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Mittwoch, 08.08.2018

Schmilksche Mühle neuerdings Vier-Sterne-Hotel

Von der Dehoga gab es jetzt die Klassifizierung. Dabei werden gar nicht alle vorgeschriebenen Kriterien erfüllt.

Von Gunnar Klehm

Das Hotel Schmilksche Mühle bekam jetzt vier Sterne zuerkannt. Inhaber Sven-Erik Hitzer (v.l.) und Mitarbeiter Knut Jessen konnten gleich mehrere Zertifikate von Thomas Pfenniger und Axel Klein vom Verband Dehoga entgegennehmen.
Das Hotel Schmilksche Mühle bekam jetzt vier Sterne zuerkannt. Inhaber Sven-Erik Hitzer (v.l.) und Mitarbeiter Knut Jessen konnten gleich mehrere Zertifikate von Thomas Pfenniger und Axel Klein vom Verband Dehoga entgegennehmen.

© Dirk Zschiedrich

Schmilka. Wie üblich wurde zu diesem Akt das Schild für die Eingangstür übergeben. An der Mühle in Schmilka wird ab sofort eines mit vier Sternen prangen. Das hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nach einem länger dauernden Verfahren festgelegt. Thomas Pfenniger, der Geschäftsführer des Dehoga-Regionalverbands Sächsische Schweiz, ist davon überzeugt, dass damit die Tourismusregion Sächsische Schweiz weiter an Image gewinnt. „Diese Zertifizierung ist ein Qualitätskriterium, das besonders im internationalen Vergleich wichtig ist“, sagt er. Dabei gehe es nicht nur darum, so viele Vier-Sterne-Häuser wie möglich zu haben. „Wir brauchen hier genauso auch einfache Unterkünfte für Wanderer. Aber auch die weisen mit einer Zertifizierung ihre Qualität nach“, sagt Pfenniger.

Der Inhaber der Schmilkschen Mühle, Sven-Erik Hitzer, hat in dem Verfahren auch gleich noch die vier Sterne für das Hotel Helvetia verteidigt und für das Haus Waldfrieden neu erhalten. Auch die Apartments in der Villa Tusnelda und das Forsthaus in Schmilka sind jetzt zertifiziert. Letzteres zum ersten Mal seit 20 Jahren und bekam drei Sterne. Alle Häuser gehören zur Albergo GmbH.

Wie jetzt zu erfahren war, gab es einige Diskussionen um die Einstufung. Denn eigentlich werden gar nicht alle klassischen Kriterien erfüllt. Das gehört sogar zum Bio-Konzept des Refugiums in Schmilka. Für eine Vier-Sterne-Klassifizierung sind beispielsweise eine Minibar auf jedem Zimmer oder W-Lan vorgeschrieben. „Kühlschränke sind Energie-Verschwender, die nicht in unser Konzept passen“, sagt Hitzer. Stattdessen bietet er einen 16-Stunden-Getränkeservice an. Außerdem will er Elektrosmog in den Zimmern minimieren. Dafür kann er beispielsweise das EHC-Siegel für Bio-Hotels nachweisen. „In allen anderen Punkten spielen wir ja in der Vier-Sterne-Liga“, sagt Hitzer.

Einzelne Einrichtungen des Unternehmens stehen auch für Gäste aller Häuser zur Verfügung. Dieses Dorf-Konzept gibt es auch in Italien und nennt sich dort „Albergo Diffuso“, was so viel bedeutet wie „zersplittertes Hotel“. Im Dorf Locorotondo in Apulien genießt der Gast auf diese Weise die authentische italienische Atmosphäre in alten sanierten Häusern, ohne jedoch auf Annehmlichkeiten zu verzichten. In Schmilka ist der Ansatz ähnlich.

Das hat nun offensichtlich auch die Saxonia-Fördergesellschaft überzeugt, die im Auftrag des Dehoga für die Zertifizierung verantwortlich ist. „Da haben wir einen Ermessensspielraum, den wir im Hinblick auf die ökologische Ausrichtung der Häuser in Anwendung gebracht haben“, sagt Andra Becker-Querner von der Saxonia.

Hitzer ist klar, dass er für den Verband ein „schwieriger Teilnehmer“ ist. Andererseits würde das Bio-Essen, das er Gästen auftischt, gar keine Rolle in der Klassifizierung spielen. Für den internationalen Vergleich der Qualitätsstandards gäbe es aber nichts Besseres als die Sterne vom Dehoga. Die seien nun mal anerkannt.