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Mittwoch, 12.09.2018

Schweigen, schauen, korrigieren

20 Spieler, zwei Torhüter, acht Trainer und Betreuer sowie ihr Chef – schon beim Auftakt wird deutlich, was der Neue will.

In den Pausen spricht nur einer: Maik Walpurgis macht klare Ansagen.
In den Pausen spricht nur einer: Maik Walpurgis macht klare Ansagen.

© Robert Michael

Gleich die Premiere beginnt mit Verspätung. Für 15 Uhr hat Maik Walpurgis sein erstes Training angesetzt, nur ist selbst nach dem akademischen Viertel am Dienstagnachmittag im Großen Garten noch keiner zu sehen – außer den 70, 80 Zaungästen. Ihr Motto: neuen Trainer gucken. Doch Walpurgis‘ Antrittsrede in der Kabine steht dem zunächst entgegen.

Offenbar hat der Neue einiges zu erzählen, und darüber hinaus muss er natürlich seiner neuen Mannschaft auch deren zwei neue Co-Trainer vorstellen. Dann jedoch, 15.17 Uhr, kommen Athletiktrainer Philippe Hasler und zwei Ballsäcke, dann Ersatztorhüter Patrick Wiegers neben dem wiedergenesenen Sören Gonther und die anderen Spieler, dazu Wasserkästen, Arztkoffer, danach eine Weile nichts, schließlich Walpurgis mit Trinkflasche in der Hand und der Stoppuhr um den Hals sowie eine ganze Gruppe in roten Trikots.

Es gibt vereinzelt Beifall, aber auch Fragen. Immerhin neun Trainer und Betreuer stehen am Ende auf dem Platz, das hat man bei Dynamo noch nie gesehen. Doch zumindest der Chef ist – wie unter Neuhaus – der größte. Mit seinen 1,88 Meter überragt Walpurgis sämtliche Kollegen seines Stabs. Die meisten Ansagen aber macht Ovid Hajou, Mann des Vertrauens und wichtigster Ansprechpartner des Neuen.

Walpurgis selbst übernimmt größtenteils die Rolle des schweigenden Beobachters. Gelegentlich unterbricht er die Übungen, in denen die bei der Pressekonferenz zuvor angekündigte Spielidee sofort deutlich wird: Ballsicherheit zum einen, Pressing im speziellen. In den Pausen spricht allerdings nur einer: Walpurgis.

Er mag nicht so energisch-impulsiv wie Interimstrainer Cristian Fiel korrigieren, lautstark ist der neue Mann allerdings. Er fordert Zuspiele „mit Druck“ sowie Kommunikation untereinander. Im Laufe des Trainings betritt auch Sportchef Ralf Minge den Platz, weißes Hemd und Sonnenbrille. Die Zufriedenheit ist ihm anzusehen.

Viertel nach fünf endet die Einheit, wie sie begonnen hat: mit einer Ansprache und Beifall, diesmal von den Spielern. (SZ/-yer)

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