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Freitag, 14.09.2018

Schlechte Zahlen für Miesmacher

Frank Seibel kommentiert den zuletzt geringen Zuzug von Flüchtlingen in Landkreis Görlitz.

SZ-Redakteur Frank Seibel.
SZ-Redakteur Frank Seibel.

© Nikolai Schmidt

Es ist eine blöde Entwicklung für all die politischen Brandstifter: Die Asylsituation im Landkreis ist ziemlich entspannt, eine „Massenzuwanderung“ will sich schon seit zwei Jahren partout nicht mehr einstellen.

Wenn man sich die aktuellen Zahlen im Landkreis Görlitz anschaut, erscheint die politische Aufgeregtheit um die Asylpolitik zunehmend befremdlich. Der Landkreis hat es, gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, mit Hilfsorganisationen und vielen engagierten Menschen vor drei Jahren geschafft, innerhalb kurzer Zeit 2 000 Menschen aufzunehmen und ihnen eine menschenwürdige Unterkunft zu organisieren. So absurd war der Ansporn „Wir schaffen das!“ gar nicht. Mittlerweile ist die Aufnahme von Flüchtlingen aus aller Welt Teil des ganz normalen Alltagsgeschäftes einer Landkreisverwaltung geworden.

Durch dramatische Einzelfälle wie den Mord in Chemnitz oder den tödlichen Zwischenfall in Köthen bekommt das Thema Zuwanderung allerdings einen übergroßen Raum im allgemeinen Empfinden. Dann kommen noch wahlkampfgeängste Politiker mit politischen Verlustängsten hinzu, die auf der großen Bühne ein Riesentheater veranstalten. Und weil das alles nicht reicht, streuen boshafte Lügner in den (un)sozialen Netzwerken irre Gerüchte wie einen Messerangriff in Reichenbach. Dabei können wir dankbar sein für die Ruhe in unserer Region.

E-Mail an Frank Seibel