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Samstag, 11.08.2018

Seewoche – Top oder Flop?

Es gab Pop mit Pommes und Party ohne Beschwerde. Auch nächstes Jahr soll die Seewoche wieder stattfinden.

Von Susanne Sodan

Angelika Martin und Anthony Weihs bestritten die Schlagernacht bei der Milchbar Otto. Der Inhaber zieht ein positives Fazit. Bis auf einen Punkt.
Angelika Martin und Anthony Weihs bestritten die Schlagernacht bei der Milchbar Otto. Der Inhaber zieht ein positives Fazit. Bis auf einen Punkt.

© pawelsosnowski.com

Berzdorfer See. Lauschig, Hier passt das Wort. Es gibt Pommes mit Pop. Auf der Bühne stehen Tillmann mit Band und spielen gerade eine Coverversion des Klassikers „Weinst du?“ von Echt. Hier weint bestimmt grad keiner. Die Bänke bei der Milchbar Otto am Berzdorfer See sind zwar nicht rappelvoll, aber an der Milchbar vorne ist viel los. Als der Applaus für Tillmann am Sonntagnachmittag verebbt, ist auch die Seewoche vorbei. Milchbar-Inhaber Bernd Otto ist zufrieden damit, wie sie für ihn lief. Er hatte insgesamt sieben Veranstaltungen bei sich, angefangen mit der Schlagernacht. „Die war für uns auch die erfolgreichste Veranstaltung“, sagt Bernd Otto. Gut besucht sei auch das Konzert der Löbauer Band Stereo Pilot gewesen, und der Operettenabend – ein eher ungewöhnliches Angebot am See, „aber das hat richtig Spaß gemacht.“

Über das Jahr verteilt, wären die einzelnen Veranstaltungen vermutlich noch besser angenommen worden , als alle auf einen Schlag in der Seewoche, nimmt Otto an. Aber er ist zufrieden, wie es lief. Es war dieses Jahr die dritte Seewoche. Die habe sich durchaus besser rumgesprochen als in Vorjahren. Allerdings war Mundpropaganda auch nötig. Das ist der Punkt, den Bernd Otto und auch andere kritisieren: Die Europastadt Görlitz/Zgorzelec als Organisatoren hatten diesmal kein gedrucktes Programm herausgebracht. Es hängen viele Plakate für den „Sommer am See“ aus, aber das genaue Programm dafür und die zugehörige Seewoche ist nur im Internet zu finden. Was aber mit denen, die nicht so internetaffin sind?

Ein positives Fazit ziehen die Segler vom Berzdorfer See. Sie hatten mit einem Schausegeln ihr Können gezeigt. Rund 25 Boote waren dabei, erzählt Matthias Fiebig von der SG Schönau-Berzdorf. Darunter waren auch einige Boote vom Hafen, also die größeren. Apropos Hafen: Nicht nur das Schausegeln fand am Sonntag vor einer Woche statt, sondern auch das Hafenfest, das der Großvermieter Kommwohnen als Hafenbetreiber veranstaltete. „Mit dem Hafenfest waren wir soweit zufrieden“, teilt Medienreferentin Jenny Thümmler mit. „Ohne die Besucher gezählt zu haben, waren den ganzen Tag über immer Gäste da. Vor allem die schattigen Plätze am Kiosk waren natürlich sehr begehrt bei den derzeitigen Temperaturen.“ Die Hitze war ein schwieriger Punkt: Der Görlitzer Zoo wollte mit einigen Tieren anreisen. Den Ausflug zum Hafen habe der Tierpark aber kurzfristig am Sonntag abgesagt – zu heiß.

Nicht wegen der Hitze, sondern weil Genehmigungen fehlten, fiel auch das Fallschirmspringen über dem See ins Wasser. Alle Genehmigungen beisammen hatten Jens Werner und Benjamin Reiss, die Freitag und Sonnabend vor einer Woche die Depeche Mode Lounge und das Electronic Summer Open Air am Oberhof veranstalteten. Zu beiden Veranstaltungen kamen rund 300 Gäste „Wir sind zufrieden, wir hatten auch mit dem Wetter großes Glück“, erzählt Jens Werner. „Mir sind diesmal auch keine Beschwerden wegen der Lautstärke zu Ohren gekommen.“ Vor ein paar Monaten hatte es die nach einer größeren Veranstaltung gegeben. „Wir waren diesmal wirklich im grünen Bereich.“ Teils war die Musik sogar leiser als zugelassen.

Auch 2019 soll die Seewoche wieder stattfinden, sagt Eva Wittig von der EGZ. „Es ist ein schönes Format, das sich etabliert hat“, sagt sie. Natürlich gebe es aus den Erfahrungen dieses Jahr auch Stellschrauben zu drehen. Welche das sind, soll noch ausgewertet werden. Insgesamt sei eine Veranstaltung wie die Seewoche, die an vielen Protagonisten hängt, immer im Wandel, was örtliche Schwerpunkte und Programm betrifft. Zu der Sache mit dem Programm erklärt sie: Die Online-Variante hatte auch ganz praktische Gründe, mehr Flexibilität. Akteure können auch kurzfristig Änderungen vornehmen. Für kommendes Jahr soll darüber aber doch nochmal beraten werden.