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Freitag, 18.05.2018 Aus dem Gerichtssaal

Schüsse in der S-Bahn

Auf dem Heimweg schaukelte sich der Streit eines Paars mit einer Mitreisenden hoch. Dann schlugen sie die Frau zusammen.

Von Alexander Schneider

In einer S-Bahn von Meißen nach Neusörnewitz griff im September 2016 ein Pärchen eine 36-Jährige an. Sie soll zu laut telefoniert haben.
In einer S-Bahn von Meißen nach Neusörnewitz griff im September 2016 ein Pärchen eine 36-Jährige an. Sie soll zu laut telefoniert haben.

© Claudia Hübschmann

Dresden/ Meißen. Ein Pärchen ist im September 2016 in einer S-Bahn von Meißen nach Neusörnewitz auf eine 36-Jährige losgegangen, weil sie lautstark telefoniert hatte. Am Donnerstag standen Rico M. (43) und seine Freundin (20) (beide mit Drogenproblemen und vorbestraft) wegen schweren Raubes vor der Jugendkammer des Landgerichts Dresden.

Laut Anklage ärgerten sie sich über Mandy L., weil die nachts in der Bahn so laut war. „Halt die Fresse“, soll M. eingangs zu ihr gesagt haben. Nun eskalierte die Lage, weil auch L. das Paar beleidigte. Ehe das Pärchen in Neusörnewitz ausstieg, versuchte Rico M., der lauten Frau das Handy aus der Hand zu treten. Sein Tritt traf sie im Gesicht. Nun forderte die 20-Jährige mit vorgehaltener Gasdruckpistole das Handy. Weil die Frau auch jetzt ihr Handy nicht herausgab, schoss die 20-Jährige und verletzte L. leicht an Nase und Schulter. Erst als M. mit der Faust mehrfach auf die Frau einschlug, ließ sie ihr Handy los.

Die Angeklagten räumten die Tat ein. Sie hätten das Handy jedoch nicht geraubt, sondern nur Fotos gelöscht, die L. von ihnen angeblich gemacht habe. Das Gericht verurteilte das Paar dennoch wegen schweren Raubes. M. muss zwei Jahre und neun Monate in Haft. die 20-Jährige erhielt eine Jugendeinheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und muss eine Drogentherapie machen. Das Gericht gab der Geschädigten eine Mitschuld an der Eskalation. (SZ/lex)