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Donnerstag, 17.05.2018

Schlafende Partnerin angegriffen

Ein 32-jähriger Student ist im Drogenrausch auf seine Frau losgegangen. Nachbarn haben ihn überwältigt. Am Mittwoch hat der Prozess begonnen.

Von Alexander Schneider

Nachbarn überwältigten einen Mann, der jetzt des versuchten Totschlags angeklagt ist.
Nachbarn überwältigten einen Mann, der jetzt des versuchten Totschlags angeklagt ist.

© dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 32-jährigen Dresdner versuchten Totschlag vor. Steffen V. soll laut Anklage im Juni 2017 im Drogenrausch brutal auf seine schlafende Partnerin losgegangen sein. Die 31-jährige Deutsche war schon in der neuen Wohnung in Trachau zu Bett gegangen, ehe V. vom Malern nach Hause kam. Er habe sich unmittelbar auf die Schlafende gesetzt, mit der er einen vierjährigen Sohn hat. Er habe ihren Kopf umfasst und ruckartig nach links gerissen. Offenbar hatte er versucht, ihr das Genick zu brechen. Anschließend habe er mit Fäusten und schließlich mit einem etwa ein Kilogramm schweren, pyramidenförmigen Briefbeschwerer auf die Frau eingeschlagen. Sie konnte jedoch an die Wohnungstür flüchten und Hilfe rufen. Noch ehe er erneut auf sie einschlug, wurde V. von drei Nachbarn überwältigt.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft leidet V. aufgrund seines langjährigen Drogenkonsums an einer krankhaften Störung, weshalb seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit möglicherweise erheblich eingeschränkt war. Der Prozess hat am Mittwoch am Landgericht Dresden begonnen. V.s Verteidiger Dino Lang kündigte an, sein Mandant werde die Vorwürfe im Wesentlichen einräumen.

Zunächst ließ Richter Herbert Pröls, Vorsitzender des Schwurgerichts, den Angeklagten von sich erzählen. Schnell war offensichtlich, dass er erheblich von seinem Drogenkonsum beeinträchtigt ist. V. sprach leise in abgehackten, nicht zusammenhängenden Wortfetzen und ließ die Zuhörer rätseln, was er meinte. Seit seiner Jugend trinke er erhebliche Mengen Alkohol und experimentiere mit Drogen. Zuletzt habe er Ende 2016 an Amphetamin Gefallen gefunden – aber im Rausch auch „Fratzen“ gesehen und sich „verfolgt gefühlt“. Dazu passt nicht, dass der 32-Jährige ein gutes Fachabi geschafft hat und ab 2015 Elektrotechnik an der HTW studiert hatte.

V.s Einlassung dauerte nachmittags noch an. Ein psychiatrischer Gutachter wird sich im Verlauf des Prozesses wohl auch mit seinen Wahnvorstellungen befassen. Das Gericht hat zunächst vier Sitzungstage bis Anfang Juni angesetzt.

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