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Freitag, 13.07.2018

Runde Lebensretter

Am Rauchmeldertag soll über die runden Plastikgeräte aufgeklärt werden. Die Installation in Neubauten ist seit 2016 Pflicht.

Von Verena Toth

Ein Melder für jeden Raum

Das Sortiment an Rauchmeldern ist vielfältig. Auch in den Anschaffungskosten gibt es Unterschiede. Jedoch ist selbst das preiswerteste Gerät immer noch besser als gar keins.
Das Sortiment an Rauchmeldern ist vielfältig. Auch in den Anschaffungskosten gibt es Unterschiede. Jedoch ist selbst das preiswerteste Gerät immer noch besser als gar keins.

© Jo Neander

Döbeln. Sie sind so überlebenswichtig wie ein Sicherheitsgurt im Auto: Rauchmelder. Mit dem bundesweiten Aktionstag machen der Kreisfeuerwehrverband Mittelsachsen und die Feuerwehren der Region auf die runden Lebensretter aufmerksam. Die Plastikgeräte sollten heutzutage in jeder Wohnung vorhanden sein, findet Michael Tatz, Vorsitzender des mittelsächsischen Verbandes.

Zwar gilt seit Jahresbeginn 2016 auch in Sachsen die Rauchmelderpflicht in Wohngebäuden, allerdings ist die Installation nur für Neu- und Umbauten gefordert. Bestandsbauten und ältere Gebäude sind davon nicht betroffen, eine Nachrüstpflicht besteht derzeit noch nicht. Jede Mietwohnung und jedes Privatwohnhaus, welches nach dem 1. Januar 2016 neu- oder umgebaut worden sind, muss mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Gemäß der Sächsischen Bauordnung sollen die runden Plastikgeräte in allen Schlaf- und Kinderzimmern, sowie in allen Fluren, die als Rettungswege aus Aufenthaltsräumen dienen, installiert werden. Für den Einbau ist der Eigentümer beziehungsweise der Vermieter verantwortlich, für die Wartung der Geräte der Mieter selbst.

Ein Melder für jeden Raum

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Ein Rauchmelder reicht für einen etwa 60 Quadratmeter großen Raum und sollte mittig an der Zimmerdecke installiert werden. Räume in L-Form, die größer sind als 60 qm, benötigen zwei Rauchmelder – und zwar einen auf jeder Seite. Wohnräume, die sich über mehrere Etagen erstrecken, benötigen mindestens auf der oberen Ebene einen Rauchmelder.

Installiert werden sollten Rauchmelder grundsätzlichen in allen Wohn- und Schlafräumen sowie den Fluren. Für Küchen, Garagen und Badezimmer gibt es spezielle Melder, die zum Beispiel ausschließlich auf Hitze, Kohlenmonoxid oder Gas reagieren.

In der Regel funktionieren die Rauchmelder mit einer Batterie und einer Photozelle, die auf sich verändernde Lichtstärke reagiert. Die Funktionsfähigkeit sollte mindestens einmal jährlich überprüft werden. (DA/vt)

„Das schlechteste Gerät ist dabei immer noch besser als gar keins“, macht Michael Tatz deutlich. Auch wenn es noch keine generelle Pflicht gebe, rate er unbedingt dazu, Rauchmelder in jedem Wohn- und Schlafraum zu installieren. „Die Anschaffung ist keine große Investition, es gibt sie im Baumarkt schon ab 15 Euro“, so Tatz. Vor allem in den Schlafzimmern ist ein solches Gerät eine Lebensversicherung: „Besonders in der Nacht sind Schwelbrände tückisch. Die Gefahr geht hierbei weniger vom Feuer, sondern vor allem von den giftigen Brandgasen aus. Wenn wir schlafen, nehmen wir diese nicht wahr. Atmet man das angereicherte Kohlenmonoxid ein, verliert man das Bewusstsein. Und im Schlaf hat der Organismus keine Möglichkeit, darauf zu reagieren“, erklärt der Fachmann.

Im November 2010 war bei einem Wohnungsbrand in Döbeln ein vierjähriges Mädchen ums Leben gekommen. „Das ist ein trauriges Beispiel dafür, dass dieses furchtbare Unglück mit einem Rauchmelder hätte verhindert werden können“, erinnert sich Döbelns Hauptbrandmeister Lutz Hesse. Der Brand war damals im Kinderzimmer der Wohnung ausgebrochen, dichter und giftiger Rauch hatte das gesamte Wohnhaus ausgefüllt.

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