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Donnerstag, 12.07.2018

Rosengarten-Brunnen sollen bald wieder sprudeln

Die Reparatur der historischen Wasserspiele war zuletzt von den Behörden gestoppt worden. Nun darf es aber weitergehen.

Von Eric Weser

Dieser Brunnen und drei weitere im Tiefenauer Rosengarten werden saniert. Im Hintergrund rechts die Wirtschaftsgebäude des einstigen Ritterguts, die im Moment beräumt werden.
Dieser Brunnen und drei weitere im Tiefenauer Rosengarten werden saniert. Im Hintergrund rechts die Wirtschaftsgebäude des einstigen Ritterguts, die im Moment beräumt werden.

© Eric Weser

Tiefenau. Sprudeln nach einer halben Ewigkeit bald wieder die Brunnen im Tiefenauer Rosengarten? Ja, ist sich der Chef der Besitzerfirma Henry de Jong sicher. Der niederländische Unternehmer ist guter Dinge, dass es sogar noch dieses Jahr so weit sein wird. Für die Sanierung der vier kleinen Brunnen im Rosengarten ist nämlich nach zwischenzeitlichen Problemen der Weg frei. Zeitnahe soll es nun damit weitergehen, so de Jong diese Woche auf SZ-Nachfrage.

Angefangen worden war mit den Bauarbeiten schon. Die beim Landkreis Meißen angesiedelte Untere Denkmalbehörde hatte aber kurze Zeit später einen Baustopp angeordnet. Kein Spaß – denn bei Zuwiderhandlungen drohen Zehntausende Euro Bußgeld. Grund für den Widerspruch des Amtes: Die eingereichten Bauunterlagen waren nicht überzeugend. Es habe eine seit Längerem geforderte Analyse gefehlt, wie die Brunnen überhaupt konstruiert sind. Nur mit diesem Wissen sei eine Rekonstruktion möglich, so die Meinung der Denkmalpfleger, die von Amts wegen Wert auf verantwortungsbewussten Umgang mit der historischen Bausubstanz legen. Inzwischen liegt dem Amt die geforderte Untersuchung vor – und für die Brunnensanierung ist grünes Licht erteilt worden.

Nun gehe es darum, die Becken im Boden abzudichten, damit das Wasser künftig auch im Brunnen bleibt, so Henry de Jong. Dafür werde eine Art „Badewannen-Konstruktion“ entstehen, die nach der Sanierung nicht mehr zu sehen sein soll. In Zukunft soll jeder der vier Brunnen über ein jeweils eigenes Pumpenwerk betrieben werden. „Wenn etwas kaputtgeht, macht das die Fehlersuche einfacher“, sagt Henry de Jong. Außerdem stünden in so einem Fall nicht alle Wasserspiele gleichzeitig still. „Das ist ein Vorteil gegenüber der zentralen Brunnenanlage, wie es sie bis in die 1970er-Jahre gab.“ Ein Nachteil sei hingegen die neue Wasserzufuhr. Die soll über Regen und per Hand passieren, so der niederländische Unternehmer, der das Rittergutsgelände und umliegende Flächen zu einem Ferienresort mit Vier-Sterne-Hotel, Ferienhäusern und Golfplatz entwickeln will. Früheren Angaben zufolge ein Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von gut 50 Millionen Euro. Für die Umsetzung des ambitionierten Projekts sei es wichtig, dass es auf dem Gelände erkennbare Fortschritte wie die Brunnensanierung gebe, macht Henry de Jong deutlich. „Wenn es keinen Schritt nach vorn gibt, wird es schwierig, Geldgeber anzuziehen.“ Je mehr sichtbar werde, dass sich etwas tut, desto besser sei das, um Investoren von dem Projekt überzeugen zu können.

In Bewegung ist auf dem Areal indes schon einiges. Derzeit werden die Wirtschaftsgebäude vom Müll beräumt (SZ berichtete). Für die Außenwirkung noch bedeutsamer ist allerdings, dass Brunnen und die Pavillons im Rosengarten auf Vordermann kommen. Für die Sanierung des ersten Pavillons – den Henry de Jong nach eigenen Angaben privat gemeinsam mit seiner Familie besitzt – liegt den Behörden auch ein Bauantrag vor. Volle Zustimmung hatte der zuletzt aber noch nicht gefunden. Für den de Jong zwar unbefriedigend, doch der holländische Unternehmer bleibt unerschütterlicher Optimist. „Ich denke, das werden wir auch noch zeitnah genehmigt bekommen.“

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