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Mittwoch, 11.07.2018

Schaden im Schloss beseitigt

Im September 2016 hatten vier Jugendliche im Alten Schloss randaliert. Fast zwei Jahre später ist davon nichts mehr zu sehen.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Bürgermeister Hans-Joachim Weigel an dem reparierten Geländer. Die Türen im Hintergrund sind auch neu.
Bürgermeister Hans-Joachim Weigel an dem reparierten Geländer. Die Türen im Hintergrund sind auch neu.

© Kristin Richter

Schönfeld. Amtlich heißt es: Der Täter-Opfer-Ausgleich ist abgeschlossen. Opfer war die Gemeinde Schönfeld als Besitzerin des Alten Schlosses neben dem Traumschloss. Täter waren vier Schüler der Oberschule. Sie waren unberechtigt und vielleicht aus Langeweile in das leerstehende Gebäude eingestiegen und hatten einiges kaputtgemacht: in drei Innentüren die Füllungen herausgetreten, ein Treppengeländer beschädigt, eine Glasscheibe zerstört. Von etwa 10 000 Euro Schaden wurde ausgegangen. Die Befürchtung war groß, dass die Gemeinde auf den Kosten sitzenbleibt.

Da die Verursacher ermittelt werden konnten, war der Täter-Opfer-Ausgleich möglich. Weil die Schüler zum Tatzeitpunkt 13 bzw. 14 Jahre alt waren, wurde dafür Annett Köppler vom Verein Kinder- und Jugenddomizil Coswig als Vermittlerin herangezogen. Nach der getroffenen Vereinbarung mit den Eltern der Jungs und der Gemeinde wurde versucht, dass die Schüler „aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln den Schaden wiedergutmachen“, wie es damals hieß. Das ist die Voraussetzung, damit das Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft eingestellt werden kann.

Die beiden strafmündigen Jugendlichen, die damals 14 Jahre alt waren, erklärten sich bereit, je 1000 Euro aufzubringen. Einer in Form von Geld, der andere in Form von Arbeitsstunden. Das Geld floss in die Wiederherstellung von drei Türen, die der Kalkreuther Tischler Matthias Boy jetzt wieder angefertigt hat. „Es sind 1:1-Nachbauten aus Kiefer mit den traditionellen Verbindungen und mit geschnitzten Ornamenten“, so Matthias Boy.

Ein Vorteil liegt nun darin, dass diese Türen nicht mehr wurmstichig sind. Da die Rechnung aber 3600 Euro umfasst, muss die Versicherung der Gemeinde einspringen. „Die trägt den überwiegenden Teil der Summe“, bestätigt Schönfelds Hauptamtsleiterin Kerstin Sulak. Der zweite 14-Jährige hat Arbeitsstunden im Gemeindebauhof geleistet. Er wurde zur Landschaftspflege im Schlosspark herangezogen, heißt es aus der Gemeinde. 100 Stunden zu je zehn Euro hatte er aufzubringen. In den Frühjahrsferien erfolgten die ersten Arbeiten, in den Sommerferien nun der Rest.

Die Familie der zwei weiteren Jugendlichen beauftragten selbst eine Firma zur Reparatur des Treppengeländers und der darauf befindlichen Kugel. „Das ist Anfang Juni passiert“, berichtete Bürgermeister Hans-Joachim Weigel im Gemeinderat. Der Bericht über diese abgeschlossene Wiedergutmachung ist bereits bei der Staatsanwaltschaft, so Vermittlerin Köppler. Den Zweiten wird sie demnächst absenden.

Nicht nur Annett Köppler ist zufrieden, dass der Ausgleich so zustande kam, auch wenn er nur 4000 Euro Schaden abdeckte. Auch die Gemeinde ist erleichtert, sie kam weitgehend ohne finanzielle Eigenbeteiligung aus. Alle Eltern hätten sich kooperativ gezeigt und waren bemüht, dass ihre Kinder den Schaden bestmöglich wiedergutmachen. Einen Haken will Bürgermeister Weigel allerdings nicht an die Sache machen. „Das hieße, das Geschehene zu akzeptieren, und das kann ich nicht“, so Weigel. Man kann allerdings davon ausgehen, dass der erzieherische Effekt bei den Schülern gewirkt hat. Den Übeltätern ist deutlich die Schuld bewusst geworden, die sie durch unbedachte Handlungen verursacht haben, bestätigte Jugendhelferin Annett Köppler.

Bleibt die Frage, wie es mit dem Alten Schloss weitergeht. Die Gemeinde will Mäzenin Ingeborg Chrysant-Piltz nun von der abgeschlossenen Schadensbeseitigung in Kenntnis setzen. Mit dem Dresdner Heidebogen akquiriert Hans-Joachim Weigel Gelder für die nötige Dachreparatur. Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September wird auch das Alte Schloss geöffnet sein.