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Dienstag, 24.10.2017

Saudi-Arabien plant Megastadt

So groß wie Meck-Pomm, ein Budget wie das Bruttoinlandsprodukt von Polen: Saudi-Arabien will mit einer neuen Megastadt seine Wirtschaft revolutionieren. Aufbauen soll „Neom“ ein Deutscher.

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Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman (r.) reicht dem früheren Geschäftsführer von Alcoa und Arconic Inc, Klaus-Christian Kleinfeld, die Hand. Dieser hatte zuvor einen Vertrag als Geschäftsführer des Projekts „Neom“ unterzeichnet.
Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman (r.) reicht dem früheren Geschäftsführer von Alcoa und Arconic Inc, Klaus-Christian Kleinfeld, die Hand. Dieser hatte zuvor einen Vertrag als Geschäftsführer des Projekts „Neom“ unterzeichnet.

© dpa

Riad. Für dem Umbau seiner Wirtschaft investiert das Königreich Saudi-Arabien 500 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) in den Bau einer futuristischen Megastadt am Roten Meer. „Neom“ soll mit 26 500 Quadratkilometern Fläche größer werden als Mecklenburg-Vorpommern. Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman stellte das Megaprojekt am Dienstag in Riad vor. Geschäftsführer wird der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.

„Neom“ ziele durch die Förderung von neun Wirtschaftsbereichen wie Biotechnologie, Energie und Wasser oder die mediale Entwicklung darauf ab, die Ökonomie des Landes breiter aufzustellen. „Wir wollen in 15 Jahren nicht herausfinden, dass wir eine Chance verpasst haben“, sagte der einflussreiche Kronprinz bei einer Podiumsdiskussion der „Future Investment Initiative“ der Übersetzung zufolge. Sein Land stehe unter Druck, innovative Ideen in einer kurzen Zeit zu liefern.

Das Projekt ist Teil des groß angelegten saudi-arabischen Wirtschaftsumbaus „Vision 2030“, mit dem neue wirtschaftliche Felder angesichts der knapper werdenden Rohstoffe und dauerhaft niedrigen Ölpreisen erschlossen werden sollen.

Das Budget für das Projekt ist mit 425 Milliarden Euro in etwa so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt von Polen. Die erste Bauphase soll 2025 abgeschlossen sein. „Neom“ werde „neue Arbeitsstellen schaffen und zu einem wachsenden Bruttoinlandsprodukt im Königreich beitragen“, berichte Spa. Die Monarchie erhofft sich mit dem Projekt vor allem, ausländische Investoren und Kapital an Land zu ziehen. Die sehr guten Beziehungen von Mohammed bin Salman in die USA werden in dieser Beziehung als Vorteil gesehen.

Der deutsche Top-Manager hatte zuletzt den US-Metallkonzern Arconic geführt und war dort über einen Streit mit Investoren gestürzt. Auf der Podiumsdiskussion sagte Kleinfeld, er denke über das Projekt weniger als Stadt, sondern als viele Dörfer und Gemeinschaften, die zusammen „einen Haufen Geld verdienen“ könnten. Nach dieser Äußerung lächelte der Kronprinz ihn breit an.

Das „Neom“-Projekt soll im Nordwesten des Landes in direkter Nähe der Ägyptischen Sinai-Halbinsel und dem Königreich Jordanien aufgebaut werden. Teil des Vorhabens ist auch eine riesige Brücke über das Rote Meer nach Ägypten, die „Asien und Afrika verbinden soll“.

Für Zorn im Nachbarland Ägypten könnten die auf einem Satellitenbild eingezeichneten Grenzen der neuen Stadt führen. Diese beinhalten auch die zwischen den beiden Ländern umstrittenen Inseln Tiran und Sanafir. Die ägyptische Regierung hatte im April 2016 ein Abkommen mit Saudi-Arabien unterzeichnet, das die beiden unbewohnten Inseln im Golf von Akaba unter Kontrolle der Golfmonarchie stellen sollte. Das löste wütende Proteste in der Bevölkerung aus. (dpa)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Benreiter

    Ist da auch Platz für ein paar Millionen Dollar im Bereich sozialer Wohnungsbau, für Flüchtlinge aus dem arabischem Raum? MFG

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