• Einstellungen
Dienstag, 05.06.2018

Schlägt ein RB-Torwart bei Dynamo auf?

Dringend wird ein Nachfolger für Marvin Schwäbe gesucht, Marius Müller ist ein Kandidat. Aber es gibt noch mehr Lücken.

Von Daniel Klein

An Marius Müller lag es nicht, dass Kaiserslautern den Klassenerhalt in der zweiten Liga verpasste. Dynamo soll am Torwart interessiert sein.
An Marius Müller lag es nicht, dass Kaiserslautern den Klassenerhalt in der zweiten Liga verpasste. Dynamo soll am Torwart interessiert sein.

© Nordphoto/Witke

Es ist noch viel zu früh, um sich Sorgen zu machen. Doch so richtig in Gang gekommen ist die Einkaufstour von Dynamo auch nicht. Lediglich die Verpflichtung von Ioannis Nikolaou vom Drittligisten Würzburger Kickers fürs defensive Mittelfeld ist bisher fix. Dagegen stehen mit Marvin Schwäbe, Marcel Franke, Fabian Müller, Paul Seguin, Manuel Konrad, Andreas Lambertz und Niklas Hauptmann bereits sieben Abgänge fest. Ausgewogen ist die Transferbilanz bisher also nicht.

Etwas freundlicher sähe es aus, wenn auch Dynamo endlich den Wechsel des Dänen Brian Hamalainen bestätigen würde. Doch der Nachfolger von Linksverteidiger Philip Heise, den es nach England zieht, hat nur Hamalainens bisheriger Arbeitgeber, der belgische Erstligist SV Zulte Waregem, verkündet. Die Twitter-Meldung wurde umgehend wieder gelöscht.

Es gibt also noch einige Baustellen im Dynamo-Kader. Brisant ist vor allem die im Tor – und das in doppelter Hinsicht. Die Frage ist, ob die Schwarz-Gelben eine Nummer eins oder zwei holen, Eigengewächs Markus Schubert also weiterhin Ersatzmann bleibt oder zum Stammkeeper aufrückt. Als möglicher Konkurrent für den Platz zwischen den Pfosten ist Marius Müller im Gespräch. Und der hat eine RB-Vergangenheit, bei Dynamo ein sensibles Thema. In der Saison 2016/17 bestritt er allerdings kein einziges Bundesliga-Spiel für den Aufsteiger, sondern lediglich fünf Einsätze für die U23 in der Regionalliga. Vor einem Jahr ließ er sich deshalb an seinen Ex-Verein Kaiserslautern ausleihen und stieg mit den Pfälzern ab. Vorentscheidend dafür war die 0:1-Heimniederlage der Lauterer gegen Dresden Ende April. Nun also könnte es ein Wiedersehen geben.

Allerdings läuft Müllers Vertrag bei RB noch ein Jahr. Und auch bei den Leipzigern ist die Torwartfrage ungeklärt – zumindest die hinter Peter Gulacsi, der Ungar gilt als gesetzt. Sein Stellvertreter, der Schweizer Yvon Mvogo, bestritt in der abgelaufenen Saison nur ein Pflichtspiel und soll mit seiner Reservistenrolle mehr als unzufrieden sein. Und da sind auch noch der Altmeister Fabio Coltorti und das Talent Philipp Köhn – das Überangebot ist offensichtlich und ob oder wie sich da Rückkehrer Müller einordnen soll ungewiss. Dynamo müsste für den 24-Jährigen wohl eine Ablöse zahlen, die Rasenballer investierten 2016 immerhin 1,7 Millionen Euro.

Doch auch auf anderen Positionen klaffen noch Lücken. Als Rechtsverteidiger steht nach dem Abgang von Seguin nur noch Niklas Kreuzer bereit. Österreichische Medien berichten, dass Dynamo an Florian Hart vom SV Mattersburg interessiert sei und er gleich im Doppelpack mit Mittelfeldspieler Manuel Seidl kommen könnte. Das würde die Austria-Fraktion auf vier anwachsen lassen.

In der Innenverteidigung wäre noch Platz für einen Neuzugang aus Utrecht. Was die Transferbilanz auf jeden Fall aufhübscht: Die ausgeliehenen Marc Wachs und Justin Löwe kehren zunächst zurück, die Talente Marius Hauptmann und Osman Atilgan erhielten längerfristige Verträge.

Desktopversion des Artikels