aber stellt sich heraus, dass nicht die Senioren, sondern die jungen Studiosi die Hilfsbedürftigen sind. Die Alten, die naturgemäß mehr Zeit haben, ein paar Lebenserfahrungen mehr und auch besser kochen können, helfen schließlich den schwer bedürftigen Jungen.

„Wir sind die Neuen“ war eine ungemein erfolgreiche Filmkomödie von Ralf Westhoff mit Heiner Lauterbach, Gisela Schneeberger und Johannes Michael Wittenborn als Alt-68er, die den pflichtversessenen Youngstern zeigen, was wirklich zählt im Leben. Gelobt wurden nicht zuletzt das feine Gespür für Situationskomik und die dem wahren Leben abgelauschten Dialoge.

René Heinersdorff
inszeniert nun diesen amüsanten Generationenkonflikt für die Comödie Dresden. In einschlägigen Rollen sind u.a. die TV-Stars Simone Rethel („Diese Drombuschs“), Lutz Reichert („Wie Bitte?!“) und Joachim Hermann Luger (im gesamten deutschsprachigen Raum für seine Fernsehrolle des „Vater Beimer“ aus der Langzeit-
Serie „Lindenstraße“ bekannt) sowie Katarina Schmidt, Julie Stark und Florian Gierlichs zu sehen. Rethel ist übrigens seit Anfang 2005 als Botschafterin für die Initiative „Altern in Würde“ tätig.

Service

Was„Wir sind die Neuen“

Wann: 1. bis 22. Juni (außer montags)

Wo: Comödie, DD

Tickets: ab 19 Euro

Hotline: 0351 866410

Internet: www.comoedie-dresden.de

Verlosung

Wir vergeben einmal zwei Freikarten für die Vorstellung am 3. Juni, 15 Uhr – über verlosung@augusto-magazin.de, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden am Freitag benachrichtigt.

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