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Freitag, 14.09.2018

Rothenburg schraubt nicht an Beiträgen

Das Erhöhen von Kita-Beiträgen ist für die Stadt derzeit kein Thema. Sie erwartet mehr Geld vom Land statt von den Eltern.

Von Steffen Gerhardt

Symbolbild.
Symbolbild.

© dpa

Rothenburg. Es sollte am Mittwoch beschlossen werden, dass die Eltern künftig höhere Beiträge für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen müssen. Doch Bürgermeisterin Heike Böhm nahm den Beschluss von der Tagesordnung. Sie begründete das damit, dass sich der Stadtrat bewusst dafür entschieden hat, „die Elternbeiträge stabil zu halten und nicht mit der Anpassung an die gestiegenen Betriebskosten zu erhöhen“.

Die Stadt hat die Elternbeiträge zuletzt im Jahr 2015 angehoben. „Eine weitere Anpassung wäre zum 1. Januar 2019 legitim“, so die Bürgermeisterin. Aber statt die Eltern zur Kasse zu bitten, setzt die Stadtverwaltung auf höhere Zuwendungen vom Land Sachsen. Hier vollziehen sich gravierende Veränderungen bezüglich der Kita-Finanzierung, erklärt die Bürgermeisterin. So erhöht sich die Kita-Pauschale, die vom Freistaat monatlich für jeden Kita-Platz bezahlt wird, von 2 010 Euro im Jahr 2015 auf 2 755 Euro im kommenden Jahr. Das ist eine Steigerung von immerhin 37 Prozent.

Bisher war die Kita-Pauschale, wenn auch alle paar Jahre mal angepasst, feststehend und erhöhte sich bei steigenden Betriebskosten nicht dynamisch mit. Somit sind gestiegene Betriebskosten überwiegend zulasten der Elternhäuser und Kommunen gegangen. Inzwischen ist sich die Landespolitik mehrheitlich einig, dass auch der Finanzierungsschlüssel des Landes dynamisiert werden muss. „Daher wollen wir die positiven Auswirkungen dieser Veränderungen auf unseren Stadthaushalt abwarten und die Elternbeiträge stabil halten“, sagt die Bürgermeisterin.

Sollte sich dieser Prozess zugunsten der Kindereinrichtungen fortsetzen, denkt die Stadtverwaltung darüber nach, die Elternbeiträge im nächsten Jahr zu senken. „Aber das bleibt nun wirklich abzuwarten“, so Heike Böhm.

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