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Samstag, 11.08.2018

Rosengarten droht Kahlfraß

Der Buchsbaumzünsler hat sich auch im Rittergut eingenistet. Der Besitzer setzt auf biologische Bekämpfung statt Chemiekeule.

Von Matthias Fiebiger

Im Rosengarten am Rittergut Tiefenau labt sich der Buchbaumzünsler an rund 650 Meter Hecke. Es droht ein Totalverlust.
Im Rosengarten am Rittergut Tiefenau labt sich der Buchbaumzünsler an rund 650 Meter Hecke. Es droht ein Totalverlust.

© Eric Weser

Tiefenau. Mehr als einen halben Kilometer ist die rundum laufende Buchsbaumhecke im Tiefenauer Rosengarten lang. Sie gibt dem kleinen Park mit den vielen Rosenpflanzen und den fünf Springbrunnen eine Struktur. Doch die Pflanzen sind in Gefahr. Denn auch im Rosengarten hat sich der erst vor ein paar Jahren von Ostasien eingewanderte Buchsbaumzünsler ausgebreitet. Das bestätigt Holger Wolf, der Objektverantwortliche für das Areal. Seines Wissens ist das Insekt dieses Jahr erstmals in dem öffentlich zugänglichen Parkareal aufgetreten.

Dem Mitarbeiter des niederländischen Gutsbesitzers Henry de Jong zufolge ist die Rosengarten-Hecke auf gesamter Länge von den gefräßigen Raupen befallen, die als Buchsbaumkiller gelten. Das Ausmaß der Schäden sei unterschiedlich. „Es gibt gut und schlecht aussehende Abschnitte.“

Um die Ausbreitung des Insekts zu stoppen und die Hecke zu retten, hat der Objektmanager bereits vor einer Woche zur Spritze gegriffen. Ein Herbizid war aber nicht darin. Das wolle sein Chef nicht, sagt Holger Wolf. Henry de Jong habe ihm stattdessen ein biologisches Mittel gegeben. Ein Pulver, das in einigen Litern Wasser aufgelöst und dann auf die Pflanzen gesprüht wird. Mit der Mixtur habe er die komplette Hecke besprengt. Über die Wirkweise des Mittels ist sich Holger Wolf nicht völlig im Klaren. „Die Erklärung ist auf Holländisch.“

Ob die Behandlung die erhoffte Wirkung zeigt, werde sich ohnehin wohl erst im Frühjahr herausstellen. Lasse sich der Schädling aber nicht zurückdrängen, könne es sein, dass die Rosengarten-Hecke an dem Befall kaputtgeht. „Das ist durchaus möglich“, sagt Holger Wolf und klingt etwas deprimiert. Es komme jetzt darauf an, wie widerstandsfähig die inzwischen doch recht alten Pflanzen sind. Beim Blick in die Umgebung, wo der Zünsler bereits etliche Buchsbäume vernichtet hat, schwant Holger Wolf allerdings wenig Gutes. (SZ/ewe)