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Samstag, 13.10.2018

Schon wieder ein Unfall auf gefährlicher Kreuzung

Die Unfälle an der Umgehungsstraße häufen sich. Bisher hat das allerdings noch keine Konsequenzen.

Von Sylvia Jentzsch und Frank Korn

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An der Kreuzung Harthaer/Aschershainer Straße gilt eine Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde. Dennoch kommt es häufig zu Unfällen.
An der Kreuzung Harthaer/Aschershainer Straße gilt eine Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde. Dennoch kommt es häufig zu Unfällen.

© Dietmar Thomas

Auch am Freitagnachmittag hat es an dieser Stelle gekracht.
Auch am Freitagnachmittag hat es an dieser Stelle gekracht.

© Feuerwehr Hartha

Hartha. Schon wieder hat es einen Unfall auf der Kreuzung Harthaer Straße/Aschershainer Straße gegeben. Zwei Personen wurden dabei verletzt. Am Freitagnachmittag gegen 14.40 Uhr sind ein Laster und ein Pkw an der Kreuzung zusammengestoßen. Der Laster wollte wahrscheinlich die Straße von Hartha aus kommend überqueren. Ein Pkw fuhr in ihn hinein. Zum Unfallort wurden die Kameraden der Richzenhainer Wehr gerufen. Allerdings mit der Angabe von der Leitstelle, dass es sich um einen Unfall an der Hauptstraße handelt. Als die Kameraden dort nicht fündig wurden, suchten sie weiter und sahen den Unfall auf der Kreuzung. Der Harthaer Gemeindewehrleiter René Greif rückte nach einem Anruf eines Bürgers bei der Leitstelle mit dem Einsatzfahrzeug aus.

Erst vor wenigen Tagen hatte es an dieser Stelle einen schweren Unfall gegeben (DA berichtete). Der Fahrer des Peugeots und ein Kleinkind wurden dabei schwer verletzt und ins Krankenhaus zur stationären Behandlung gebracht. Der Suzukifahrer und die Beifahrerin wurden leicht verletzt. Der Suzuki befuhr die Aschershainer Straße aus der Stadt in Richtung Aschershain und stieß mit dem aus Waldheim in Richtung Hartha Kreuz fahrenden Peugeot zusammen. Der Peugeot war vorfahrtsberechtigt. Gut, dass als Ersthelfer zwei Ärzte vor Ort waren und Erste Hilfe leisten konnten. Der Vater des Schwerverletzten, der in die Uni-Klinik nach Leipzig gebracht wurde, informierte den DA, dass sich das Kleinkind auf den Weg der Besserung befindet.

Es war nicht der erste Unfall an dieser Kreuzung. Zwar ist die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf der Gewerbeanbindungsstraße zwischen Hartha und Waldheim auf 70 Kilometer in der Stunde begrenzt, aber oft sind die Fahrzeuge schneller unterwegs.

Wer von Hartha kommt, hat nach links keine weite Sicht. Erschwert wird der Ausblick noch durch eine Kurve. Auch auf der gegenüberliegenden Seite ist nur dann eine gute Sicht gegeben, wenn auf den Feldern kein Getreide steht. Vielleicht sollten Verantwortliche darüber nachdenken, wie die Kreuzung sicherer gestaltet werden könnte. „Bei der Kreuzung Aschershainer Straße/Harthaer Straße handelt es sich um eine Gemeindestraße, für die die Landkreisverwaltung verkehrsrechtlich nicht zuständig ist. Deshalb können über diese Örtlichkeit auch keine Aussagen über Unfallhäufungen und gegebenenfalls Ursachen getroffen werden“, teilte die Pressereferentin des Landratsamtes Cornelia Kluge mit. Die Gemeinden als für ihre Straßen zuständige Verkehrsbehörden könnten sich zum aktuellen Unfallgeschehen über die Polizei Informationen einholen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Eine Nachfrage des DA bei der Polizeidirektion Chemnitz ergab, dass 2016 und 2017 jeweils zwei Unfälle erfasst wurden. Die Kreuzung ist bisher nicht als Unfallschwerpunkt angesehen worden. „In Auswertung des Unfallgeschehens der Jahre 2015 bis 2017 lag am Knotenpunkt Harthaer Straße/Aschershainer Straße keine Unfallhäufung vor. Somit war der Ort auch nicht Gegenstand der diesjährigen Unfallkommissionssitzung des Landkreises Mittelsachsen“, sagte Pressesprecherin Jana Ulbricht von der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Mit den beiden in diesem Jahr erfassten Unfällen, bei denen es vier Leicht- und zwei Schwerverletzte gab, hat sich die Lage nun geändert. „Das Kriterium für eine Unfallhäufungsstelle ist erfüllt und die zuständige Unfallkommission wurde bereits davon in Kenntnis gesetzt“, so Jana Ulbricht. Noch im Oktober werde sich das Gremium mit dem Knotenpunkt ausführlich befassen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Kreuzung zu entschärfen. Die einfachste wäre, Warnschilder mit dem Hinweis „Gefährliche Kreuzung“ aufzustellen. An der Aschershainer Straße könnten von beiden Seiten Stoppschilder angebracht und Haltelinien gezogen werden. Noch sicherer wäre das Aufstellen einer Ampelanlage. Auch eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit wäre denkbar. Ob eine dieser Möglichkeiten zum Einsatz kommt, muss aber die Unfallkommission entscheiden.

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